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Residenz der sog. «Bockleiter" gewesen, einer Verbrecher- geselischllft, die aus alteingesessenen Bürger- und Bauern- familien bestand und deren Bestehen durch verschiedene Ge- nerationen hindurch die unsäglich schlasfe Justiz in diesem, zu der spanischen Niederlande gehörigen und fern von Brüs- scl gelegenen Gebiete ermöglicht hatte. Die Bockleiter leb- ten, ihrem wahren Charakter nach unerkannt, als Mitglie- dir eines Geheimbundes ruhig inmitten ihrer friedlichen Mitbürger. Weil sie es verstanden, in größter Heimlichkeil ihre Beute zu erhaschen und sich bei ihren nächtlichen Raub- fahrten cin schreckenerregendes Aussehen zu verschaffen, glaubte die Bevölkerung, sie ständen mit dem Teufel im Bunde. Nachdem die Institution Her Bockleiter (so ge- nannt nach einem schwarzen Ziegenbock, der bei ihren nacht- lichcn Zeremonien eine Rolle spielte) das ehrwürdige Alter von über hundert Jahre erreicht hatte, ereilte die Enkel und Urenkel der Begründer des Bundes das Strafgericht. Es begann ein Hängen, Köpfen und Nähern, daß ein ansehn- lichcr Teil der Einwohnerschaft von Meersen, Heerlen,' Beck und Herzogenrat usw. ausgerottet wurde, ja in einzel- nen Dörfern ganze Straßcnzeilen verödeten. Diebische Nei- gungen waren aber mit diesem Strafgericht nicht völlig in der Gegend erloschen, so daß die Brabanter nach ihrer Nie- derlassung bald Raubgenossen fanden. Bosbeck mietete sich bei einer Witwe ein, deren Tochter in ein intimes Verhält- nis zu ihm trat. Die beiden Frauen wurden ebenfalls für das Geschäft gewonnen und gewannen ihrerseits einen Ver- wandten, dessen amtliche Stellung ihm die Sorge für die allgemeine Sicherheit zur Pflicht machte. Unter dem