156

Spcier geglimmt, 1614 in dem Würtcmbcrg'schcn sich geäußert hatte, und auch jetzt größtenthcils von Katholik ken untcrnonnnen wurde, die, wie Luther erklärte, die evangelische Lehre nur zum Vorwand ihrer Ausschwei­fungen bekannten °^).

Die Empörung der Städte Boppard und Oberwescl nöthigte den Erzbischof von Trier, dem Pfalz- grafcn Ludwig 1,200 Fußkriegcr und 800 Reiter zuzuführen.

Unruhen in Trier selbst durch Forderungen der Evangclischgcsinntcn, wurden dicßmal bald gestillt "). 15ZF. In einem Treffen dieses Krieges bei Kcstcnholz in Elsaß fand 1525 der Graf Wilhelm, Bruder Gcrlach's III. vonIsenburg-Grenzau (S. 1458), Kurtricrschcr Amtmann zu Saarburg, seinen Tod °-).

Mit Gerlach III. und seinem Sohne Heinrich dem Acltcrn (S. 15U2), errichtete Gras Wilhelm III. zu Wicd und Mors (S. 1506) eine gegenseitige Ucbcrcinkunft (Compromiß), als er, nach Martini, seinem Bruder Johann III., regierendem Grafen zn Wieb und Isenburg, Herrn zu Runkel, das Runkel'schc Haus auf Iscnburg, mit Zubehör und Gerechtigkeit übergab °°).

Mit diesem neuen Besitze, so wie mit dem Wicdischen Hause auf Iscnburg, wurde der Graf Io- 15^7. hann III. von dem Abte Hartmann zu Fulda belehnt. Diese Anthcile an Iscnburg werden in der Urkunde Güter beständiges Erbkaufs, für männliche und weibliche Nachkommen, genannt °°). Johann unterhan­delte jetzt einem Verkauf der Burg, Herrschaft und Waldpotci Rcichcnstein mit den Lchnsinhabcrn derselben (S. 1408), und die Einlösung des Gutes Dlbrück von den Waldpotcn und Brcitbachischcn Erben °").

Als auf dem Reichstage zu Spcier (im März und April) die Stimmenmehrheit eine Kirchcnvcrsamm- 1533. lung begehrte, und, wenn der Papst dagegen wäre, den Kaiser um Ausschreibung eines National-Conciliums zu ersuchen beschloß, den Evangelischen aber bis dahin zumuthctc, jeden Fortschritt dcr neuen Lehre zu un­terlassen : so stimmte dcr Erzbischof Hermann zwar auch für eine Tcutsche Kirchenvcrsammlung; seine Ge­sinnung aber ncigtc sich mehr zu dcr Behauptung der Evangelischen, daß ihre Lehre durch kein Mcnschcnur- theil verdammt werden könne, da sie Gottes Ehre, die Freiheit dcr Gewissen, und dcr Seelen Wohlfahrt betreffe. Sie protcstirtcn gegen jenen Beschluß, und auf Melanchthon's Nath geschah diese Protestation auch für die Evangelischen der Schweiz. Dcr Kurfürst Hcrmann hoffte von einer Kirchenvcrsammlung noch die Herstellung einer gereinigten Rcligionsvcrfassung, ohne Trennung von der katholischen Kirche, wie sie nämlich scyn sollte. Diese Trennung haßte er, erklärte sich dcßwcgen wider Luthcr's Gcwaltschritte, und suchte das Feuer des neuen Geistes in seinem Gebiete mit Scharfe zu unterdrücken. Diese Ansicht der Dinge würde ihn zwar einigermaßen entschuldigen, doch aber sein ehrwürdiges Leben nicht von dein Flecken reinigen, wenn es erwiesen wäre, daß mit seinem Willen ein Peter von Flcistedcn und Adolph Elarcndach in diesem Jahre, zu Mclatcn bei Köln, den Feuertod erduldeten, weil sie, jener in Jülich, dieser in Berg, das Evangelium nach Luthcr's Lehre verkündet hatten^). Noch zu Augsburg, wo ihn die Darlegung des Bekenntnisses dcrEuan- ISZo. gelischcn (d. 25. Julius) ergriff, erklärte er sich nicht für Luthcr's Parthci, wohl aber entschied er sich für Me­lanchthon's sanften Mittelweg, den indeß auch Luther im Octobcr 1520 zu Marburg in einem Vcrcinigungs- artikcl mit Zwingli genehmigt hatte, und ließ den Protestanten bei dem Ncichstagsabschicd seiner friedlichen Gesinnung versichern. Dcr Kaiser sicherte ihm aus besonderer Huld 6,000 Goldguldcn Iahrgcld zu, welche

l

22) 8ecKeüä. 1c, I., II. 50t. 2. 23) 6rmv?» Hnn. I'rev. 24) Günther, Mnscr.

25) Fischer, N°, l^XI^IX. Da die Grasschaft Mors nach Wilhelm's zu Wieb und Mors bevorstehendem Tode keinem männlichen Leibeserben zufiel, Johann III. zu Wieb der nächste Seitenverwandte war, und auf Mors nicht verzichtet hatte: so betrieben feine Nachkommen den Anspruch auf jene Besitzungen viele Jahre hinfort.

26) Fischer, N°, l^IX. 2?) Archiv zu Neuw.

28) Mor«. p. 137. Van Alpen, Geschichte d,s Frönt. Rheinufers, Th. II. S. 709. Clarenbach aus Lüscherhof bei Lcnnep, gelehiter Ttzeolog, war Vonrector zu Münster l3M bis 2Z, sprach schon dort wider päpstliche Mißbrauche, stand dann in Wesel bis 15öZ, predigte darauf in Osnabrück, Lcnnep u. a. O,, und machte sich um das Evangelium

sehr verdient licck's Geschichte

20