V o r b e r i ch t.

Eigenes Bedürfniß vcranlaßtc den Verfasser zum Sammeln über den vorliegenden Gegen­stand, und führt ihn je länger desto tiefer und weiter. Des Wieb- Neuwiedischen Kanzlcy- Dircc- tors FischerGeschlechts - Register der uralten Deutschen Reichsständischcn Häuser Isenburg, Wieb und Nunkel, sammt einer Nachricht von deren theils ehehin besessenen, thcils noch besitzenden Lan­den und der darinnen von den ältesten bis in die neuesten Zeiten hergebrachten Erbfolge-Ordnung aus archivalischcn Urkunden und glaubwürdigen Geschichtschreibcrn, Mannheim, mit akadcm. Schrif. ten, 1775 (in Fol. mit Z27 Urkunden, 5 Abbildungen von Grabmählern und 1 Charte)", ein, mit bewundernswürdigem Fleiß aus mühvoll zusammengebrachten Urkunden geschaffenes, und für jene hohen Geschlechter sowohl, als für den Historiker schätzbares Werk, gab die Grundlage, Die Unrichtigkeiten in Fischcr's Deduction entschuldigt der Mangel an Urkunden, die erst spater zu Tage gefördert wurden. Für die Benutzung vieler andern ist der Verfasser dieser weiteren Bear­beitung den Herren Corden zu Limburg und Günther zu Koblenz, den bereitwilligen Herrn Ar­chivaren zu Köln, an welche ^>cr verewigte humane Ober-Präsident, Graf von Solms - 3aubach, lhn zu empfehlen geruhte, insbesondere den huldreichen Fürsten zu Wied, innigen Dank schuldig. Herr Regierungs-Archivar Günther zu Koblenz thcilte ihm die einschlagenden Urkunden seines, nun in Druck erschienenen, <^aäsx c>i^lumnticu8 Nksngno- lVlu5ellunu5, handschriftlich mit; daher findet sich dieser nur in einigen später« Einschaltungen angeführt. Zu wünschen ist die Herausgabe von: l^uci. s>or6sn, canonici (^g^itiU. st H,icKiv2rii I^imburA I^i»tlirm c^lnnul. clii)!uin. civ, et ecclc«, c>^)s)icl!, (üulle^igii!« et ^Ztss^iäs I^iinlüix-^enzi« g6 ll^Zti- N3rn Llc. l^Iuiirni« clncunienli« 2rcliiv,?lidu8 illu8tr2!3. I>«8 l'omi 1780 1803, ein Manuscript, dessen Werth auch Wenk in seiner vortrefflichen, auch für unfern Gegenstand er­giebigen, Hessischen Landcsgeschichte anerkannt hat. Die hiesige Fürstliche Bibliothek, und viele andere, von Freunden ihm mitgethcilte Hülssmittel, setzten den Verfasser, welchem, von größer» literarischen Schätzen entfernt, seinen Zweck vollständiger zu erreichen unmöglich war, in den Stand, zn leisten, was er hier giebt, «inen Versuch, weniger für gelehrte Forscher, als für jeden Freund unserer Geschichte, was sich in dem bezeichneten Kreise von jeher dem Vaterlande, dem Fürstlichen Hause, und einzelnen Ortschaften, einzelnen Gemeinden, Denkwürdiges begeben hat, in der Mannichfaltigkcit, wie es erfolgte, zu einem Iahrbuchc zusammen zu reihen.

Die .Quellen und Hülfsmittel sind nachgewiesen, aber nur wenige 'Abschriften und 'Aus­züge von noch ungedruckten Urkunden beigefügt, andere in ihrer Zeit redend eingesiochten wor. den. Die urkundlichen Belege aus den Archiven zu dunkel und Neuwied ausführlich mitzu- theilen, war für den gemeinnützigen Zweck zu kostbar, theils überflüssig, da Fischer schon viele darlegt, thcils unmöglich, weil von vielen, in Wasser und Flüchtungen verlornen, Nachrichten nur Inhaltsverzeichnisse vorhanden sind. Die reichen handschriftlichen Sammlungen zu Köln, unter dem Namen i^u5<?nm ^Uwiignum, b'2r<-e>^is,s8 (xelenim,^, ersetzen noch zum Theil die, während der Französischen Umwälzungen an verschiedene Orte entfernten Urschriften, de­ren Wiederbringung und Bekanntmachung für die vaterländische Geschichte überhaupt, und für d^ Rheinische insonderheit ersprießlich seyn würde. Nachfragen in Briefen wurden dem Ver­fasser öfters mit gütigen Bemühungen, manche auch nicht beantwortet.

Sein Hauptgcgcnstand bot weniger große, als viele, aber, zumal in dcm Mittelalter, zerstreute und kärglich angedeutete, Ichatsachen dar, welche mühvoll und, wo möglich, pragmatisch geordnet, und um eine Hauptidcc zu bezeicbnen, wie ein mosaisches Gemälde zusammengefügt, freilich mehr einheimische Leser ansprechen möchten. Gleichwohl däucht es dem Verfasser, die große Geschichte unseres Volkes erheische solche Beiträge, welche den Zustand einzelner Dynastien