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Endertthale her und von der unteren Moselseite unter heftigem Kanonen und kleinem GeN'ehrfener iil die Stadt ein und es entfpann sich nilu in den engen Gassen ein mörderisches Handgemenge. Die deutschen Truppen sllchten sich zuerst ans dein Markte zu sammeln, wurden dann in das hochgelegene Kapnzinerkloster ge­drängt nnd hier nach mannhaftem Wider­stände von der Uebermacht znletzt erdrückt, niedergemacht oder gefangen genommen. Es wird dnrch eine glaubhafte Tra ditiou berichtet, daß die schon dnrch reu verzweifelten Widerstand aufs Höchste erbitterten Franzosen nauleutlich dnrch einen Vorfall zur höchsten Wuth ent­flammt worden seien.

Einen französischen Obersten, der seine Truppen, dnrch die Herrengassc reitend, znm Kampfe animirte, schoß ein Cochcmer Bürger ans einem Kellerloche mit einem silbernen Stockknopf, den er statt der ihm fehlenden Kugel geladen hatte, unter der Achsel durch den Küraß iu die Brust, so daß dieser sterbend zu Voden stürzte.

Da dieser Offizier, wie Einige sagen, ein dem königlichen Hanse verwandter Prinz, wie Andere wollen, aber bei seinen Soldaten sehr beliebt war ^ man sah, wie Viele das Blnt ans dem Straßen­pflaster mit den Taschentüchern aufwisch­ten - so hätte sein Tod die Franzosen zn blutiger Rache gereift. Mehr noch wie dieses Ereignis; mag der ungemein starke Verlust vou beinahe "2000 (?) Mann an Tobten nnd Verwundeten, darunter 2 Ober sten nnd 8 Capitains todt, dazu beige­tragen haben, daß der Erstnrmnug der un­glücklichen Stadt die furchtbarsten Greuel seeneu folgte».

Da sie (die Franzosen) dann zwo Stunden lang in ihrer nnmenschlichcn Wütereh gegen die Einwoner getobet, Soldaten nnd Burger, anch die in ihren Hänsern vertrocheue Weibspersonen nie­dergeschossen, erschossen, erstochen uud

erhaueu, die unschuldige Kinder auff den (lassen gespiesset oder zn den Fenstern hinaus iu das aller Orteu herfurbrechende Feuer gestürmt. Hierauff lieffeu fie, als blasende nach dem >tapn>iner-Kloster, swlngen das Nefeetorinm anff, machten auch allda die darinnen befindliche Patres nebenst denen, welche an diesem Ort Schutz uud Freyheit zu finden verhoffet, deren bei 400 waren, erbärmlich nieder. Hiermit war ihr Nasen noch nicht ge- sättiget, fondern sie findeten über das die Start an allen Orteu an, wgen die Soldaten, welche sich weigerten Dienste nnter ihnen zn nehmen, ganz nackend ans, entblößten anff solche Weise die^ jenigen Personen, welche nach publizirtem Pardon bey dem Leben gelassen worden, kuppelten sie wie das Vieh zusammen, trieben sie an die Mosel auff die Wiefeu, nahmen aber die ^nngfranen nnd junge Weiber heranß und verguügteu damit ihre bestialische Vegierden.

Zeitwähreudem Morden kam Nie maud auß der Stadt, als ein zehn- oder zwölfjähriges Mägdlein, welches imbloßen Vembd dnrch lie Pallisadeu durchgezwnn gen, denen in den nmbliegenden Felsen nnd Bergen sitzenden Verborgenen etwas von dem unbeschreiblichen Kammer nnd Elend, so die in der Stadt befallenen berichtete".')

So erzählt ras ^!>6!>trum Nun»-

>»!l0»M. 2)

DaS Herannahen der vereinigten bran- denbnrgifchen, hollänlifchen nnd nord dentfchen Eorps, welche kurz nachher die Belagerung der vom Kurfürsten von Eölu

') Unter den oieretteten defand sich anch eine Nichte des unter den, Namen de« Pater« Äiartin von (iochein delannle» tl,ea!ogischen Schriftsteller«, die !ochter des ^lpotlieter« 0>erIiardi. ^ie unnde von eine»! französi­schen ^ft'i',ier, der da? I2iäl,rige 'Diadchen loeinend auf der Ztraste fand, dei der -Hand gefaßt und vor die ^tadl gef>il,rt. ^l,r '^aler nnirde dagegen a!« leiste! »ach Frankreich geschleppt.

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