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gionsdicncr den christlichen Sinn und Wandel Hcrmann'Z I. Verbote des herrschenden leichtfertigen und üppigen Wesens, die strengen Rügen des wilden sträflichen Tanzens (ILO!), die Geistlichen - Convcnte ;u Vbcrbieber (1616), zu Hcddcsdorf (1630), zu Rcngsdorf(163l) und die ernsthaften Befehle Fricdrich's (1643. 46, 48), uin der großen Unsittlichkeit in den Kirchspielen zu steuern, fruchteten wenig; denn der Sonmag, der Festtag und jede frohe Begebenheit, sogar Sterbefalle in den Familien, wurden mit Völlerei begangen, und in der harten Kriegszcit vergieng doch die Sucht zu schwelgen nicht. Nicht wenig trug zu dieser Sittenverwilderung auch der häufige Wechsel der Geistlichen in unfern Kirchspielen wegen grober Vcrgchungen, und die Absetzung der Schullchrer um ihrer Ausschweifungen willen, bei. Die Kirchspiele Feldkirchcn, Rengs- dorf und AnHausen haben besonders ein unlöblichcs Andenken in dem Archive liegen. Rcngsdorf, wo die Kirche seit 1641 im Bau war, wird vor andern der überhaudgenommencn Unkeuschhcit bczüchtigt. Auch in dem Kloster Nomersdorf hatte die Untersuchung im Jahre 1500 das unhcilige. Leben nicht gebessert; der Klagen deßhalb geschahen mehrere; so bat 1546 Simon Scheffcr von Hcimbach dcn Grafen Johann lV. zu Wied um Hülfe, daß seine Frau, eine natürliche Tochter des Abts zu Nomersdorf, die wieder in das Klostcr mtlaufen sey, ihn, ausgeliefert würde.
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Ein und zwanzigstes Kapitel.
Von 1649 bis 1698.
Nach dem Abschlüsse des Westfälischen Friedens bezog ein kaiserliches Reiterregimem unrer dem Obersten Grasen Fürstenbcrg, in der untern Grafschaft Wied, und Schwedisches Volk in der öderen, Winterquartiere; über den Druck und vielfache Gcwaltthatigkeiten diefer Schaarcn, die noch in dcm folgenden Jahre verweilten, klagten bei dcm Grafen Friedrich besonders die Dörfer Fahr, Wollendorf, Gönncrsdorf, und über die Schweden Grcnzhauscn, mit der Umgegend ^). Auch aus den Tricr'schen Acmtern diesseits des Rheins kamen an das Domkapitel „stattige Clagen wegen der einauartirtcr Schwedischen und großer <Ie5orclrt!, so sie verüben." Man trug auf gemeine Vcrpflcgungs-Vrdonanz an, womit „die arme Leuth bcy hau') bleiben können, undt nicht ctwan ein Ussstandt erfolge -)."
Friedrich setzte den Ausbau seines Schlosses zu Neuwied fort, und zu der neuen Stadt rcihcte sich in der Schloßstraßc und Rheinstraße Haus an Haus, so daß sich allmälig Häustrverbindnngen in ungleichen Gevierten, mit inneren Räumen für Höfe und Garten, von außen durch breite Straßen getrennt, die von dem Rheine nach Nordost schnurrecht angelegt wurden, zu gestalten anffengen.
Friedrich's Bruder, Moritz Christian, regierender Herr der oberen Grafschaft, gewann nun durch den Tod der Gräfin Julian« Elisabctha, Hcrmann's II. Wittwc (E. 1631), das Schloß und die Witthumögüter des Amtes Dierdorf zurück. Er veräußerte das Dorf Vbcrdiefendach, fammt der Bcsclicher Mark - und Atzungö- gcrechtigkcit an den Grafen von Hadamar, Johann Ludwig (S. 1644,45), der seitdem in jenem Torfe das katholische Kirchcnwcscn einführte; kurz darauf auch das zu Westlich gehörige Collectcnwcht nebst der Hoheit und dcm Eigenthume der Wälder Morsch, Hengen, den Hof Wicdbach uud Brcidcnbach -). Au diesen Grafen als kaiserlichen Gchcimenrath und Commissar des Kaisers Ferdinand III. bei den Friedensverhandlungen zu Münster, dem dieser für geleistete Dienste 100,000 Thaler bestimmt hatte, zabltcn die beiden Grafen zu
1) Arch. zu Neuw.
L^ r. ^ülmal'n Collect ,
2) Wyttenb. Gesch, u, Trier, R. ^.
