Zweite Hauptabtheilung.

Geschichte der Häuser Wieb, Isenburg und Runkel, bis zur Erlöschung der ältesten Gra­fen von Wied. 100Z bis 1243.

N

Siebentes Kapitel.

Von 1003 b i s 1093.

1003,

1011,

1018,

Nach dem frühen Ableben des Kaisers Otto III. bestieg ein zweiter Urenkel Heinrich'ö I., Heinrich II. den Thron der Tcutschcn Könige und Kaiser. Die Macht der Großen, welche Heinrich I. gehindert hatte, Teutschland in vier Herzogtümer zu zerreißen, hatte unter den Ottonen ahnliche Versuche gemacht. Hein­rich II. unterdrückte eine solche Empörung in Lothringen, wo der Herzog Heinrich vonBaicrn, der Propst Adalbcrt von St. Maximin, und Theodorich, Bischof zu Metz, Brüder der Kaiserin Kunigunde, sich wider Heinrich II. verbunden hatten, weil dieser den Probst Adalbcrt nicht zu dem Erzbisthum Trier gelangen ließ. Auf einer Synode zu Koblenz gelobten sie ihm Gehorsam '). Sie waren Kinder des ersten Grasen Siegfried von Luxemburg und Enkel Richwin's I., Grafen von Lothringen, (S. bei 922.) Siegfried war auch Herr in dem Mofelgau, und besaß von seiner Gemahlin Hedwig, Tochter des Frankischen Grafen Eberhard im Elsaß, Güter diesseits des Rheins, ^ein Sohn Friedrich pflanzte mit Ermintrut, Tochter des Grafen Mcin- got an der Sieg (S. bei 986.), den Luxemburgischen Grafenstamm fort. Von seinen Kindern, die alle von müt­terlicher Seite auf dem rechten Rhcinufer Besitzungen erbten, kommen weiterhin mit unserer Geschichte in Berührung: Hermann, Pfalzgraf zu Aachen, Dieterich, erster Graf zu Glciberg oder Glizbcrg, Ein Bru­der Siegfried's, und alterer Sohn Richwin's '), RichwinII. hatte von seiner Gemahlin Gertrud, Tochter des Herzogs von Franken, Eberhard, gleichfalls Frankische Besitzungen im Lahngau und Hessischen, nament­lich Klceberg und Schiffcnberg geerbt ^). Von seiner Nachkommenschaft aber liegt die Geschichte noch im Dunkel. Er starb um 963. Ein Nichwin erhielt im Jahre 992 von Otto III. den Wildbann zwischen der Adenau und Ahr in der Umgegend von Kcmpcnich.

Der Kaiser Heinrich I I. schenkte dem Erzstist Trier, unter Poppo, königliche Ländercien im Mcyen- ftlde, bei Koblenz, und diesen Königshof selbst sammt Zugehörungen. Seitdem erhob sich Koblenz zu einer Stadt des Erzstifts Trier, und wurde mit Mauern umgeben. Auch die alte Burg Ehrenbrcitstcin wurde dein Erzstist übertragen ^).

1) Hernien, ^onti-act vittmar. I^o?«. Z^ Kleiner, Oi-iM. N33«. 1>. 1. §, 47.

3) Lülilliei-, lloä. äipl. Klieno - ?VIo«e1I, N. 28. 4^ Iinnnss, Notit. ?r<io.

5) 5cn»nnl»t Ni«t. ^Vonn. 1°. II.

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