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Wir wenden uns jetzt den Ereignissen zu, die das heilige römische Reich deutscher Nation zum Sturz brachten, und mit harten Schlägen Fürst und Völker durcheinandcr- tricben. Das deutsche Reich war zum morsche» Gebäude herabgesunken, daß seinen Bewohnern keinen Schutz mehr bot. Den Herrschern der vielen kleineu Staaten fehlte der Begriff der Stärke deutscher Einheit, und der Weltcnstürmer Napoleon I,, der Throne spielend stürzte und Throne schuf, hatte mit ihnen leichtes Spiel.
Dnrch den Frieden zu Lüueuille (9. Febrnar 1801) verloren die deutschen Fürsten ihre linksrheinischen Besitzung gen an die Republik Frankreich. Denjenigen, die den meisten Verlust erlitten, wurde durch Aufhebung verschiedener Herrschaften diesseits des Rheines Entschädigungen gewährt. Unter Anderem fiel dem Fürsten von Nassau-Nsingen die Grafschaft Saun-Alteukirchen zu. Der Markgraf Alcran- der, welcher bisher nur noch deu Name» eines Herrschers seiner Lande geführt hatte, legte durch Patent vom 23. Dezember 1802, unter Zustimmung der Kroue Preußen, seine Hoheitsrechte in die Hände dieses Fürste» nieder. Die Ansprüche des Hauses Saun-Wittgenstein auf das Land wurden dnrch Reichs-Dcputations-Bcschluß (1803) dadurch beseitigt, daß Nassau die Herrschaft Lahr (nicht zu verwechseln mit der Herrlichkeit Lohr im Kreise Altenkirchen) an Baden abtrat, wogegen dieses an Wittgenstein die Summe von 312 Gulden zahlte.
Die völlige Uebergabe des Landes an Karl Wilhelm, Fürst von Nassllu-Usiugc», erfolgte am 21. Februar 1803, die Feier der Huldigung fand in folgender Weise statt:
Am 18. Februar 1803 trafen die Huldigungs-Com- missarien, der preußische Pupillenrath Carl und der Nassau- Usingen'sche Regierungs-Präsident Freiherr von Kruse uuter Kanonendonner und Glockengeläut in Altenkirchen ein. Die' selben waren von einer Eskorte der Bürger-Cavallerie und
