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Gcnoucva fand eine Felsenhöhle, und die Vorsehung führte eine Hirschkuh dahin, die mit ihrer Milch den Knaben und seine Mutter nährte, in der Höhle ihr Lager nahm, und sie erwärmte. Wurzeln und Beeren waren die Speise der heiligen Dulderin.

Wie lang erschienen ihr die Winternächte! Wie hat sie wohl nach Sonne ausgesehen, Die ihr den lieben hellen Morgen brächte. Das klare Licht, die Tagesstunde schön; Wie rief sie an die Jungfrau, die gerechte: Ihr doch bei ihrem Kinde beizustehen, Damit es ja zu ihr und Jesu Ehre Ei» frommes Vhristenkind erfunden wäre.

Sie drückt es oft mit Zähren an die Brust, Damit die Gliederten: ihm nicht erfrieren, Und wenn's vor Kalte zittern dann gemußt, So konnte sie oft nicht den Schmerz regieren; Es ist in wilder Wüst' all ihre Lust, Und fürchtet, es so schrecklich zu verlieren; Du leidest mit mir, hat sie dann gesprochen, Du wirst gestraft, und hast noch nichts verbrochen.

Sie dachte wieder dann an Jesu Wunden, Und was er für der Menschen Sund' gelitten; Dann fühlte sie so Herz und Geist gesunden, Und muth'ger ward der Kampf alsbald gestritten: Also verschwanden ihr gar viele Stunden, ' Und Monden, Jahre, unter brünst'gen Bitten

Und hcil'ger Andacht, ihres Kind's Erziehen, Indessen sieben Frühling auferblühen 2").

So lebte sie sechs Jahre und drei Monden wunderbar erhalten, und Schmcrzenreich erwuchs, in vertrautem Umgange mit den Thicrcn des Waldes, schön und fromm, wie seine Mutter. Syssrid war inzwi­schen zurückgekehrt, von der Unschuld seiner Gemahlin überzeugt, von seinem Gewissen gequält, von dem Geiste des gemordeten Dragoncs zur Rache gemahnt worden, und fand nirgends Linderung seines Kummers. Emst verfolgte er auf der Jagd ein Wild; es war die wohlthätige Hirschkuh; sie führte ihn an die Wohnung d°r Scinigen; er erkannte seine Gemahlin, ließ sie auf die Burg Symmcrn tragen, und freute sich der wieder­gefundenen und seines Sohnes mit dem ganzen Lande, aber nur drei glückselige Monden. Sie starb den 2ten April 760, und die Hirschkuh bald darnach auf ihrem Grabe. Der Pflalzgraf ließ an der Felsenhöhle eme Capelle erbauen; der Bischof von Trier, Hyldulph, der zu Ochtcndung (3fdendinge) wohnteweihte sie zu Ehren der Mutter Gottes, und nannte sie.^ Unser lieben Frauenkirch""). Dahin erhob man w marmornem Sarge die Hülle der heiligen Genoveva, und der Bischof begabte das Gotteshaus mit vier- i'gtagigem Ablaß. Blinde und Stumme bekamen dort Gesicht und Sprache wieder, und an den hohen Festtagen geschahen Wallfahrten dahin bis in späte Zeiten. Syssrid und Schmerzenreich entsagten der ^°lt, legten Pilgerklcidcr an, und verfügten sich in die rauhe Wildniß, allda Gott zu dienen, bis an ihr "de. Eine Steinschrift in der Frauenkirche, jetzt kaum etwas lesbar, besagt: daß Genovcven's Ge-

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20) NieH. z^l> d^ser Genoveva ist eine andere Heilige dieses Namens zu unterscheiden, die in 6ten Jahrhundert in Pa­ris leks» », ^, , , , ^ ^ , , » _, -^ ______ i»^.^«^ 7?i^«,i<!

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ten Hälfte des siebenten Jahrhunderts; die Sage wäre demnach früher zu setzen. Man hat von einem Heerführer «s Kaisers Karl Wido, vermuthet, daß er ein Anführer der Grafen von Wied gewesen seyn könne, der Name

war ursprünglich kein Personenname.