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dem Preußischen Heere, der jüngste Bruder Karl (S. 1785) als Garde-Lieutenant, unweit Leipzig standen, zu Langendorf, im Januar, besuchte darauf seine Mutter in der schonen Heimath, ricth aber, nach seiner Rückreise, uon Krems aus, d, l4. Aug.,alles, Stück vor Stück, zu »erkaufen, und in einem entfernten Winkel der Erde, wo wir ruhig und zufrieden leben könnten, einen Wohnsitz zu stehen. Zwar, fahrt sein planvoller Eifer fort, kann man nicht leugnen, daß die Liebe zu dir, o Vaterland! machtig ist: allein die Liebe zu dir, o Freiheit! ist allmachtig u. f. w. ')."

Kaum lattc sein Bruder Johann August Karl (S. 1502) die Negierung zwei Jahre geführt, als durch die, am 12. Juli zu Paris unterzeichnete, Acte des Rheinbundes, in welcher sich die meisten Fürsten des südlichen und westlichen Teutschlandcs von dem Reiche lossagten, und am 1. Aug, zu Regensburg ihre Trennung von demselben erklärten, das Schicksal, nebst vielen anderen größeren und kleineren Fürstenthü- mcrn und Grafschaften, auch denen uon Wieb-Runkcl und Wicd-Neuwied widerfuhr, daß sie ihrer unmit­telbaren Reichsstandschaft beraubt, zwar ihre Besitzungen und gewisse herrschaftliche und persönliche Rechte bedielten, aber unter Nassauische Hoheit gestellt (mediatisirt) wurden. Die Gesinnung unseres Hauses bei diesem Schlage sprach Victor in seinen: Briefe vom 15. Aug. aus:Immer besser, das Unglück mit den Stolzen und Würdigen zu tragen, als mit den Niederträchtigen eine prekäre Existenz thcilen und unter die Vaterlandsucrrathcr uon Zeitgenossen und Nachkommen gezahlt zu werden ^).

Dem Fürsten August Karl verbot schon die nähere Pflicht, um nicht Alles auf das Spiel zu setzen, aber auch eine durch die Ereignisse des Jahres bewirkte Krankheit, an dem unglücklichen Kriege Preußen's mit Frankreich, der im October ausbrach, Theil zu nehmen. Der jüngste Bruder, Prinz Karl mußte gleich­falls wegen Kränklichkeit zurückbleiben. Der Prinz Maximilian (^. 1803) wohnte der Schlacht bei Jena imd Aucrstädt d. 14, Octbr. bei, wurde am 28. Oct. bei Prcnslow kricgsgefangen, ausgewechselt und kam zurück. Der Fürst wurde in dieser Zeit mit dem Großkrcuz des Kurhcssischen G. Lowcn-Vrdcns, und mit dem königl. Preußischen Rothcn.Adlerordcn, beehrt.

Ohne eine bedeutende Begebenheit und still vergicngen die nächsten Jahre. Für den treuen Vater- landsfreund schimmerte nur in Oesterreich noch einige Hoffnung, und diese ward durch die großen Rüstungen der genannten Macht im Iah« 1808 und durch ihre Aufforderungen auf das Lebhafteste erregt.

Der Prinz Victor stellte mit glühenden Farben seine freudige Erwartung des neuen Krieges, und die Stimmung der Ocsterrcicher dar, in einem Briefe aus Wien vom 15. Febr.Vielleicht, schrieb er«), ist das Mac>ß der Französischen Schandthaten durch die Spanische Geschichte voll geworden, vielleicht ist Eu­ropa genug gestraft und Deutschland aus seiner schmählichen Lethargie geweckt, vielleicht sind die Augen nun hinlänglich geöffnet, der Himmel hat vielleicht seine Absicht erreicht, und ist nun im Bcgnff, das Werkzeug sei­ner Correclion selbst zu zerstöre»!" Als es im April zum Kampfe kam, schlug sich unter ihrem Hauptmann Nietor die erste Compagnie des Reg. Erzherz. Karl d. 18. April von: Kloster Rohr bei Regensburg zwei Stunden bis auf eine sumpfige Haide durch. Am 23stcn, dem Tag nach der Schlacht bei Eckmühl, wurde er bei Verteidigung des Dorfes Weinring unweit Regensburg, mit Französischen Carabiniers zu Pferde in gefahrvollem Kampfe, nachdem sein Degen von einem Stiche auf den verborgenen Küraß des einen von zwei Angreifern, zersprungen war, durch einen Hieb über das Gesicht, und durch einen Stich in den rechten Arm verwundet und siel; sein Feldwebel Fenscl drangt sich zu ihm, um ihn zu schützen, sinkt auch durch einen Hieb zu Boden, rafft sich aber wieder auf, reißt sein Halstuch ab, und verbindet den geliebten Haupt­mann. Durch diese Sorgfalt kömmt der Prinz wieder zu Besinnung. Die Feinde wollten beide trennen; Fensel aber umklammert den Prinzen. Sie wurden nun zu dem Kronprinzen uon Baicrn nach Eglossshcim gebracht, wo dieser den Prinzen durch seinen Leidarzt verbinden ließ. Der brave Fenscl entkam hier den Franzosen. Victor wurde hierauf nach Landöhnt, wo ,hn der Hofrath Ticdcmann heilte, und uon da im Julius auf die Eitadclle von Straßburg, vhne Grund und Verhör, auf eine uerlaumdcrischc Beschuldigung,

150S,

1809.

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5) Zwölfter Brief, ««ck'j Geschichte.

4) Dreißigster Brief.

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