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Der Huldiguugs-Commissar Cauzlei-Director Cancri- nus war in der größten Verlegenheit. Die Anwesenheit des Herrn von Ompteda, der von dem Charakter der neuen Unterthanen einen schlechten Eindruck bckonnnen mußte, brachte ihn fast zur Verzweiflung. Da schritt er zu einem oft mit Erfolg angewandten Mittel: er ließ die Fügsamen auf die eine Seite treten, und die Eideswcigerer ihnen gegen­überstellen, und befahl dann die Namen der Letzteren in ein Register einzutragen. Die Widerspenstigen wurden ver­blüfft; aus Furcht vor den zu erwartenden üblen Folgen traten viele von ihnen in die Reihen der Andern über. Die übrigen verharrten jedoch hartnäckig bei ihrem Unge­horsam, ja sie singen sogar an, den Abgefallenen höhnische Gesichter zu schneiden und drohend die Fäuste nach dem Commissar zu erheben. Dieser Zustand durfte nicht länger andauern. Der Canzlei-Director Cancrinus trat mit eruster Miene vor die Tumultauteu hin uud machte sie darauf aufmerksam, daß sie sich bei fernerer Widersetzlichkeit den Gefahren und Strafe» des Meineides aussetzen würden, da sie bei der dem Markgrafen geleisteten Huldigung gelobt hätten, sowohl ihm als seinem rechtmäßigen Nachfolger un­verbrüchlichen Gehorsam zu leisten.

Wir haben keine Treue geschworen," fielen ihm die Widersetzlichen in die Rede,das haben unsere Väter ge- thlln, wir halten uns durch ihren Eid nicht gebuuden!"

Einige wagten es sogar, dem mißliebigen Canzlei- Director in's Gesicht zu sagen:Wenn wir denn absolut schwören müssen, so wollen wir in Ihr Gewissen hinein- schwören."

Da war aber die Geduld des Commissars zu Ende. Schnell ließ er die in Bereitschaft gehaltene Mannschaft hineintreten und durch diese die Haupträdelsführer in Ver­Haft nehmen, um sie in das Gefängniß zu Altenkirchen ab­zuführen. Alle übrigen wurden im Arresthaus zu Friede- wllld internirt.