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1(^0,
In linstrm Nheinthale herrschte jetzt auf der Felscnburg Hammechein Otto, ein in Feldzügen bewahrter Graf in der Wetterau, als Burggraf ^), und vcrmuthlich noch Gaugraf des Engcrsgau, ein Nachkomme Udo's (S. bei 889.), wahrscheinlich sein Enkel, Heriberts Sohn, und Vetter des Grafen Gerlach von Isenburg (S. bei 9<i6.). Otto hatte sich mit einer Base, Irmcntruda (Irmgard), verbunden. Diese kirchlich verbrecherische Ehe rügte der Erzbischof Erkenbold von Mainz, der sonst schon mit Otto in Zwist lebte. Vergebens wurde Otto gewarnt, vergebens that eine Kirchenversammlung zu Ncumagen auf Erkcn- bold's Anlaß den „Ruchlosen" in den Bann.^ Dadurch nur heftiger gegen den Er-zbischof erbittert, siel der machtige Graf in das Mainzischc Gebiet plündernd und verheerend ein, zog sich dann auf seine Veste Ham- merstcin zurück, und trachtete sogar, den Erzbischof, der auf dem Rheine nach Köln fuhr, zu fangen, konnte sich aber nur einiger Begleiter desselben bemächtigen. Durch Erkcnbold's Bitten bewogen, und um unsere Rhcingegcnd zu beruhigen, besonders auch, um die Sittcngcsetze der Kirche in Kraft zu erhalten, erhob sich der Kaiser Heinrich II. im Herbste mit Heeresmacht gegen Hammerstein, belagerte den unbeugsamen Grafen, und zwang ihn endlich durch Hunger in den Weihnachtsfeiertagen zur Ergebung ')>
Darauf schenkte der Kaiser das Kammergut zu Bieder, in unserer Nahe, dem Francnkloster Diettir- io^i. chen bei Bonn, die Pfründe Ormütz, Krümel, und das Dorf Irlich oder Irloche, wie kurz vorher ein Gut zu Hönningcn, der Kirche zu Bamberg, das Gut Brechen, bei Limburg an der Lahn, dem Stift St. Maximin ^). 1022-24, Nach Otto war Ello ein Gaugraf in unscrm Gaue, wahrscheinlich der letzte '). Graf Otto hatte zwar s.mcr Gemahlin durch dreifachen Eid entsagen, und Hammcrstein als eine Rcichsburg anerkennen müssen, dennoch aber blieb er ihr treu, scheint auch wieder begnadigt worden zu seyu. Die Neste Hammcrstein ward nun auf einige Zeit der Vcrwahrungsort der Rcichskleinodicn. Otto von Hammerstein überlebte seinen Sohn Udo icM. noch zwei Jahre, und mit ihm starb diese Salischfränkische Linie, wenigstens in der männlichen Nachkommenschaft aus. Der Kaiser vergab die Burggrafschaft, die sich über, und unter den beiden Orten Hammer- i'cin bis an Bache, und von der nahen Nheininscl bis Nockcfcld hinauf erstreckte "), an die später auftretenden Burggrafen von Hammcrstein. Ob diese aus weiblicher Verwandtschaft der ersten entsprossen seyen, laßt sich nicht nachweisen. In der Wetterau erhoben sich seitdem die Graven von Nüringen. Andere von den verlassenen Besil'thümern in dem Lahngau fielen an Verwandte in dem Normsgau '").
In dicser Zeit blühte in dem Lahngau ein neues Grafcngeschlccht aus, das von Arnsiein, dessen Stammväter ,'cit der letzten Halste des zehnten Jahrhunderts in dem Einrichgan regierten. Hier ballte jetzt Graf Arnold an dein linken Lahnufer auf einem Felsen, dem Einflüsse der Aar (Aure) gegenüber, oberhalb Nassau die Burq Arnstcin "). Auch dieses Haus entstand aus dem Salischfränkischen oder Conradinischcn Geschlecht und erbte von desselben Landen "). Ms dem gleichfalls in den Frankengauen begüterten Gra- fcnstamm Luxemburg (S. bei 1011.) erhob sich die Grafschaft Arlun unter Konrad und Walram I., Nachkommen und Erben Sicgftied's von Luxemburg. Walram I. trug von dem Erzstift Trier Güter zu Lehn, und schenkte demselben, Pfründen in dem Meicnfelde, namentlich zu Kovcrn. Seine Wittwe Ad:la vermachte noch andere Besitzungen an Trier. Bis in diese Zeit regierte in dem nachmals Nunkclischcn Lande Graf Gode- bvld (Theobald S. 1002.) und hinterließ mehrere Sohne, von welchen Emcrich das Haus Dich gestiftet haben soll ").
Ä^
1022
verstorben
Inzwischen waren die Pfalzgrafcn bei Rhein, Ezo 1045 und sein nnvcrmähltcr Sohn Otto 1048 i. Ezo's Neffe, Sohn Hcinxich's oder Hezilo's "'), war zum Nachfolger bestimmt, wurde aber,
6) 8o1illn».-lt, Hi«t, ^Vorm, ^ IL
?) 4ni,l,I. 8«x, llwou. yueälink. I. !VI. ü>emer, OrissF. N.->35. ?. I. §. 57.
8) llouU.. Ni5t. ^.<>... äi^I. 1. Günther, Topographie uon Koblenz. Dessen llock. äipl. KKeno-MoL. N. 59, N. 40.
41, 9, Idiä. N, 40.
1U) wüntber, die Burggrafsch. Hammerstei», Koblenz 1821.
11) 8cNl>u»2t, Ni«t. -ivoi-,». 12) U°"l!i. r«äi«n. 1. lZ> Wenk's Hess. Landesgefch.
14) Kvmnei-, Uii^^. Nil««. I'. I, Z. ?2. 15) Qiuvunni, «erm. riluce^z I.. V.
Reck's Geschichte. ^
