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Kelsanger aus Berlin, Friedrich Schmitt, ein Bergmann aus Annaberg in Sachsen u. a. mehr. 3m ganzen zählte die illustre Gesellschaft etwa 6l) Personen, darunter fünf Frauen. Selbstredend trat die Bande nicht überall geschlos- sen auf. Nur die Haupihelden, etwa zwanzig an der Zahl, standen dauernd im engen Zusammenhang, die übrigen leb- ten, zerstreut über den ganzen Hunsrück, in eigener Behau- sung oder in der eines Hehlers und vereinigten sich zu Hauptaktionen mit dem Kern der Bande.
Das Unwesen stieg in den Jahren 8 und 9 derart, daß man in allen Landstädten des Iunsrücks vor nächtlichen Plünderungen zitterte. In erster Linie waren die Juden bedroht, und dieser Feindschaft gegen das Volk Israel ver- dankten Schinderhannes und Genossen einen nicht geringen Teil ihrer Popularität in den unteren, durch den Krieg nicht wenig verwilderten Volksschichten. Bekannt ist die Ge- schichte, wie der Muber mit zwei Genossen in einem engen Hohlweg dreißig zum Markt ziehende Israeliten anfällt und der alte Jakob von Meiscnheim die geladene Flinte des Schinderhannes verwahren muß,, während dieser den jam- mernden Juden öle Taschen ausräumt. Bis zu seinem letz- ten Lebenstage ergötzte sich der Aäüber an diesem prachl- vollen „Stück" und besonders an der Erinnerung des Schau- spiels, das ihm die zankenden Händler boten, als jeder aus dem Haufen des chnen ausgezogenen Schuhwerkes das ihm gehörige oder bessere Paar suchte.
Auf dem verlassenen Schlosse Schmittburg bei Schnep- penbach residierte Schinderhannes längere Zeit im Kreise
