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1653 1662
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In diese Zeit fallen anch mehrere Rrparaturoautcn. Erzbischof Richard gestattete z. B. 1514 die Anffetznng eine? neuen Baues anf die steinerne Pforte im Burgfrieden, damit daranf Gesellschaften und Trinkgelage abgehalten werden löuu teu (wahrscheinlich die später sogenannte Strotzeuburg, siehe unten); Johann Ludwig 1548 die Ueberbaunug der sogenannten Zollpforte n. f. w.
Durch den K'npfcrstich im Städtebnch des Georg Braun von 157<», dein der kleinere in der Merian'schen Topographie nachgestochen ist, erhalten wir, in Verbindung mit den Kellnerei-Rechnungen über eine durchgehende Reparatur der Schloßgebäude im Jahre 1650 nnd 1662 ein ziemlich vollständiges Bild der Burg Cochem vor ihrer Zerstörung.
Der in der Mitte stehende große, unten acht-, oben vierseitige Thurm hatte, ganz wie jetzt (nach der Restanration), ein hohes Spihdach mit vier Erkerthürmchen. Die Hanptwohngebäiide mit dem im Mauerwerk uoch erhaltenen runden oder Hexen- thunn erstreckten sich vor dem Hanptthnrme her auf der ganzen Moselfront. Hier war „des Kurfürsten Stube oder Gemach (1650), die Capelle nnd des Kellners Stnbe". Anch in der vorderen Ring^ mancr nach der Mosel zn standen einige niedere Gebäude.
Die Ringmauer, welche in ovaler Rnndnng den Schloßhof umzog nnd „den Piltz" (Vrnnnen) in der Mitte hatte, trug anch auf der Südecke nnd der westlicheil Front verschiedene Gebäude, welche zn Wirthschaftszwecken, Kelterhans, Pferde stall, Kornfpeichern dienten. Gegen Westen stand anch ein viereckterThnrm mit Wendet treppe. Pforten hatte die Burg zwei anf der Nordseite, die obere in der Ringmaner etwas vorspringend, die nntere in der vorliegenden Zwingcrmaner.
Alle Gebäude wareu mit hohen Spitzdächern, zahlreichen Erkerthürmchen nnd
hohen Kaminen versehen, die Ringmauern mit Zinnen nnd Schießscharten durch brocheu. Da die Burg auf eiuem vou der Moselfeite ganz unersteiglichen, und auch von den drei audereu Seiten dnrch steile Vcrgabhänge geschiitzteu isolirteu Kegel lag, so war sie eine nach mittelalterlicheu Begriffeil starte Feste, verlor aber ganz ihre Bedeutung nach der Erfindung des Geschützes, das sie von den höheren Bergeil anf der Südfeite völlig beherrschen konnte.
Unter der Burg südlich, au die Felsen geschmiegt, lag die kleine noch bestehende Capellr S. Peteroliern, von der ein steiler Fnßpfad zum sogenannten Burgfrieden herabführte, d. h. einem Hänfereomplcx, der zwischen den Felsen des Burgberges nnd der Mosel am südlichen Ende der Stadt Eochein lag nnd in früheren Zeiteil dnrch zwei Thore abgefchlossen war.
Dieser Burgfrieden war, wie obeu gc- fagt, der Jurisdiktion der ordentlichen Gerichte entzogen nnd einer crlmirten fehr strengen Gerichtsbarkeit des Burggrafen refp. Amtmanns untergeben, hatte übrigens anch feine eigenen Rechte nnd Pflichten.
Nach einem Zengenverhöre, welches der turtrierifche Kellner Franz Lndwig Auethau l716 anstellte, nm die Zustände lwr dem Schloßbraude zu eoustatireu (wobei das ältere Kelluerei-Archiv zu Gruude gegaugeu z»l seill scheint), wareil die Einwohner des Burgfriedens verpflichtet, mit ihren Fuhre» Steiue und Holz zum Schloßbau, sowie das Heu für die obeu wohueudeu Beamten hiuaufzufchaffeu uud erhiclteu dafür die Kost uuv pro Mauil jeden Tag ein Brod nnd ein Maaß Wein. Beim Hiilanffahren nnd Einfchroten der tinfürstlichen Weine hatten sie hülfreiche Hand zn leisten und mit deu Dörfen Mesenich, Nehre», Dohr lind Weiler die Wächter znm Schloß zll stellen, welche Holz und Licht, aber leine Kost erhielte».
Jeder mannbare Einwohner hatte ans dem Rathhanse des Burgfriedens „der
