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die Stadt Antorf (?lntwerpen) ihm jährlich, so lange er lebte, zu zahlen angewiesen wurde, und m dem folgenden Jahre durch eine Verschrcibung versprach «').

In diesem Jahre verließ der Graf von Isenburg-Grcnzau Verlach III. das Zeitliche. Sein Kör­perwurde zu Hauscnborn beerdigt'"). Von seinen Kindern vermählte sich Heinrich, der Aelrere (S. 15,26), mit einer Gräsin Margaretha von Werthcim, und ward Vater von drei Söhnen: Johann, Friedrich Valen­tin VI. und Anton; der letzte starb minderjährig. Gcrlach's III. zweiter Sohn, Johann, stand als Geistli­cher in Trier; der dritte Arnold, vermählte sich mit Antonia Pcnclope von Vredcrode, blieb aber, so wie seine Schwester Franzisca, Gemahlin des Freiherrn von Nodcrmachern, kinderlos. Ihr Bruder Gerlach ward De- chant zu St. Gereon in Köln, Bertram Canonicus, Wilhelm Ritter des Tcutschcn Ordens ").

Als von einem Theile der hohen Rcichssürsten, welche der Kaiser zu Ende des Jahres nach Köln be­rufen hatte, sein Bruder Ferdinand zum Römischen König erwählt worden war, ungeachtet des Einspruchs, den die evangelischen Fürsten von Schmalkaldcn aus durch den Sächsischen Kurprinzen Johann Friedrich thun ließen, wobei sie die Wahlhcrrcn einer kaiserlichen Bestechung bczüchtigtcn, und an ihre Rechte crinner-

1531, ten: so verrichtete der Erzbischof Hermann Fcrdinand's Krönung. Der Erzbischof Richard von Trier er­lebte diese nicht; dieser gelehrte, hclldcnkcndc und kriegerische Freund Hermann's, dessen Gesinnungen in Be­treff einer Kirchcnverbesscrung er zu thcilen schien, hätte bei längcrem Leben vielleicht für diefe erfolgreicher mitgewirkt.

1533, Hermann, der Friedfertige genannt, der milde Vater seiner Unterthancn, zeigte nur gegen Volksem-

pörungen sich strenge. Von dem Domkapitel zu Paderborn zum Bischof erwählt, strafte er die Lmhcra- ner, die seit 152Z sich daselbst vermehrten, weil sie die Bilder, Denkmähler und Bücher aus den Kirchen weggenommen hatten, um 2,000 Gulden, und nöthigte sie zu dem Versprechen, Luthcr'n nicht mehr anzuhan­gen. Als sie aber bald darauf mit Gewalt Rechte und Vorzüge zu behaupten suchten: zog er mit 1,000 Mann Dragonern und Fußkriegcrn, am neunten October in Paderborn ein, vertrieb, gereizt von den Dom­herren, entrüstet über die Gcwalithätigkcitcn des ncuerungssüchtigen Pöbels, die Lutheraner, ließ ihre Predi­ger und sechzehn Bürger gefangen setzen, und verurtheilte diese zun, Schwerdte. Doch ließ er die zwei aus dem Gefängnisse nach Soest entwichenen Geistlichen, Johann Musing und Christoph Dan, gehen, und, als man ihn für die scchszehn Vcrurthciltcn auf der Richtstättc cmflchete, und der Scharfrichter das Schwerdt den Richtern mit den Worten darreichte: er wolle seine Hände nicht mit dem Blute Unschuldiger beflecken: so begnadigte Hermann sie alte. Indeß gab er (d. 16tcn Octbr.) eine scharfe Ordnung wider die Luthe­raner--). Späterhin sagte er: er habe das Bisthum Paderborn gegen seine Neigung übernommen, nnd nur auf das Dringen des Domkapitels wider die frommen Leute Ernst gezeigt ^').

Sein Bruder, der Bischof Friedrich zu Münster, behandelte die Evangelischgesinnten in seinem Spren­gel schon seit 1523 weit schonender, als es die Geistlichkeit erwartete; ja, er schien stlbst die Reformation zu betreiben. Vielfach dcßhalb von dem Domkapitel beleidigt, öfter kränklich, zuletzt über den wachsen­den Unfug der Wiedertäufer in Münster bekümmert, folgte er dem Nathe des Kurfürsten Johann von Sachsen, entsagte dein Bisthume, weil er lieber dieses geistliche Amt nicht bekleiden, als wider sein Gewis­sen gegen die Untcrthanen Gewalt brauchen wollte, und begnügte sich, als Probst von Bonn und Mastricht, in jener Stadt zu leben ' ^). .

Zwischen dem regierenden Grafen zu Wied Johann III. und dem Grafen Johann VI. zu Sann erneuerte sich abermals der Streit wegen des Dorfes Irlich (S. 1504), da Sann es seinen Leibeigenen da­selbst verbot, dem neuen Herrn von Wied zu huldigen. Dieß war der Graf Philipp (S. 1506), ältester

1533. Sohn Iohann's III. Johann verließ bald darauf (d. 18. Mai), zu Wied das Irdische. Mit seiner Witt-

29) 5Ie5l.°v. I, o, Archiv zu Neuwied, . 30) Fisch", N«. 1 ist sei,, Grabsteinbslb.

31) Fischer. 22) 3e°Ke«<.lOrll. 8ax, Hi°t, I.utl>. III. Q^-tru« (^run,

33) «rchiv zu Neuwied. 34) 3e^en6, 1, c, I., III. Zct, 27.