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Anwalt in die Seele seines Herrn hatte schwören müssen. Ein Wicdischcs Promemoria, an die Neichsde: putation gesandt, wurde von ihr als zu ihren Gegenständen nicht gehörig, dem Reichstage übergeben, von die­sem aber abgelehnt.

Die Iscnburg - Grenzauischcn Besitzungen, auch die eingezogenen Abteien Saun und Nomersdors, und die von Trier besessenen Orte Weiß, Hcimbach, Gladbach, Engers, sogar Irlich und Hammcrstcin, wurden dem Fürsten von Nassau - Wcilburg zu Thcil.

In der rechtlichen Erweisung wegen Irlich zeigte Wicd, daß Kurtricr seit seiner Besitznahme von Ham­merstein auch ein Irlichcr Privatgut als Kurmcdlchen erhalten, und nur aus die Wetten, die an dem Buding, nicht an dem Hofding, gebrochen wurden, und an jenem nur zwei Drittel, Sayn ein Drittel, Anspruch ge­habt habe. 1804. Wegen Nassau-Weilburg wandte sich Wied an den Ncichshofrath, fand aber auch da keine Befrie­

digung, angeblich, weil das Verfahren nicht gehörig geleitet und unvollständig scy. Eine rechtliche Ausfüh­rung der Ansprüche des Gcsammthauses Wicd auf die Isenburg-Grcnzauischen Lande gab N. C. M. Hoppen- stcdt in Göttingen heraus, in welcher dargethan wird, daß an den von Gcrlach nachgelassenen Lehn- und Familicnstammgütern (S. 15U2, 3, 26) des Isendurgischcn Geschlechts, wo den männlichen und weiblichen Nachkommen ein vollkommenes Recht vorliegt, Kurtricr durchaus keine Ansprüche zu machen hatte, so lange nicht alle Linien erloschen waren.

Unser Haus erhielt nur von den Abteien Siegburg und Laach die Höfergcrichte zu den Landgerich­ten Grenzhausen und Alsbach, den Tricr'schcn Kurmuth und unter andern Zehnten auch die Weinzehnten des St. Thomasklostcrs an dem Dorfe Fahr.

Die Fürstin Negcntin Luise zu Neuwied übergab am dreizehnten des Julius ihrem volljährigen Sohne Johann August Karl die Negierung.

Es wurden in demselben Jahre alle seit 1662 und spater noch obschwcbcnde Streitsachen mit den Landgemeinden beigelegt. Die öffentlichen Abgaben wurden genau bestimmt, die Frohndicnste auf wenige Tage zurückgesetzt; den Gemeinheiten hatte schon der Fürst Friedrich Karl zwei Dritttheile der Waldungen zu­gestanden, und das Reichskammcrgcricht die Vergleiche bestätigt. So wurden die Manen der Vorfahren durch den letzten Landcscrben versöhnt, dessen einsichtsvolle Biederkeit die Untcrthanen nur erkennen sollten, um den Verlust seines unumschränkten Waltens zu beklagen.

Indem auf der Wiedischen Erde Feinde und Freunde wieder einkehrten, störte der Alterthumssorschcr Hossmann Römische Gebeine aus ihrer langen Ruhe in Gräbern zwischen Neuwied und Heddcsdorf, und fand da Urnen, Thranenfläschchcn, Geschmeide von Gold und Silber mit Edelsteinen, Nadeln mit Perlenköpfen, eine Krystallkugel, und andere schätzbare Dinge zur Verdeutlichung Römischer Schriftsteller (S. 1791). ««OK Der Prinz Heinrich Victor (S. 1801) der sich des nahen Kriegs wider Frankreich im September

mit begeisterten Hoffnungen für Teutschland freute °), wohnte am neunten Vctobcr, als Anführer einer Dcstcrreichischcn Grenadier-Compagnie, dem Treffen bei Günzburg, an, eilftcn der Schlacht bei Ulm, unter dem General Mack, bei, kämpfte in Ulm wider die stürmenden Feinde, ward bei der Uebcrqabe der Festung am sicbenzchnten kriegsgcfangen, und auf Ehrenwort bis zur Auswechselung entlassen. Er gicng nach Pres- durg, wurde von dort als Curicr zum Kaiser nach Olmütz gesandt, traf ihn am ersten Dccembcrtage bei Austerlitz, schloß sich an das erste beste Bataillon an, nahm als Zuschauer an der Schlacht Antheil, seinem Ehrenworte getreu, betrauerte die Vereitelung des von dem General Wcihrotter schon fast errungenen SiegS, wurde nach der Schlacht von dem Kaifcc mit Depeschen nach Ofen zum Palatinus befehligt, erhielt dann Urlaub, besuchte seine Scknvester Luise (S. 1773) in Dresden, wo sie in der Malerei ihr großes Talent vervollkommnete, mit welchem sie jetzt in Oclgemälden Meisterwerke darstellt, sah seine drei Brüder, die bei

2) S, fünfter Brief in einer Sammlung scincr Briefe unter dem Titel: Schattenbild ein<« für sein Nclerlcmd « Of>f« »iltillich gefallenen Datschen Prinzen n. Früülfurt hei Wlbnner, 1314.