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(S. Kap. 20) traf also nicht ein; auch Ferdinand (S. 1626) verblühte als Jüngling. In diesem Jahre ward Friedrich's Gemahlin, Maria Iuliana, Mutter einer vierten Tochter, Sophia Elisabeth. Seine Schwester,
16SZ. Unna Sophia (S. 1616), war seit mehreren Jahren die Gemahlin eines Grafen Gustav Gustavson zu Wa- saburg, natürlichen Sohnes Gustau Adolph's, Königs von Schweden; er schrieb sich übrigens noch Freiherr zuWicbeholm, Herr zu Saris, Wildhausen und Dhalm, königlichschwedischer Ncichsrath. In dem Jahre 1634 war ihm das Bisthum Osnabrück untergeben worden, welches er 1643 an den Bischof Friedrich Wilhelm für 80,000 Thaler wieder abträte Es gehörten ihm mehrere Güter um Bremen und in Böhmen. Die Grasin Anna Sophia gebar ihm den Sohn, Gustav Adolph und eine Tochter Erncstina, welche mit einen: Grafen Wrangcl vcrehlicht worden ist. Der Sohn hat sich 1679 mit'Angelika Katharina, Grä- sin von Leiningen und Westerburg vermahlt, und 16 Kinder gezeugt, von welchen das jüngste, Henriette Polyxena, Gräfin von Wasaburg, zu Hundslosen, bei Wilshansen im Bremischen, bis in das Jahr 1777 im Genuße königlichschwedischer Iahrgcldcr, gelebt hat ?).
165Z, Als Johann Ernst, Graf zu Wieb (S. 1648), des Grafen Ludwig Christoph von Ebcrsiein, Herrn
zu Ncugartcn und Massow auf Quarkenburg in Hintcrpommcrn, Tochter Hedwig Eleonora hcirathete, lieh ihm fein Schwager Gustav von Wasaburg 2,500 Dncaten. Uebcr diese Schuldsumme kam Hedwig Eleonora mit ihrem Sohne Ludwig Friedrich zu Wicd, nach Jahren in einen Proccß, der erst 1716 durch Absindung der Gläubiger endete. Hedwig Eleonora brachte ihrem Gemahl eine Mitgift von 30,000 Thalern, und erhielt von ihnr eine Witthumsvcrschreibung auf den Antheil an Runkel und Dicrdors, der ihm von seinem Bruder'Moritz Christian zufallen sollte °).
Auf die fernere Geschichte der Grasschaft Wied und unsers Nheinthals war die Erhebung Karl Kas- par's von dcr Lcycn auf den erzbischöflichcn Stuhl zu Trier, im Frühling dieses Jahres, von vielfachen, Einflüsse. Seme Sorgfalt, die verwüsteten Städte und Dörfer in seinem Lande wieder herzustellen, ordnete auch eine Ausbesserung und umgab die Stadt Koblenz mit neuen Schanzen
und Thürmcn ').
llW, Auf die Besitznahme der oberen Grafschaft'Wicd hatte Johann Ernst'gerechnet, weil sein Bruder,
Moritz Christian, in der. letzten Zeit den Jahre langen Kümmernissen und Kränkungen in seinen ehelichen Verhältnissen, auch am Korper erlag. Seine Gemahlin, Katharina Iuliana (S. 1642), in ihren herrschsüchtigen Anmaßungen oft gebindet, durch Einmischung in Landcssachcn in Unannehmlichkeiten gerathen, durch keine treue Liebe an ihren Gemahl gehalten, hatte sich mit ihrem einzigen Kinde, Maria Belgica Charlotte (S. 1645), nach Laubach zurückgezogen, und sah ihn nicht mehr. Moritz Christian starb in Dierdorf den 26. Januar. Kurze Zeit daraus kehrte sie dahin zurück. Als sie aber die Burg Runkel als Witthumsitz beziehen wollte, — mau vergleiche den Ehcvcrtrag 1642,,— so ließ Graf Friedrich ihr die Thore sperren, weil diese Besitznahme wider Hermann's II. Testament (S. 1624) sty. Dieß vcranlaßte einen Streit, zu dessen Untersuchung eine kaiserliche Commission auf Kurköln ernannt wurde, dessen Ausgang aber die vcrwittwere Gräfin nicht erlebte. Ihre Tochter,,die Gräsin Maria Belgica Charlotte zn Wicd, starb schon 1661; uud sie selbst 1668 zu Hanau ").
In der Regierung der Grafschaft Wicd-Runkel folgte nun Johann Ernst. Er fand sie bis auf 152,62Z Gulden verschuldet, und außerdem eine sehr beträchtliche Summe von Zinsen unbcrichtigt., Ehe nun mit den Gläubigern eine Unterhandlung angefangen wurde, veranstaltete er cün Sonderling der Allodicn. und- der Lehen ").
Seinem Bruder, Friedrich, war am 17. April die Tochter Charlotte geboren worden, welche aber nur kurze Zeit lebte. Dieser thätigc Herr hatte, für die Gründung seiner neuen Stadt um kaiserliche Genehmigung
7) Xrch. zu Ncuw. 8) Fischer, Url. cciHV. 55QXXIV.
9) Viyttenb, Gesch. v. Trier. B. 4. i<y E. r, Mülmcmn UM. Collect. Fischer. N. 5lll.XXIl.
N) », Mulm. 1, <-,, .
