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gebeten, und «hielt sie jetzt aus Regcnsburg vom 26. Aug. des Inhalts, daß Ferdinand III. dem Grafen Frie­drich gestatte, der von Kaiser Karl IV. dem Ahnherrn Fricdrich's, Wilhelm 1357 crtheiltcn Erlaubniß Nordhofen zur Stadt zu machen, jetzt zu Anlegung einer neuen, an einem wohlgelcgenen Orte, sich zu bedie­nen, nämlich unfern von dem Rheine, wo er ein Haus, Neuen-Wicdt gekannt, aufgebaut, und fast daran einen Umgreiff ausgesehen, so bereits mit verschiedenen Häusern desetzt, und wegen des Orts Bequemlichkeit aus dem Niederlande und anderer Orten außerhalb des Reichs sich mehr Leute dahin zu ziehen nicht abge­neigt waren ").

Um mit den Gläubigern und Anfordcrcrn an die Grafschaft Wied sich, nach Maaßgabe der verrin­gerten Einkünfte auseinanderzusetzen, wirkte Friedrich, so wie sein Bruder Johann Ernst, eine kaiserliche Com- mission auf Kurköln aus, und diese sandte im April einen Subdclcgirtcn, der alle, die Forderungen zu ma­chen hatten, vorlud. Dagegen kam die Gräfin Johanna Walburgis durch eine Schrift ein, in welcher sie erklärte, daß durch ihres Bruders Philipp Ludwig, Grafen zu Wieb, Absterben alle seine cigcnthümlichen Allo- dialgüter und Erblchen, vermöge göttlicher, natürlicher und allgemein beschriebener kaiserlichen Rechte, auf sie erb- und eigenthümlich gefallen, sie auch als einige und nächste Erbin die Güter in Besitz genommen, und bisher behauptet habe, von ihrem Vetter aber gewaltsam darin beunruhigt scy, weßhalb sie 1641 eine kaiserliche Schutzcommission ausgewirkt, und um Entschciduug des Streits gebeten; die Acten seyen an dm kaiserlichen Hof gesandt worden, die Sache aber bestehe noch in unentschiedenem Ncchtsstandc. Sic bat da­her, daß, che diese streitige Succcssionssache rechtlich entschieden sey, zu ihrem Nachthcilc mit den Gläubigern Nicht gehandelt werden möchte; Friedrich möge aber angehalten werden, den ihr angewiesenen Vorschuß ab­zustatten '2^ Sie mußte jedoch erscheinen, imd erhielt durch die Kölnische Commission die Vcrsichcrunq des Genusses von Allodicn, in dem sie auch blieb, bis zu ihrem Tode 1672.

Fricdrich's Gemahlin ward jetzt Mutter des zwölften Kindes, Karl Ludwigs. Sein Bruder Johann Ernst zu Wied-Runkel erließ, aus Verdruß über die Verschuldung, seine Grafschaft in mißlichen Verhältnissen, übertrug ihre Verwaltung seinem Amtmanne und Nathe, Johann Wil­helm Walrabenstein und begab sich nach Massow und Ncugarten, wo er sieben Jahre blieb ' ^).

Die Zeitumstande ließen die Fürsten unserer Rheinland«! keine ruhige Erholung hoffen. Frankreich, noch in Krieg mit Spanien verwickelt, ließ immerfort Mannschaft durch das Erzstift Trier ziehen, das bei dem Reichstage vergebens um Hülfe nachsuchte. Es schloß daher mit Pfalz, Mainz und Münster eine vor­läufige Schutzvcrbindung '')- Nc>ch standen Lothringer auf der Tricr'schcn Beste Hammerstein, und störten die srcic Rhcinfahrt und die Sicherheit unserer Ortschaften. Als aber die Nachricht von Brüssel einlief, daß der Herzog Karl von Lothringen dort verhaftet worden scy: so ließ der Kurfürst Karl Kaspar Trierischc Mann­schaft gegen Hammcrstcin anrücken; die Besatzung aber räumte den Platz, d. 3. April, ohne Widerstand. Der Kurfürst ließ nun die alte Burg und ihre Festungswerke zerstören, und dankte insbesondere in einem Schreiben von Ehrenbreitsiein, d. 13. Deccmbcr, dem Grafen Friedrich für die Hcrgcbung Wicdischcr Unter- thanen, zu Hammerstein's Schleifung "). Das dieser Ruine rheinabwarts gegenüberliegende Bergschloß Nheineck, schon früher verfallen, war am Ende des dreißigjährigen Krieges von den Grafen von Sinzendorf angekauft worden die nun als Burggrafen von Rhcineck in das Wcstphälischc Grafcncollegium traten.

Ob in dem Französisch-Spanischen Kriege, der seit diesem Jahre mit neuer Lebhaftigkeit von Frank­reich fortgesetzt wurde, auch der bejahrte Graf Ernst von Iscnburg-Grenzau, als Spanischer General (S. 1619) noch thätig gewesen, ist zweifelhaft. Er cmpsicng jetzt gegen einen Revers von dem Kurfürsten und Pfalzgrafcn Karl Ludwig, als Mannlchen eine Anzahl kleiner und größerer Güter in dein Engcrsgau; unter andern einen Hof zu Vallmdar, den Kirchcnsatz zu Mcttemich, Kirchcnsatz und Zehnten zu Kettich, und Güter

IL) Archi» zu Neuwied.

14) v, Mülmann's Collect»

15) Alch, z» Neuw. R««'« Geschichte

13) Fischer, N. Q<II.VIIl. 15' Wytttüb. I, c.

16S4.

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