11

Theil ist ziemlich verwahrlost, Ab.r die prächtigen ^i.he»-, Linden-, Buchen- und Ahornstämme, welche den früheren Turnierplatz und die an der Hinteren Seite des Schlafes liegende Promenade einsäumen, der herrliche Aussichtspunkt am Ende der letzteren lassen den Wanderer die kahlen Wände und die von Sturm und Wetter vernichteten Fenster und Laden vergessen.

Die Grafschaft Sayn-Altcnkirchcn umfaßte zu dieser Zeit folgende Gebictstheile:

1. kurtrierische Lehen: Amt FreuZburg oder die Kirch­spiele Kirchen, Fischbach, Gcbhardshaiu und Danden, aus­schließlich des Ortes Friedcwald (letzterer war jedoch theil- weise Allodialgut").

2. knrkölnische Lehen: Stadt nnd Amt Attenkirchen;

3. Hcssen-Darmstädtische Lehen: Schloß und Ort'chaft

Friedewald.

Der Flecken Friedewald wurde im Jahre 1324 unter der Regierung des Grafen Gottfried uon Sann vom Kaiser Ludwig dein Bayer zur freien Reichsstadt erhöhen, und erhielt dieselben Rcchtc wie die freie Stadt Frankfurt. Welchem Gebrauch die freie Stadt Fricdewald, abgesehen von einigen wesentlichen Vergünstigungen, die ihr hinsicht­lich ihrer Fendalucrhältnisfe den, Grundherren gegcnnber, znflosfen, uon diefen Rechten gcmacht hat, darüber ist keine Kunde zur Gegenwart gedrungen; doch verblieb ihr die Ehre, in den amtlichen Annalen noch bis in das 19. Jahr­hundert hinein als Stadt zu signrircn. ^

Im Jahre 1372 delehnte Kaiser Karl IV. den Grasen Johann zu Sayu mit einein sreieu^tu hle z u F rMZ^urg., Im Jahre 1467 wurde Graf Gerhard zu Sayn dura, Kaiser Friedrich III. znm Statthalter über die heimlichen west fälischen Ge richte ernannt. Es find dies die ersten Spuren, welche^ich"über das Vorhandeusciu der heimlichen oder Vehmgerichte in der Graffchast Sayn-Altenkirchen vor­finden. Dieselben bestanden aus dem Präsidenten oder ') Freigut, Erbgut.