!,',

stadt des ganze», gelvaltigen Reiche lvar, eine starte N^ückwirkuug auf die Sitten und Vebensgewohliheiteil des gauze» trevi rischeu Volkes bis z»»i Nheiue hin aus geübt habe».

Ueberall weuigsteus, wo Spate» n»d Pflug tiefer als gewöhnlich in den Vode» eindringen, begegnen lvir Produkten der Knnst oder des (^elverbfleißes, welche ^eug uiß für eine wenn uicht hochfeine, doch sehr behagliche Vebenslveife iu römifcher Heit ablegen.

Die römische Macht und Cullur ging durch die wiederholte» Zerstörungen der Stadt srier im Ansänge des sünstrn Jahrhundert« und die dauernde Dcrupatio» des lrierischrn Lande» durch den FranKenilönig Childcrich 4<»4 für immer n> (Grunde und trete» nun germanische, staatlich und sittlich ganz »eue Zustande an die Stelle der römischen.

Es ist bräunt, daß die sränkischrn Er- oberer die gesammte im (Gebiete des ehe maligen römischen Neichs vorgefundene Bevölteruug iu der Art ihrer Botmäßig teit nnterlvarfeil, daß sie sich in uicht all;» großer Dichtigkeit unter der viel zahl reicheren älteren Bevölkerung vertheilte», uud die bereits bestehenden Ortschaften als Annexe ihrer eigenen Niederlasfuugeu: Froh» , Saalhöfe, welche bald einen de festigten, burgähulicheu Eharakter auuah me», in ein reichgegliedertes Abhäugigkeits Verhältnis zu ihnen und ihrer Nacht'«.',» inenfchaft brachten: Veibeigeufchaft, Hörig teil, Miuisterialität, Veheusweseu.

Nur größere, besser gelegene Ortschaften, namentlich die römifcheu Städte nnd Ca stelle längs dein Nheiue kamen direkt unter die königliche (Gewalt, wurden ti^<i i^ii oder Neichsdomänen nnd gingen als solche in den Befib der dentscheu Könige und Kaiser über.

Aus dem freieu Franken aber, welcher sich iu deu lvaldigeil einsamen Schluchten der Seitenthäler der Flüsse und ans den Hochebenen der Eifel, des Hnnsrückens,

des Westerwalds angesiedelt hatte, ent< lvickelte sich der dynastische und ritterliche Neichsadel des Mittelalters.

Die Neste römischer Enltnr in deu Städteu und größereu Orten fanden ihre Pfleger in der Kirche, welche bereits unter den lchten römifchen christlichen Kaisern zn Einfluß gelangt, bald anch bei den Franken durch deren Bekehrung vom Hei^ denthume Wurzel faßte, nnd feit der durch sie begüustigteu Erhebung der Karolinger zum Kaiferthrone eine der weltlichen (^e- Walt ebenbürtige Bedeutung erhielt.

Seit dem nennten Jahrhunderte sehen nur die Kirche bei nns eifrig bemüht, »eben der geistlichen Macht über die Seelen auch weltliche Herrschaft über Vaud uud Leute zu gewüme» und bei dem Kampfe des Papstthnms mit de» deutscheu Kaisern ciu Stück des Neichsgnts uach dem anderen an sich zn reißen.

Die hauptsächlich hierdurch beförderte Schwächung der Neichsgewalt, hatte Nach den nnglücklichen Neligionswirren nnd den furchtbaren Kämpfen zwischen der katho­lisch eentralisirenden habsbnrgischen Po^ litik nnd den protestantischen, um ihr Sonderinteresse kämpfenden Fürsten und Neichsständen iu Deutschland eine Iahr^ hunderte dauernde totale Erschlaffung des ganzen deutschen Volkes bis in sein iuner^ stes Wesen zur Folge, nnd ermnnterte sie unsere westliche» Nachbareil nicht nnr zu einer fortwährenden Eiumifchuug iu die iuuereu deutsche» Händel, sondern auch zu eiuer aggressiveu Eroberungspolitik gegen das deutsche Neich.

Die zahlreiche», militärisch »»bedeute» de», meist geistlichen Fiirsten und Neichs stände des linken Nheinnfers vermochten einer so lvohl organisirten, gewaltigen »nd vo» zahlreicheil bedeutende» Männern ge leiteten Macht, wie Frankreich solche im 17. uud l«. Jahrhunderte darstellte, nnr geringeil Widerstand zu leisten, uud so er­lag das fast iu Atome kleiner nnd kleinster

2.',

N

40