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we Elisabeth als Rcgcntin übernahm sein Bruder, der Kurfürst Hermann, die Vormundschaft über die Kin­der zu deren großen Vorthcil. Der junge Graf Philipp wurde nebst seinen Brüdern: Johann IV. und Fried- 1564. rich, dem Jüngeren, der jetzt Domherr in Köln ward, von dem Erzbischof Johann IV. zu Trier mit drei Vicrthcilcn des Schlosses Dicrdorf, mit der Vcstc Rohrbruch, mit dem Kirchcnsatzc zu Dicrdorf, Pudcrbach, und Bieder, mit den Hosen zu Nückcrodt, Mcyscheidt und Ro5e ?c. belehnt, und zum Erbburggmfcn des Tricr'schen Vicrthcils an der Burg, Beste und Freiheit zu Dierdorf ernannt ").

Der Graf Salcntin von Isenburg, Herr zu Ncumagcn, Oheim des regierenden Grafen zu Isen­burg-Grcnzau, Heinrich des Acltcrn (S.1502, 1530), errichtete mit seiner Gemahlin Elisabeth für seine Kinder eine Theilungsurkunde über alle seine unbeweglichen Güter. Nach seinem Hinscheiden sollte sein ältester Sohn Anton das Hans und dir Herrschaft St. Johannesburg, im Hcrzogthum Luxemburg belegen, vollkommen sür sich und seine Leibcscrbcn besitzen; sein zweiter Sohn Salcntin das Haus und die Herrschaft Ncnmagen in dem Stifte Trier mit allen: Zubehör erhalten, seinem Bruder Anton aber von den Weingcfäl- len zu Ncumagcn jahrlich zchn Fuder, und scincm Brudcr Heinrich drei Fuder abgeben. Heinrich sollte das Haus und die Herrschaft Nroich, und den Hof Scchcndorf (S. 1522), den Zehnten zu Linkcnbach, ein Fuder Hafer zuOrbach" und hundert Gulden Manngeld von dem Erzstistc Köln ans dem Zoll zu Linz und dem Hanse Bruch, bekommen. Seine beiden ältesten Söhne sollten ihren Bruder Wilhelm und ihre Schwestern getreulich und brüderlich fördern und bedenken, damit Wilhelm, mit geistlichen Pfründen und Gaben versehen, im geistli­chen Stande bleiben könne, wenn er aber dieses nicht wolle, ihn versorgen. Ihre Schwestern Anna und Jutta sollten sie versorgen, und bei ihrer Vermahlung mit ziemlichen Summen Geldes ausstatten. Sie sollten die Schulden auf den sammtlichcn Besitzungen gemeinschaftlich tragen, und auf deren Tilgung, besonders wegen der Herrschaft Schcllene, bedacht sevn. Heinrich der Jüngere, zur Unterscheidung von Heinrich ui Isenburg-Grcnzau so genannt, schrieb sich in der Folge Graf zu Isenburg, Herr zu Ncumagcn, St. Iohannesberg, Verbürg, Zollvern u. s. w. -').

Inzwischen hatten die Wiedertäufer, meist ans den Niederlanden in Münster zusammengeströmt, un­ter Johann von Leiden alle gesetzliche Ordnung daselbst umgestoßen, die Andersgesinnten vertrieben oder ge­mordet , ein neues Zion voll schändlicher Dinge gestiftet, und befeindeten die angrenzenden Lande. Der Bi­schof Franz vermochte nichts über sie. Da verband sich der Erzbischof Hermann von Köln, als Administra­tor von Paderborn und Münster, gegen sie mit dem Herzog Johann III. von Eleve, und mit dem Kurfür­sten von Sachsen Johann Friedrich in dem Lager vor Münster, und vcranlaßte eine Fürstcnvcrsammlung zu Koblenz (vom 1. Nov. bis 13. Dccbr.), wo ihm 300 Reiter und 3,000 Krieger zu Fuß, zur Belagerung von Münster zugesichert wurden - ?). Nach dem Schlüsse dieser Zusammenkunft wurden die Anabaptisten in Münster erst zu gütlichem Vergleiche crmahnt; sie anrwortctcn aber (d. 10. Jan.), sie blieben der göttlichen 1535. Wahrheit treu, und bedürften keines Schiedsrichters 22). Zur Unterhaltung der Belagerer vor Münster vcr« willigte der Reichstag zu Worms im April 100,000 Gulden. Im Iunius wurde die Stadt erobert, und oie verbrecherischen Häupter der Anabaptisten gransam hingerichtet.

Am ersten desselben Monats starb schon Hermann's Neffe, der Graf Philipp zn Wieb; die fchvnc Hülle des Jünglings nahm die Kirche zu Romcrsdorf auf-'). Hermann machte nun für die beiden iibrigen Brudcrssöhne, Johann IV. und Friedrich, eine Erbthcilung, nach welcher jener die Herrschaften Wicd, Nunkel und Isenburg allein crthcilt, und der geistliche Friedrich Olbrück, welches wieder angekauft werden sollte, und ein Iahrgcld bekam. Die erledigte Pastorei Hcddesdorf besetzte der Erzbischof mit einem Grafen Heinrich von Stollberg ^°).

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35) Fischer, No. 5llxxxl. Archiv zu Neuwied. 56) Fischer, N. 5I.IV.

3?) Lion-eli H,nn. I'rev. Van Alpen a. u. O, Th. II, 466, 28) 3eHenä. III. 8ct. 8.

29) Nein Vild auf dem Grabsteine. S. Fischer am Ende.

-t0) Archiv zu Neuwied.

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