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922. auch in Kublenz eine, von viele!! Bischöfen und Acbten besuchte, Kilchcnvcrsammlung, welche hauptsachlich die Kirchenzucht betraf.
In dieser Zeit herrschte in Niederlothringen ein Graf Nichwin, von dem, in der Folge mehr vorkommende, denkwürdige Geschlechter abstammten.
Während der Regierung Heinrich's I. wurde Teutschland, und die obere Nheingegend, bis in das Tricrische Gebiet, von Ungarischen Streithaufen feindlich überfallen, bis dieser große Wohlthätcr des Vaterlandes die Ungarn bei Merseburg schlug. An dieser furchtbaren Schlacht hatten verschiedene Grafen aus den Nheinlanden unter ihrem Stammverwandten, dem Herzog Eberhard von Rheinfranken, Thcil genommen -°). Heinrich's I. Sohn und Nachfolger auf dem Teutschcn Königsthrone, Otto I., wurde in einen Krieg mit den mächtigen Fürsten unsers Landes und Lothringens verwickelt, der nur durch Zwietracht unter diesen selbst glücklich für ihn ausschlug. Otto's I. Schwager, der Herzog von Lothringen Gisclbert, und Eberhard, der nach der Krone trachtete, verwüsteten mit ihren Schaarcn das Kölnische Gebiet, gicngen darauf über den Rhein, und plünderten und verheerten unfern ganzen Landstrich, weil er Fränkischen Grafen angehörte, die, wiewohl Ebcrhard's Blutsverwandte, doch seine Gegner und dem Könige treu waren. Mit großer Beute beladen, sandten sie endlich den einen Thcil ihres Heeres nach Andernach hinüber; Eberhard aber und Giselbcrt verweilten diesseits mit einem kleinen Hccrhaufen. Der König Otto hatte sie in die Acht erklärt, und Hermann von Baicrn zum Pfalzgrafen bei Rhein ernannt. Dieser war eben, nebst den Grafen Uto (Udo) und Konrad 'Kurzbold (S. zu 889) von dem Könige mit kleiner Mannschaft gesandt, in den En- gcrsgau getreten, als ein armer Geistlicher ihnen weinend begegnete, und kund that, daß die Feinde ihn seines einzigen Besitzes, eines Rindes, beraubt hatten, und eben in einem nahen Gute sich bei Schmaus und Spiel ergötzten. Sic eilten dahin, und überfielen die Aufruhrer so unversehens, daß Eberhard, nach einem verzweifelten Kampfe, schwer verwundet fiel, und Giselbcrt zu Pferde in den Rhein sprengte, mit seiner schweren Rüstung aber untergicng °>). Graf Konrad Kurzbold ward nun Herzog von Franken. Er stiftete die Kirche zu Limburg, wo auch seine Reste ruhen. Nach seinem Tode folgte ihm als Herr in dem
948, Nicdcrlahngau sein nächster Blutsverwandter, Gebhard (Eberhard)^). Mit dem neuen Pfalzgrafen bei Rhein, Hermann I>, Herzog von Baiern, begann die Reihe der höchsten Rcichsbeamtcn und Verweser, der Pfalzgrafen im spätem Sinne. Auch Herr in dem Engersgaue, und Stifter einer Kirche zu Huinbach, bei Montabaur, starb Hermann 949 ^).
962. Der Kaiser Otto I. schenkte Güter an der Wied zu Heddcsdorf (Hcdenesdorp), um Rommcrsdorf,
nebst andern, dem Cäcilicnstift im Erzbiöthum Köln, wo sein Bruder Bruno Erzbischof war ").
955 Der bisherige Graf des Nicdcrlahngaues, und wahrscheinlich unseres Nhcinthalcs, Gebhard, oder
Eberhard, hinterließ diese Lande seinem Sohne oder Enkel Gerlach, auch Giso genannt, dessen Name hinfort in dem Isenburg'schcn Grafcngcschlcchtc gewöhnlich wird «2). Graf Gerlach, in Urkunden der folgenden Kaiser, in den Jahren 993, 1UN0, 1UU2, in welchen das Stift und Einkünfte zu Wcildurg und andere Güter an das Biöthum Worms vergabt werden, „Graf in dem Gaue Loganahe" genannt, ist wahrscheinlich der Stifter des Grafcnstammcs Isenburg. Er lebte noch im Jahre 1008 ^). Er war ohne Zweifel der Vater von Gerlach II. und Rcinbold I. (Rimbold, Nembald, Riginbold), die gegen die Mitte des eilsten Jahrhunderts erscheinen.
20) l'nlüsn Hill. ?u!at. c VII, Bei dieser Schlacht soll auch ein Graf Johann von Isenburg g, Wesen se«n.
21) l'ntnei- I. c p. I9S. Von der allgemeinen Annahme, daß diesseits Andernach der Ort dc<! Nebe, falls war, weicht Schmidt in der Gesch, Hess. Th. I, ab, und verlegt ihn nach Breisig unter Andernach.
22) G. bei 889 Anmelk, 3,
25) Lrnweri H,i„l. 1. Vogel's Archiv der Nassauttcken Kirchenacschichte S. 73. enthält die Stiftungsurkunde jener Kirche, wo auch der Isenuiirgische F>im,Ilsnn>ime Zliginliold unter den Zeugen steht.
24) c^'Ieü De 5<,1nn, mngüil, elc p, Z57, " 25) G. G,schlechtstasel III, Hierher die Kupfertafcl Nro. 1.
26) Zclio.nnnt Ni«t. >Vur!nut. Wcnk's Hess. kandesa,eschichte. Th. I. I.M.Krenier, UrigZ. Nas-, Loa. äipl. Ko. 66. 5ei.
