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1868-1877

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und dann auf einer über den Graben führenden gemauerten Brücke mit zwei Bogen nach dein Hauptthorc in der Ring- mauer, dessen runder Thorbogen noch erhalten war.

Das gesaininte Mauerwerk befand sich mit Ausnahme des unteren Thcils des großen Thurms in ziemlich verwittertem Zustande nnd waren an vielen Stellen die Breschen der Sprengungen der Franzosen vom Jahre l«'.^.» deutlich zn erkennen, wie man anch die Spuren der Kanonade von U>7.', an der Süd- nnd Westseite des großen Thnrms bemerken konnte.

Die began­

nen im Juni l868 mit der Ausräumung der gewaltigen Schnttmasseu, welche die noch anstecht stehenden Theilc umgaben. Man entdeckte auf der Moselfrout eiueu gut erhaltenen Keller und den in der Mitte des Burghofes gelegeueu Vruuueu, ans welchem eine Menge von Architettnrstttckeu der romanischen, gothischen nnd Renaissanee- zeit, n. A. zivei romanische Säuleneapitäle und zwei Säulensockel, zwei liegende Löwen darstellend, Eisenwerk, Theile eines Eimers nnd eine stark orydirte nnd verbogene Knvferkanne mit Deckel hervorgezogen wurden.

Im Jahre l^«'.'.» ivurdeil die Uiu^ fassnngsmanern lvieder hergestellt nnd mit Zinnen gekrönt, eine große Eisterne auf­gedeckt uud im Jahre 1870 sämmtliche Baureste uud Fundamente bloßgelegt, so daß nun ein klares Bild der älteren bau­lichen Zustände möglich wnrde.

Diese vorarbeite» leitete uutcr der Oberaufsicht des Baumeisters Eude vou Berlin der Königl. Wasser- nnd Straße,, baumeister Schmidt von Cochem nnter thätiger Unterstützung des damalige» Biir germeisters Corell.

Als leitender bedanke für den Neu^ bau schwebte dem Bauherrn das Bild der Burg vor, wie es das bereits oben Seite 57 erwähnte Blatt im Ttädtebuch

von Georg Brann nnd Hogenberg vom Jahre 1576 wiedergiebt, nnd er entschloß sich daher uuter Benutzung der vorhandenen Ueberreste eine Restanration vorzunehmen, welche im Wesentlichen das äußerliche Gewaud der Burg im 16. Iahrhuudertc wiedergab, im Inneren aber modernen Anforderungen uud heutigen Bedürfnissen Rechnung trug.

Es sollten also die stcileu Dächer, spitzen Eckthürmchen und hohen Kamine ans allen Thürmen uud Gebäuden wie im späten Mittelalter erneuert, der Ritter­saal im gothischen Stile aufgeführt, fiir den Junenbau, die Dekoratiou uud Möbli- ruug aber die deutsche Frührcuaissauce, etwa aus den Zeiten des jüngeren Hol­bein maßgebend werden.

Dieser Aufgabe eutfprecheud ist der Ausbau der Burg vou dem König!. Van- rathe I. C. Raschdorff in Cölu (nun in Berlin) in genialster Weise entworfen nnd vom Herbste 1871 an bis zun: Som­mer 1877 nnter der fpceiellen Leitung der Bauführer Albrecht (1874-1876) nnd Heuser (1876) ausgeführt wordeu.

Die iuuere Ausschmückuug besorgten nach den Zeichnnugen von Raschdorff uud Professor Ewald der Letztere selbst uud die Maler Göthe und Münster, die Bildhaner Albermann ans Cöln nnd Hansmann aus Oberdollendorf, der Glaser Melchior ans Cöln, der Glas uialer Gäsler aus Ehreubreitsteiu, der Bildschnitzer Bald auf in Angsbnrg nnd die Tischler Drerler nnd Söhnle in Cöln nnd Ostermann in Bremen. Die Garteuaulageu schuf der Bauherr selbst.

l^roße Schwierigteiteu bereitete die Aögelegeuheit der Baustelle, die großen Mängel der Commuuieatious- uud Trans- Portverhältnissc, die Unznverlässigteit der Lieferanten nnd die Undichtigkeit der ineisten cinheiinischen Banhandwerker.

Indessen konnte gleichzeitig mit der ersten Befahrnug des gewaltigen Tuuuels,

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