kl»m?'1

".",'

S?S

rcieb eine mit Preußen und Hessen gleiche Behandlung, Schonung und Freiheit von Kriegslasten, für noth- wcndigc Lieferungen aber Vergütung, und bei dem allgemeinen, Rcichssricdcn Verwendung, die Einwohner der Wicdischen Fürstenthümcr in ihren Handclsucrhältnifsin mit Frankreich freundschaftliche Behandlung ge­nießen sollten. Dagegen versprachen diese Fürstlichen Regierungen der Französischen Republik 20,000 Livres in drei monatlichen Terminen zu bezahlen ').

Nach dem Rcichsfriedensschlussc zu Lüncville (d. 9. Febr.) verlor der Fürst zu Wied-Runkel, Karl IM, Ludwig Friedrich Alexander, seine Besitzungen jenseits des Rheins, Krichingcn, Püttlingcn, Saarwellingen, Nollingcn u. s. w. (S. 172Ü) und wurde auf künftige Entschädigung vertröstet.

Zu Folge desselben Friedensschlusses wurde die Festung Ehrenbrcitstcin seit dem 7. März gesprengt

und geschleift.

Aus der Fürstlichen Familie zu Neuwied trat nun der fünfte Prinz Victor (S. 1783), durch große Gaben des Geistes wie durch körperliche Schönheit ausgezeichnet, und mit hohen Einsichten und Gesinnun­gen ausgerüstet, in Oestcrrcichischcn Kriegsdienst als Staabs-Capitän bei dem Rcgimcnte Erzherzog Karl. Sein Bruder Maximilian Alexander Philipp (S. 1782), welchem vorher von seinem Vater eine Oestcrrei- chischc Militärstellc bestimmt worden war, ging in Preußische Dienste und ward bei dem Negimcnte des Königs Staabs-Capitan.

Der Vater, Friedrich Karl, noch immer unter alles sich anmaßendem Einflüsse unwürdiger Fremd­linge, gieng, bei dem nothgcdrungencn Widerstände der Fürstin, der zärtlichen und,weisen Mutter seiner Kinder, gcgcn seine willkührlichcn Zumuthungcn, in Gcwalttlätigkcitcn so weit, daß die letzte Zeit für diese hohe Familie höchst unglücklich ward, und die Fürstin, nach dem Tode ihres Bruders, des Fürsten zu Witt­genstein-Berleburg, den König von Preußen zum Garant mit dem Fürsten zu Wicd-Nunkcl sich erbat. Ein tröstender und untcrstüwidcr Freund ward ihr auch der Preußische Minister Graf Haugwitz.

Endlich kam der Fürst selbst zu der Überzeugung, daß sein Haus und Land unter seiner Vermal- iso,', tung nicht gewinne, und entserntc sich nach Brüssel, Marseille und Freiburg im Vreisgau, entsagte am zwanzigsten des Septembers, der Regierung förmlich, wählte Frciburg zum bleibenden Sitze, bezog seitdem eine von ihm selbst bestimmte, jährliche Summe für alle seine Bedürfnisse und verzichtete auf weitere For­derungen. Er starb daselbst 1809 d. 7. März, im dritten Monate seines acht und sechzigsten Lebcnsjcch-

re^ lS» 174!^

' Soqleich nach seiner Entsagung ward die Fürstin Maria Luise Wilhelmina (S, 1766) von dem Fürsten gcscbiedcn, und nach seinem Willen für ihren ältesten Sohn Johann August Karl (S. 1779), der in Preußischen Diensien als Garde-Major abwesend war, vormundschastliche Ncgentin. Die weise müt­terliche Leitung that dem Lande wohl, dessen Zustand nach so unbcilvollcn Zeiten selbst den Feinden der schonende!, Rücksicht bedürftig erschien. Die letzten Jahre der Wicdischen Selbstständigkeit beschließen die Neqcntcngeschichtc von Wicd auf das Würdigste. ^, ^. >

Die vortreffliche Prinzessin Maria Carolina Christiana (S. 1771) wurde am Schlüsse ihres zwe» 1803, und dreißigsten Iabres, am vierzehnten des Februars, der Erde entrückt. Am fünften des Iunivs folgte ihr die verwittwltc Fürstin zu Runkel, Charlotte Sophia Augusta, in dem Alter von bl Jahren (S 1791). Am füns und zwanzigsten dcs Februars ersolgte zu Rcgensburg der Reichsdeputationshauptschluß, den der Kaiser (d "7. April) bestätigte. Wied-Runkel crbielt zur Entschädigung älterer und neuerer Ver­luste die Aemtcr Vbcr-Altwicd "nd Neuerburg, nebst dem Kloster Ehrcnstein, Vilmar und verschiedene

Zehnten. . ,. m > <.-

Für die Wicd-Ncuwiedische Zuruckforderimg des Dorfbereichs Irlich sprach noch die alte Ncichs- «r.d Kreismatr^'l in welcher bis zu dieser Zeit das Haus Wied mit Irlich in Anschlag geblieben war. Der resignirte Füch cchcr hatte wegen dieses Proccsscs keine Vollmacht unterzeichnen wollen, w der de.

>'<

5»'

l> Gedruckte Urkunden im Arch. zu Ncuw.