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Nhcimifer. Am zweiten Ostcrfeiertage, den achtzehnten des Aprils, da der siegreiche Bonaparte bei Leoben in Steyermark Friedenspräliminarien und die Anerkennung der Lombardischcn Republik, von Oesterreich erzwang, gicug der General Hoche mit der Hauptarm«, an dem Weißen-Thnrm, nachdem sein Hauptmann Gros die Batterien der Ocstcrreichcr stürmend und sterbend eingenommen hatte, über den Rhein, griff die hier unter Werncck stehende Hecrcsmacht an, schlug sie in hartnackigem Treffen vor der Stadt, in welchem sie an 1,000 Todte, 9,000 Gefangene, 27 Kanonen und ? Fahnen verloren, und rückte über die Alteck und ,798, Dierdorf nach Frankfurt. Nach seinem Tode in Wetzlar setzte ihm die Sambre- und Maas-Armee auf der Höhe am Weißen-Thurm eine Pyramide über ein Kcnotaphium. Sie steht noch, aber der Unachtsamkeit und dem Muthwillen überlassen. Sein Körper wurde neben Marccau's Grabe bei Koblenz bestattet, wo ihm Lcfevrc eine Standrcde hielt.
Seitdem hat Neuwied zwar keine feindliche Behandlung mehr erlitten; aber seine Blüthe war gebrochen, Hunderte von betriebsamen Menschen waren weggezogen, die baumreichen Fluren rings umher ihres fruchtbaren Schmucks beraubt, die Maulbcerpflanzungcn verschwunden, der Fürstliche Hof, Nheinau, und der weiter gegen Nomersdorf hin gelegene Hof Gcuche, von Grund aus verwüstet. Da der Friede (den 17. Octbr. 1797) zu Stande gekommen, und durch Abtretung der Teutschcn Lande jenseits des Rheins, d. 11. März, der Feind auf kurze Zeit beruhigt war: so kehrte unsere Fürstin mit ihren Kindern von Meiningen, wo sie im Schooße des Friedens und tröstender Freundschaft gelebt hatten, im August nach Neuwied zurück.
Auch der Fürst Friedrich Karl, dem der Neichshofrath in Wie,: die Regierung wieder zugesprochen hatte, kam, nach längerem Verweilen in Sachsen und Frankfurt, zurück, brachte einen Emigranten, c^umie äs I-, Vi!>« 5»r Illon genannt, an seinen Hof, schenkte ihm unbedingtes Vertrauen, ließ sich von ihm zu Ungerechtigkeiten gegen seine Gemahlin und Kinder verleiten, und führte die Regierung, zwar unter der früheren Obsicht, aber doch zum Nachthcil seines Hauses und Namens. l?99. Der neu ausgcbrochene Krieg zwischen Oesterreich und Frankreich blieb von unserm Nheinthale
entfernt. Die nahe Festung Ehrenbreitstein aber war, in Folge der Beschlüsse zu Rastadt, und durch Hunger gezwungen, unter dem würdigen Commändanten Faber, am 24sten Januar, geräumt, und von Franzosen besetzt, worden.
In diesem Feldzuge wurde der Prinz Friedrich Ludwig von Wied.Nunkel, der nach seiner Befreiung aus Französischer Gefangenschaft (S. 1794) in Oest^rreichische Dienste als Hauptmann getreten war, bei Stockach, am 25. März, abermals gefangen, nach Paris gebracht, und nach seiner Auswechselung, in dem folgenden Jahre, mit der Sammlung eines Ocsterreichischcn Regiments in Ingolstadt beauftragt. '.«<«. Des Fürsten zu Neuwied ältester Sohn, Clemens (S. 1769. 1792), dessen Zustand, trotz allen
Heilversuchen ausgezeichneter Aerzte und Erzieher, immer trauriger ward, und beständiger Bewachung bedurfte, starb am zweiten des Aprils.
Ein größerer Verlust traf das Haus bald darauf. In dem Fcldzuge der Ocstcrreichcr gegen Mo- rcau, der sie im Mai in ihre Schanzen bei Ulm zurückdrängte, bei Höchstädt über die Donau gieng, den General Kray nach Ingolstadt trieb und bis Ncgcnsburg drang, wurde der Prinz Christian von Neuwied (S. 1775. 1796), welcher Kaiserlich-Königlicher Rittmeister bei den Prinz-Koburg Dragonern war, bei Frcising durch einen Schuß schwer verwundet, in das Kloster Niederaltcich gebracht, und starb daselbst nach fünfzehn Tagen den 27. Juli. Seinem Stande gemäß beerdigt, ruht er dort unter Baierischen Fürsten.
Unter dem 22. Octbr. (d. 30. Vendcmiäre des 9. Jahns der Französischen Republik) schloß der Obergeneral Augereau mit den Nathen der Wicdischen Häuser, Cramer und Hachenberg, auf den Grund des Baseler Fricd.ns von 1795, und nach dem bereits ein Jahr früher der Obergeneral Ney, auf Verwendung des Preußischen Ministers bei der Französischen Regierung, jenen Hausern und ihren Landen, von Mannheim aus, Befreiung von feineren Kriegslasten und Neutralität zugesichert hatte, zu Offenbach einen Vertrag ab. nach welchem Wied - Nunkcl und Wied-Neuwied Frieden, Freundschaft und gutes Einverständnis; mit Frank«
