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Wenn mich solche Prästatiouen, wie sie z. B. in einem gewissen Orte bestanden, wo alljährlich an einen: gewissen Tage ans einem vierspännigen Wagen ein einzelnes Ei an die Herrschaft abgeliefert werden mußte, hier zu Lande nicht eristirten, so muß man doch zuweilen über den Scharf­sinn erstaunen, mit welchem man für jede neu erfundene Abgabe eine neue Benennung zu ergrübeln wußte.

Alle diese Abgaben, die der Unterthan mit dem einzi­gen aber erschöpfenden Worte:Ungeläste" zu bezeichnen pflegte, thcilten sich in drei Hauutgattungen; sie waren theils persönliche, wie z. B. Frohndienstc, Verpflichtung zum Heerbann, theils hafteten sie unmittelbar an dem Grund­stücke als Schatz oder Zehnten, :c.; oder sie bildeten Ab­gaben für besondere landesherrliche Priuilegicn und Con- zcssionen. Einige dieser Lasten, wie sie beim Ucbcrgangc der Lande an Nassau bestanden, mögen hier in Kürze dein Leser vor Augen geführt werden.

Da wurde uuter Anderem an gnädigste Herrschaft entrichtet:

1. Die auf dem Grund- und Boden lastenden Steuer- Gelder; sie warfen allein im Amte Altenkirchen jährlich die Summe von 4500 Gulden ab. 2. Mai- und Herbst- Schatz. 3. Dienstgcld; es wurde mit IV2 Gulden auf den Kopf geschlagen und betrug in genanntem Amte 1670 Gulden. Das Fehlende wurde auf die Gespaune geschlagen. 4. Gänse, zu Martiui und Weihnachten lieferbar. 5. Hahnen und Hühner. 6. Nauchhühner, und zwar 1 bis 3 ^tück von jeder Haushaltung. 7. Iägcrbrod. 8. Blut­zehnten. Diese Abgabe, welche theils an die Pfarrer, theils an die Herrschaft entrichtet wurde, rnhte auf den Schweinen und Schafe,! und betrug je 4'/« und 8 Kreuzer von jedem Stück Innguieh. 9. Wcidgcld. 10. Mand.leier; diese bezog der Ncntbeamte als Besoldnngsantheil, doch mußte er von jedem Dutzend 3V< Krcnzer an die Herrschaft zahlen.