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Thcodorich von Wied, Erzbischof und Kurfürst von Trier, reiste in, Winter zu der denkwürdigen Kir­chenversammlung, die der Papst Innoccnz II. nach Rom in den lateranischen Palast berufen hatte.

Es trafen dort 470 Geistliche vom ersten Range, die Patriarchen von Constantinopel und Jerusalem, Stellvertreter der Patriarchen von Antiochia und Alexandria, Primaten, Erzdischöfe, Acbte, und andere Prä­laten, Gesandten von Köni^n und Fürsten aus allen christlichen Ländern zusammen. Die Hauptvcrhandlun- gen bestätigten den Kaiser Friedrich II., schrieben den Geistlichen Keuschheitsgesctze vor, bestimmten das Verbot der Ehe bis zum vierten Grade, setzten die Lehre des Katholicismus, besonders der Brodtverwandlung im Abcndmahle, fest, befahlen die Ohrcnbcichte, jährliche Provinzialsynoden, verdammten die Ketzer, namentlich die Waldcnscr, verboten die Stiftung neuer Mönchsorden, und beschlossen den Aufruf zu neuem Kriege wider die Ungläubigen.

Diesen Beschlüssen zufolge, regierte unser Erzbischof Theodorich in Trier mit Ernst und Strenge.

Noch immer aber dauerten die Unruhen der Anhänger Otto's IV. im Tricrschcn, ihre Räubereien und Feindsecligkciten gegen den Erzbischof fort.

Zur Abhaltung der Gegner, insbesondere des Grafen Heinrich von Nassau, von dem Tricrschcn Gebiete im Lahngau, erbaute Thcodorich 1217, die Beste Tabor, um welche die Stadt Montabaur <MnZ 1^- Kur) entstand. Zur Verteidigung der Burg gewann Thcodorich durch Nclchnungcn seinen Gegner, Heinrich von Nassau, Hermann, Ritter von Bodcndorf, Gcrard von Dcrenbach, und andere. Den Namen gab er ihr nach seiner 1221 in das gelobte Land unternommenen Reise.

Inzwischen waren zu dem fünften Hauptkreuzzuge nach Palästina große Zurüstungcn am Rhein, in Hol­land, England, Frankreich, und von dem Könige Andreas in Ungarn, gemacht worden. Nach Frankreichs erster 5hatenreichen aber unglücklichen Kreuzfahrt hatten die Könige Richard Löwenhcrz von England, und Philipp II. von Frankreich, dem Sultan Salaheddin die Festung Ptolemais (1191.) entrissen, welche nebst einigen ande­ren Seestädten der Palästinischen Küste in den Händen der Christen blieben. Jerusalem aber war verloren. Ein neues deutsches Krcuzhccr (1196.) eroberte Barut, und verlängerte den Waffenstillstand. Von Zeit zu Zeit wurden Verstärkungen dahin geschickt, unter deren Befehlshabern der ritterliche Graf Georg von Wied schon seit 1208 sich hcrvorgcthan haben soll. Nach dem Gelübde aber 1215 zog er nebst Gcrlach von Isenburg mit Mannschaft aus ihrem Lande, aus dem Tricr'schcn, Köln'schcn und aus Bremen " °) nach Holland, schiffte sich mit dem Grafen Heinrich von Holland nach England ein, sccgclte von da nach Portugal, half, auf Bitten der Stadt Lissabon, die Festung Alcazar erobern und vier maurische Fürsten schlage»,. Von da fuhr die Flutte nach Acgypten. Graf Georg verdiente sich einen großen Antheil an dem Ruhme dieses Hülfsheercs der Christen, welche (1219.) Damiate eroberten, wiewohl nicht lange gegen die Ucbermacht des Sultans von Aegyptcn be­haupten konnten.

Zu den in dem heiligen Lande von den abendländischen Christcnkämpfcrn gestifteten Ritterorden der Johanniter und der Tempelherren, kam seit 1190 auch der Orden der Teutschcn Ritter oder der Kreuzhcrrcn, der Brüder des Teutschen Hauses unserer lieben Frauen zu Jerusalem. Der erste Ordcnsmeister war Heinrich Walpot von Bascnheim ").

Für diesen stiftete der Erzbischof Theodorich, mit Zustimmung der Canonikcr St. Florin's, zu Koblenz einen Sitz (Valley) mit gewissen Einkünften. Zeuge in der Urkunde war des Erzbischofs Bruder, Mctfried (Maffried), Graf zu Wied (S. bei 1179), ArchidiakonuZ zu Trier, Probst zu St. Paulin ").

Der Erzbischof Thcodorich erließ seine Wicdischen Weinzehntcn zu Gladbach, und der Graf Heinrich von Isenburg (S. bei 1213.) die scinigen daselbst, dem nahen Fraucnklostcr Wölfersbcrg,

Theodorich's Bruder, Lothar von Wied (Widhe") unterschrieb mit Heinrich I. von Isenburg einen Brief, nach welchem ein Adlicher auf der Isenburg, Heinrich (Burggraf, nnni^eiiaUz), der Abtei Romers-

10) Li'o^vei-i ^,»l,2l. Irevir.

12) Lroweri. 1. c NontK. llilt. Irev

11) Konrcit's Tricrischc Gesch,, S, 196, äixl, 1. I.