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Erste Hauptabtheilung.
Von Julius Lasars Zelt an, bis 993 nach Christi Geburt.
Erstes Kapitel.
Von der gegenwärtigen Beschaffenheit des Rheinthals um Neuwied.
Die Stadt Neuwied, an dem rechten Ufer des Niedcrrheins, drei Stunden unterhalb Ehrenbreitstein und Koblenz, eine Stunde oberhalb der jenseitigen Stadt Andernach, liegt in einer Ebene, die sich von Südost gen Nordwest, längs dem Rheine, vier Stunden weit, und von Nordost nach Südwest, zwischen den Vorhöhen des Wcsterwaldcs auf der rechten Nhcinseite, und jenen der Eifclbergc auf der linken, mehrere Meilen breit ausdehnt, und ihre heitere Milde mit dem erhabenen Ernste der Fclscngcbirgc vereinigt, welche von Bingen bis Ehrenbreitstein den Strom einschließen. Hier, wo die Mosel aus Wcinthalcrn an dem Hundsrück in den Rhein tritt, und auf der Spitze der Landzunge zwischen beiden Flüssen, Koblenz sich erhebt, öffnet sich der Gebirgkranz um unsere Ebene, wi« ein Nahmen um ein freundliches Gemälde, und rundet sich hinter Andernach wieder zusammen. Die großen Windungen des Rheins, der von Ehrenbreitstein bis Neuwied sieben Inseln umspült, theilcn unser Thal rechts in den vormaligen Engcrsgau, links in das Maienfeld, und nehmen aus jenem die kleinen Flüsse Saun und Wieb, aus diesem die Nette auf. Die wellenförmige Flache, von Süden her stufenweise fallend, und cm^dcm rechten niedrigem Nhcinufcr wasscrglcich, nordwärts gegen das Gebirge höher gchügclt, zeigt durch ihre Gestalt, daß sie in Urzeiten aus einem Rheins«, und aus südlich hergekommenen Fluthcn gebildet worden, und die mit Bims, Laven, Vasalt, rothgeröstetem Thonschie- ser, und mehr vermischte gclbgraue Traßerde, mit welcher die weite Pläne bis auf ihren Gcbirgrand üder- schichtct ist, beurkundet es, daß an der gegenwärtigen Schönheit unserer Gegend Neptun und Vulkan zusammen gearbeitet haben. An die letzten Feuerwirkungen erinnert die von Andernach südwärts ziehende Vergehe, namentlich der Ofcnburg und der Hummerich, diesseits des Rheins aber nur der Wolkcnstein mit der Aslachskaule bei Breitscheid gegen Ehrenstcin an der Wieb hin. Die Aslachskaule enthält eben so, wie der Boden bei Mündig, unfern des Hummerichs, gebrannte Basaltmassen zu Mühlsteinen, und das ganze Maienfeld besteht, mit Sand und Lehm, aus Schlacken von Schiefer und Porphyr, aus Basaltstöckcn, Bims - und Tuffstein,'der, zu Traß gemahlen, zum Wasserbau dient.
Um Neuwied her haben Uebcrschwcmmungcn das Erdreich aus Lehm, Sand, Bimsstein und mancherlei andern ftttcn Theilcn durch einander gemengt. Bei Engers, oberhalb Neuwied, wird die ticfgcschichtete Lchm- " -Bunsnüschung, seit hundert Jahren, in backstcinförmigcn Stücken ausgehauen, und zu dauerhaftem Bau
An der Wich hinauf bildet Thonschiefcr die steilen Gebirgwande. Der höhere Wesicrwald enthalt meistens Basalt, wie bei Honncfcld, die höchsten und stärksten Säulen aber der Mindclberg unweit Linz.
Die Fruchtbarkeit unserer beiderseitigen Nbeingcsilde, auf welchen alle Saaten, Kräuter, Wurzelgewachse, Baumftüchte und Trauben, welche Deutschland erzeugen kann, gedeihen, laßt vermuthcn, daß diese Niederungen vor der christlichen Zeitrechnung mit mächtiger Waldung bedeckt gewesen seycn, in deren kalten
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