Das vi.

setzt seyn sollen/ und auch dergestalt besetzt gewesen. Aber es haben die Haußgenossen und der Adel al­len Obrigkeitlichen Gewalt zu Aebott und Ver­bote in ihren Handen behalten / und der Zugeord» netcn von den Handwerckcrn Stimm und Beden- uen im Rath nicht gezehlt/ noch gelten lassen/ dem geschwomcn Raths »Eyd strack zu wider / darinn außtrücklich verordnet, daß deß mcbrern Theils Urtheil und Überkommen ^olg und Fortgang ha. den soll. Dieweil dann die von der Gemeind sol­che Verachtunq tieff empfunden/ist darauß bey der Burgerschafft Ungehorsam, Widcrsetzigkeit / und endlich innerliche Empörung wider den alten Rath der Haußgenossen und Adel in der Stadt hcrfür gebrochen. Es zeugen aber dir Eremp'l der Stadt Regiment/ wanns dazu kommt/ daß die Obrigkeit und Bürger einander anfeinden / sich spalten und wttiicn, daßkcin Auffhörm ist/biß ein Theil unten/ deranderobcn liegt/ und wrrdas Letztgewinnt/ der wud des andern Meister/ dabey der Schuldige und Unschuldige/ Weib und Kinder/ '>ung und Alte müssen herhalten, Haab und Gut/Leib und Leben/ Memials darüber verlieren / zu geschw-'igen / daß vle innerliche Zwieträchten/ Streit und Krieg der Gurgel mit diesem grossen Ungemach behafft/ daß vle Wndschafft und Verbitterung in der Verwand» nuh und Geschlechten steh gar langsam und schwer- "^von Grund heilen und außjöhnen lassen / und ochhalben der zerrütte und erregte Zustand des Re­giments in langer Zeit hernach kaum wieder zu Ru» Mächtigkeit und gewisser / löblicher und nutzlicher Erfassung gelenckt und gebracht werden kan. ^arum wer es mit seinem Vaterland / mit dem gemeinen Nutzen, und seinen Mitbürgern getreu / "dlich und Christlich mcynt/ und das Lob und den Namen eines aufflechten / frommen / ehrlichen Bürgers und Biedermanns davon bringen will/ der soll auff friedliches/ einhclligs Wesen seine >^e« da'ickenund Hertz richten/ so wird man allenthal­ben, im gemeinen und Privat-Stand/Wolfahrt und Gottes Segen befinden- Dann es sagt Da? vid im ; 4.Psalm< und d:r Apostel Pecrus in der er, um Epistel im?. Cap-bolrsaus gedachtem Psalm/ und sagt: Welcher Mensch ein gut Leben begehrt, und g«rn gute Tag hätt/der soll seinen Mund schwel« ,?"/^ er seinen Nächsten mit bösen Nachreden ".^Worten nicht beleidige / niemand bctnege/ er Mich vom Bösen wenden /und Ms thun/ den 6r«ed und Einigkeit suchen / und denselben nach» trachten: dann das Antlitz des HÄm steht über d«/ soBöses tbun/ daß er ihr Gedächtnüß auß. rotte von der Erden.

Das in. Kapitel.

von der dritten Veränderung des Rache zu

und der grossen Aussruhr um Severlm Anno !,;<,. entstanden/ etlicher Auchorn ungleiche Veschreibungen

Enn einer der Meynung wäre/ daß den er- barn freyen Reichs Städten ins genuin , un, die Zeit Kaysers Luoopici des Bayers

Buch. Tap. N. 59^

Regierung / eine durchgehende Veränderung aus GOtles Verhängnuß obgelegen / dem soll solches mit Exempeln darzulhun vielleicht nicht schwer fallen. Iacobus von Königshöfen gewe­sener (^nomcu5 zu S Thom-r zu Straßburg schreibt/ daßvon AnfangdicvomAdel« dHauß« genossen das Regiment der Stadt Straßburg, wie beyandern freyen Reichs Städten mehrgeschehen/ auch Burgermeister und Schultheissn Ampt ge­tragen/ und theils derselben ein strenge ernste Re> gierung über dieKauffleut/ Handwercker und ge­meinen Mann sollen geführt Haien, dergestalt / wenn einer der Regenten von einem Kauff und Handthicrungs« Mann etwas erkaufft/ und den Werth nicht bezahlt/ oder einem ^andwerckcr / Taglöhncr und andern etwas schuldig worden / ists bey dem von 'Hel gestanden / ob er befahlen wollen oder nicht, hat ers nicht gewolt, so ist dem andernTheil die Schuld in Brunn gefallen, dann die Haußgenossm und Adcliche Bürgere vor den Gerichten/da man um Schulden geklagt, aus an­genommener Freyheit nicht erschienen, daher in der Stadt Straßburg endlich Anno izzi. zwischen den Oaußgenossen und Handwerkern Empörung entstanden/ dann die Zünfft die Oberhand behalten/ und darauffdem Rath vom Adel, aus der(5emein- de von den Zunstten eine gewisse Anzahl zugefügt. Und werden nach duser ersten Veränderung des Raths in der Stadt Gtraßburg in der ElsaMchen Chronict noch sieben andere zu unterschiedlichen Zei­ten biß auffs Jahr l4»t injchlleßlich vermeldt/und mit Brieften und Urkunden hierüber auffgerichtbe- schcint und erwiesen. «K^. In ei^em allen ^lunu-,, 5cr,^cc,. darinnen die zwölff erste Ämmeisterzu,» Straßburg/und was sich unrrr ihnen begeben habe/., verzeichne:sind/ stehet daß der erste Ammeister im>. Jahr > ? ?;. seye erwählet worden/ und habe gcheift,. sen Burckhart Zwinger/ seye gestorben im Jahr.. 13 ^ii. vor dem PredlZstuhl im Münster begraben/» und der Grabstein folgende i>ilerjf>r,inu gehabt:,,

^nno Dominl ^ cco XI.VIII. XII. K-l'l. )umj o^licLnrclcKaräuz <liüu8l'v^mzer, ^laziKei^catil.,, norum civilÄtiz ^rzenc. Der aber im Jahr r s)6.

als man alleGrabiiein aus dem Münster gethan/., und solches mitBlattcn belegt/auffdie rechteHand/,, wann man bey dem Brunnen in dem Münster zu» dem Thürlein hinein gehet, auffrecht eingcmauret.. worden- ^32

Zu Mäyntz ist gleicher Gestalt ohngefehr ums Jahr 1;^. der Rath verändert/ und demselben von den Zünfftcn ein Zusatz von zwey und zwan­zig Personen geschehen / davon man die, so vom Hdel im Regiment gesessen / den alten / und die zwey und zwantzig vonZünfften den neuen Rath geheißen / und ist solche Veränderung gleichfalls aus innerlicher Feindschafft und Empörung ent­sprossen. Von der Stadt Hagenau schreibt man , daß sie Käyser Friederich der Erste Anno ils^.zurReicls.Stadtgemacht/ und zum Re­giment zwölff Adelichc Personen eingesetzt Von solcher Zeit haben die vom Adel und Geschlechter aufzweyhundertIahrdie Stadt und lhreüandschafft als Obrigkeit verwaltet, und mit der Stadt Ungelt/ Rent und lsiefällen als mit ihrem eigenen Gut Ee ee , ach«ust/