»»5 A>-?
»»>
«
62
Wl,
1197
1198.
1199.
che Köln, übergeben von Ludwig und seiner Erbrecht« Judith, Gemahlin des Markgrafen Dietrich von Landsberg ^). Köln zahlte 3,500 Mark, und Graf Dietrich trug die Güter zu Lehen. Ob dieselben durch eine Kunigunde von Wieb - Ncuerburg (S. 1152.) an das Hessische Haus gekommen, ob Wied- Ncucrburg jetzt mit Lambert (S. bei 1187.) erloschen, und Dictrich's von Landsberg und Sommcrscburg Schwiegervater, Landgraf Ludwig III., Ludwig's des Eisernen Enkel, etwa auf's Neue mit jenen Besitzungen von Köln belehnt worden, und ob jene Mechtild, die das folgende Jahrhundert als Gräfin von Savn und als Besitzerin von Wieb - Ncuerburg, durchlebt, nicht die Erbtochter von Wicd-Ncucrburg, für die sie gehalten wird, sondern Dietrich's von Landsbcrg und der Jutta Tochter, oder endlich, ob Mechtild von Landsberg die erste, und Mechtild von Wicd - Neuerburg die zweite Gemahlin des letzten Grasen Heinrich von Saun gewesen sey, und jene Landsberg'schen Lchengüter von ihrem Gemahl in lebenslangem Nießbrauch behalten, und mit Wied-Ncucrburg'schcm väterlichen Erbe, an Köln zurückgegeben und vermacht habe: über dem Allem schwebt eine Dunkelheit, die durch die folgenden Thatsachcn nicht ganz aufgeklart werden kann.
Unsere Rheingegend wurde, nach dem Tode des Kaisers Friedrich, und seines Sohnes Heinrich VI., abermals der Sammelpunkt folgenreicher Entscheidungen für Teutschland.
Der Sohn des von Friedrich abgesetzten Heinrich des Löwen, Heinrich, dem der Pfalzgraf bei Rhein Konrad seine Tochter Agnes gegeben hatte, war seit 1195 Pfalzgraf, und bemühte sich jetzt, seinen Bruder Otto zum Kaiser zu erheben Er reizte dadurch den Herzog Philipp von Schwaben, Friedrich's I. Sohn der nähere Ansprüche aus die Kaiscrwürde machte, zu Feindsecligkeitcn. Zu diesem Kriege bedurfte der Pfalzgraf Heinrich Geld, er verkaufte dcßhalb die Reichsvoigtci über das Erzstift Trier, an den Tricrschen Erzbischof Johann I. Die Urkunde darüber unterschrieb Ulrich, Graf von Ncuerburg ' -), und sein Sohn Gerhard von Ar. Darauf baute der Pfalzgraf Heinrich die Beste Thoraudt CNiuronia) an der Mosel bei Alken.
Die Bischöfe von Trier und Köln, von nun an Kurfürsten, kamen zu Andernach mit vielen Bischöfen und Grafen zusammen, und boten dem Herzog Bernhard von Sachsen die Kaistrwürde an; als dieser sie ablehnte, luden sie den Herzog Bcrtolf von Zähringcn zur Wahl ein. Wahrend deß hatte eine andere Fürstcn- parthei den Herzog Philipp von Schwaben zu Erfurt gewählt. Darüber entrüstet, forderten die Rheinfürstcn dcnZahringer nochmals auf, mit einem Heere gen Andernach zu kommen, und die Krone zu empfangen. Bcrtolf aber hatte sich von Philipp abfinden lassen, und kam an dem bestimmten Tage nicht. Die getäuschte Versammlung in Andernach erklärte nun Otto, des Pfalzgrafcn Bruder unter dem Namen Otto IV. zum Tcutschcn König ''«).
Nun erschütterte der Kampf der Partheicn unter den Gegcnkönigcn Philipp und Otto, Teutschland acht Jahre hindurch. Philipp gewann durch Sicilischcs Geld die meisten Großen, und den Herzog von Böhmen Primislav dadurch, daß er ihn zu Boppard zum König von Böhmen krönen ließ.
Mit starker Böhmischer Mannschaft gieng Philipp nun über die Mosel, um die geistlichen Kurfürsten von Trier und Köln zu züchtigen. Der Herzog Walram von Luxemburg und Limburg trug ihm die Fackel voran. Seine wilden Horden plünderten viele Ortschaften im Mcycnfelde, die Städte Koblenz, Remagen, Linz, Unkcl und Bonn, vorzüglich hart traf das Unglück Andernach, und die Ebene gegen Köln hin. Der Kurfürst von Köln hatte den König Otto IV. nach Sachsen begleitet. Philipp wagte es jedoch nicht, Köln anzugreifen, weil er die Annäherung der Brabanter fürchtete. Ein Lothringischer Hcerhaufe, scheinbar von Otto's Hülfsheer, hatte sich bei Andernach in Zelten gelagert, um bei Philipp's Ankunft zu ihm überzugchen. In der Zwischenzeit verübten sie ringsumher allerlei gottlose Dinge. So siengen einige Kriegskncchte an dem Kloster St. Thomas, bei Andernach, eine Nonne, entkleideten sie, beschmierten sie am ganzen Leibe mit Honig, walzten sie in Bettfedcrn herum, setzten die struppige Ungestalt verkehrt auf ein Pferd, und führten die
16) Die Urkunde in pancaßinikus (3klin. ^2nu5ci-. llallli,. Anhang No. 7. V. Schmidt'« Geschichte de« Großhcr- zogihum Hessen. Diese Iutha wird gewöhnlich für «ine Tochter des Landgrafen Hermann in Thüringen gehalten.
17) «uMii. «i«t. 1>ov. ^. I. auch hier kein Graf von Wied-Neucrourg, sondern von Nürburg (S. bei 1180 und 1190).
18) (3o6ofre<ii annale«,
!
