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Zeit verlassen, wirkte auch in der Entfernung für das Land wohlthatig, und traf zum Glück ihrer Untertha- ncn bald wieder ein.

Der größte Theil des Heeres zog indeß ad, und verfolgte, von Ehrcnbreitstcin von dem Comman- danten Scchtcr abgewiesen, die Oesterrcicher bis Höchst. Der zurückgebliebene Thcil warf in der Nähe des Hofes Nhcinau einen Brückenkopf auf, um die stehende Brücke zu vcrtheidigcn.

Der Schade, den Neuwied erlitten hatte, wurde an den Gebäuden allein weit über l00,N0ll Gul­den berechnet. Kaum der vierte Thcil der Hauser war unversehrt geblieben.

Als der Ocstcrrcichische Feldherr Clarfait die Franzosen den 12. Octbr. bei Nidda geschlagen hatte, und bis nach Düsseldorf verfolgte, eilte ein großer Thcil derselben am siebzehnten des Oktobers nach Neu­wied; durch ihre Schuld aber hatten von Vallendar her, wo sie, wie auch in Bendorf und Engeis, ge­plündert hatten, brennende Schiffe die stehende Brücke bei Neuwied angezündet. Unter Naud und Miß­handlungen in der Stadt wurde am Abende eine neue stehende Brücke fertig, und die Feinde zogen zum Theil hinüber. Am neunzehnten früh kamen Oesterrcicher über das Gcdirg herab; auf dem Heddesdorfer Gesild entstand ein Gefecht; ,dic Franzosen flohen durch die Stadt, wo Sturm gelautet wurde. Des Nach­mittags kamen Kaiserliche, meistens Nothmantler, und plünderten, wurden aber von zurückkehrenden Fran­zosen wieder vertrieben. Die übergegangenen Franzosen schössen in die Stadt, und die Kaiserlichen crwie- dertcn in den Straßen mit Pelotonfcuer.

Die fürstliche Familie befand sich auf dem Lande. Das Schloß blieb auch verschont.

Das Feuern von 'beiden Seiten dauerte bis den zehnten des Novembers, da Iourdan nach Düssel­dorf abzog. Jeder Hausbesitzer in Neuwied suchte nun auf den ankommenden Winter den erlittenen Scha­den auszubessern; ihre zerrüttete Kirche aber vermochte die lutherische Gemeinde aus eigenen Mitteln nicht herzustellen.

In dem folgenden Frühjahre entfernte sich die Fürstin mit ihren jüngsten Kindern und den Lch- 1792, rem derselben Schröder und Hoffmann, nach Meiningen. Der Prinz Christian gicng in Oestcrrcichislhe Dienste, August (S. 1794) kam von Vraunschwcig nach Kassel zu dem Könige von Preußen, ward bei der Preußischen Garde Hauptmann, und ging, nach einem Besuche bei den Seinigcn in Meiningcn, nach

Berlin ab.

Der Prim Christian Friedrich Ludwig zu Wicd-Nunkel (S. 1772) ward zu gleicher Zeit in Hes« fenkasselschen Diensten Major bei der Garde,

Am zweiten Osterfeiertage drangen die Franzosen von Attenkirchen in das Wicdische herab, und vertrieben die hier stehenden Oesterrcicher. Am l5. Juni schlug der Erzherzog Karl die Franzosen unter Lefcvre bei Altenkirchen, und verfolgte sie bis Deuz. Zwischen der Mosel und dem Rhein aber vereinigten sich Moreau und Iourdan, und als jener durch seinen Ucbergang bei Straßburg den Erzherzog nöthigte, an den Oberrhein zu eilen, erzwang Iourdan am sicbcntcn Juli bci Neuwied den Uebergang, warf die 30,llN0 Ocsterreicher unter Wartcnslcben aus ibrcn mühevollen Äerschanzungcn, mit denen sie unser Rhein- ufcr zerrissen hatten, und trieb sie bis nach Frankfurt zurück. Pomet blokirte Ehrenbreitstein. Am dritten des Septembers wurde Iourdan von dem Erzherzoge Karl bci Würzdurg, am scchzchntcn bci Limburg an der Lahn, gcschlagcn, uon Attenkirchen verttiedcn, und ging abermals durch Neuwied über den Rhein. Der Erzherzog ließ den General Werncck hier bci dcn Ocsierrcichcrn, und ging nach Italien.

Für die erschöpfte lutherische Gemeinde in Neuwied, welche ihre neue, unbrauchbar gewordene Kir­che aus eigenen Mitteln nicht herzustellen vermochte, trat ihr Prediger Schellenberg im November eine Reift in das nördliche Teutschland an, um Unterstützungen zu sammeln, und lehrte, besonders in Berlin reichlich dcsment't, im October des folgenden Jahres, mit einer Summe zurück, mit der, nebst den geringen Zuthaten der Gemeinde, die Ausbesserungen ihrer Kirche bestritten werden konnten. An ihren Ausbau aber war bis in die neueste Zeit nicht zu denken.

Noch einmal war unsere Ebene bei Neuwied der Ucbergangspunkt der Franzosen auf das rechte 1797.

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