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tcn des Kaisers Ungunst empfinden, weil Siegfried von Eppcnstein, Kurfürst zu Mainz, Arnold's Mutter- schwestersohn, ein eifriger Diener des Papstes Innoccnz IV. und folglich des Kaisers Gegner war. Rudolph erhielt von dem Kaiser die Bestätigung als Erzbischof, besetzte darauf die Stadt Trier, und gestattete seinen Söldnern Plünderung und Mißhandlung der Freunde Arnold's. Darüber aufgebracht, griff das Volk für Ar­nold zu den Waffen, und trieb Rudolphen aus der Stadt. Zwar wurde sie von den Lothringern und Say- ern belagert, blieb aber Arnolden treu, und schlug alle Angriffe ab. Endlich verglich man sich, und Arnold blieb Erzbischof. Innocenz schenkte ihm das Pallium (gewöhnlich 40,UU0 Flor in Preis). Seine Ncgie- rungszcit blieb jedoch unruhig und schwer; nicht allein die Zerstörungen hatte er zu heilen, auch der König Konrad IV. und ein Thcil der Geistlichen waren wider ihn; auch die einzelnen Parteigänger unter den Rit­tern mußte er bekämpfen, welche seit Friedrich I. das Faustrecht übten ").

Der Erzbischof Arnold untersicgclte auf Verlangen seines Oheims Lothar von Wied die Urkunde, kraft 1242, welcher dieser seine Wicdischen Lehen seinen Neffen Bruno II. und Theodorich übergab. Die Handlung geschah im Schlöffe Wied, den 5tcn März. Unter den Laicnzcugcn, Dicnstadclichcn, steht auch eine Mechtild von Holbrucke«°). Die Grafen Bruno II. von Iscnburg-Braunsberg, und sein Bruder Theodorich auf Iscn- burg, thciltcn seitdem mit ihren Vettern, den Grafen von Eppenstein, die Grafschaft Wied in zwei Halsten. Die letzten erhielten auch das Schloß Nieder-Wied zum Theil; jene theilten ihre Halste wieder zu zwei An­teilen; den einen Antheil Theodorich's besaß das Haus Nieder-Isenburg bis in das Jahr 1664.

Der betagte Graf Lothar von Wied starb den Isten März, und ward in Romcrsdorf beerdigt. Seine Wittwe Luckard ließ neben ihm auch ihre Grabstätte bereiten, und schenkte der Abtei zu dem Vermächtnisse ihres Gemahls von sechs Maltern Kornzins zu Wolfendorf (Wollendorf) noch eine Mark Zins von ihren- tern zu Hasclbach «2).

Der verlassenen Grafschaft Wied blühte in der Verbiüdimg einer der Erbtöcl,tcr Theodorich's !,' Wied mit dem Ncinbold'schen Stamm der Isenburgschcn Grafen ein neues erlauchtes Geschlecht aus.

Das Siegel und Wappen des Grafen Lothar, das älteste vorhandene, bestand 1218 nur in einem Schild mit fünf schrägen Balken; 1229 findet sich in denselben noch kein Pfau ^).

Der Pfau ist also in dem Wicdischen Wappen späterer Zusatz, und laßt weder auf Abstammung der Grafen von einem altadelichcn Geschlcchte in Kölnvon der Poy", noch von einer Römischen ßenz I^'onia, zurückschlicßcn, die den Pfau als Sinnbild des Lebens (Viru) im Wappen geführt, und ihre Besitzungen im Engcrsgau davon Witte, Widhe, Wedc, Weide, Wied, genannt hätte ^°). Die eigentlichen Wappen oder Wafscnbilder entstanden in Teutschland erst mit dem Nitterthum; Turniere machten Kennzeichen nöthig. Vielleicht leitete den Erfinder des Wicdischen Pfaues der Name Weda, Weide, der die hausig gebaute Blau- farbcpflanze (S. Kap. 6.) bezeichnet, auf den blauhalsigen Vogel, desto willkommener, je würdiger das glän­zende Zeichen des Bezeichneten war. Der weiße niedergeschlagene Pfau war dann eine spätere sinnreiche Er­findung zu den rothcn Säulen des Isenburgcrs und zu dem Thurme von Nunkcl. Den Pfau mit nicdcrge- ftnttem Schweift hat jedoch ein Heraldikcr auch für einen Wiedehopf gehalten, da ihn der Name Wied auf dieses Symbol leitete.

61) Lrow«. H,un. I'rev. <3e«w Irev.. IV^i-t, p. 249.

62) Fischer, No. I^XXII. 63) Günther, Uck. von Romcrsd. Manuscr.

64) Siehe die Münztafel No. 2-

65) HuntK. Hi^ 1>ev. Qelen äs aämir. llnl. ^gripp. n«3'"t. 11, 35, 200. Lpenei- Iiizi^nimn. ox. Neralä.

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Neck's Geschichte.