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Wied, zufolge der Einiheilung des Reichspfenningmeisicrs in Frankfurt 9,600 Gulden. Um gew^. Verbindlichkeiten gegen die Graft» von Hatzftld, Moritz und Christian, für Dienstleistungen zu erfüllen, schenkten Friedrich und Moritz Christian zu Wird ihnen den Zehnten und die Gerechtigkeiten an dem Gcucher Hofe zwi. sehen Heddcsdorf und Engers. Ihre Schwester, Elisabeth Katharina (S. 1628), die sich jetzt mit dem Frei­herr,! Wilhelm von Paland vermählte, wollten sie, dem Wiedischen Hausgesetze gemäß, ausstatten. Sie Zicng aber bald darauf in Wien zur katholischen Kirche über, und zerfiel mit Friedrich. Ihrer verstorbenen Tante, Gräfin Aemilia (S. 1621), Gemahl, Wilhelm Wanitzky, verzichtete auf alle Anforderungen wegen derselocn an Wied. Dagegen setzte Johanna Walburgiö (S. 1642) ihren Streit wider Friedrich sort ^).

In kirchlichen Angelegenheiten bewirkte der Exccutioushauptreceß zu Nürnberg auch für die Evange­lischen in unserm Lande die Erlösung von Bedrückungen, zu denen die crzbischöfliche Lehnshcrrfchaft dnrch das ". stitutionscdict von. 1629 sich berechtigt gehalten hatte. Der neue Coadjutor des Erzstists Trier, Karl K.wpar von d.'r Leyen, Gesandter bei jenem Rcichseonvcnt zu Nürnberg, bewirkte es, daß endlich auch die Kaiserlichen aus der Festung Ehrenbreitstcin abzogen. Die Burg Hammerstcin aber blieb noch von Lothrin­gern besetzt, da der Herzog von Lothringen mit Spanien verbündet den Krieg wider Frankreich fortsetzte.

Bei jener Reichsdcputation zu Nürnberg zu Vollziehung der Wcstpfähschcn Fricdcnsbeschlüsse be­wirkte der Gras Friedrich zu Wied in Betreff seiner von Kurtricr entrissenen Gerechtsame in dem Dorfe Irlich, dasi zu Wiedereinsetzung desselben binnen drei Monaten in seine Rechte "eine Commiision auf Kurköln und auf die Stadt Frankfurt ernannt wurde. Zur Erhärtung seiner Nechtsfordcrungcn ließ Wied durch einen Notar vierzehn Zeugen in Irlich abhören, nach deren Aussage die Irlichcr, jederzeit den Grafen zu Wied zu folgen schuldig, in dem Normaljahrc 1624 zu der Wiedischen Landsteucr des Kirchspiels Feldkirchen ein Dnttthcil beigetragen hatten, und die Protestanten daselbst znr Feldkirchcr Pfarrkirche gegangen waren. Inzwischen aber starb der Kurfürst Ferdinand zu Köln. Auf Ansuchen der Wiedischen Regierung wurde nun 1651 von dem Rcichshofrathc die Commission auf Kurmainz übergetragen. Diese Behörde mahnte Trier von seinen Eingrif­fen zu Irlich ab. Um aber nur Zeit zu gewinnen, erbot sich Kurtricr zu gütlicher Ausgleichung mit Wied, und wußte die eommissarischc Entscheidung zu verzögern. Unterdessen erhielt es durch einen Vergleich mit den Saynischen Erbrächten, (S 1645, 1636), von welchen Erucstina mit Salentin Ernst von Manderschcidt vermahlt wurde, die reichslelmbare Voigtei zu Irlich mit deren Rechten, und sprach nun von Landeshoheit. Pfalz nahm sich zwar der Wiedischen Sache an, doch ohne Erfolg 5). Die Wittwc des Grafen Ernst zu Sann und Wittgenstein, Luifc Iuliana, hatte 1649 Hachenburg nebst Zugehörungen, auch Freußberg und. Bendorf, wiedererhalten. In einem Vergleiche mit Trier, 1652, wurde ihr diese Wiedererlangung bestätigt, und auch die Besitzungen zu Selters, Mar-Sayn und Vailendar bekam sie zurück. Trier aber behielt das Schloß und Thal Sayn, Strombcrg, Mühlhofcy., die Voigtcicn zu Unnütz und Irlich, die Renten zu En­gers, die Wcinzehnten zu Andernach, den Saynifchen vierten Thcil des Kirchspiels Heimbach, und übernahm die darauf haftenden Schulden. Auch die beiden Erbtöchtcr verglichen sich mit Trier zu Hachenburg. Bendorf wurde in zwei Halsten abgetbeilt. In dem Jahre 165? den 13. April verglich sich Graf Bernhard zu Eayn- Witgensiein mit Kurtricr wegen der Herrschaft Ncumagen (S. 1522), wo dann Karl Ludwig seinen Sitz hatte (S. 1648) °). ,

In der Wiedischen Hausgeschichte trugen sich wahrend deß verschiedene Veränderungen zu. Fricde- rich's sechster Sohn, Karl Chnzioph (S. 1646) starb den 11. April/ und wurde in der Kirche zu Altwicd bei- I62o. gesetzt. Zu Anfang dieses Jahres cmpfieng Friedrich die Tochter Maria Eleonore:, und zu Ende desselben, oder im Beginn des folgenden, Sibylla Christina. Seine Schwester gleiches Namens (S. 1631) verband sich mit dem Grafen Iol^nn Friedrich zu Leiningcn und Rinngen, Herrn zu Westcrburg. Friedrich's Bru- i«i. der Hermann (1631) verblich schon, 17. Mai, unvcrchlicht; seines Vaters Hermann II. Prognostiken

4^ Arch. zu N.uw. 5) Nrch. zu Nünv,

6' «out?,. Ili-t, ^«f, äipl. L. III. Äoftr, 1. c.

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