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Dr'im Ktagen weint und Sorgen Hier keinem Ritter nach,
H!er schläft er wohlgelwrgen Bio an den jüngsten Tag.
Ehe diese höchstschmcrzliche Botschaft nach Neuwied gelangte, ward es dem fürstliche, Hause und dem Laude vergönnt, am cilften des Julius den frohen Tag zu feiern, rn dem der Fürst Johann August Karl mit Sophia Augusta, Tochter des Fürsten Wilhelm von Solms-Braunfcls, vermählt wurde. 1313. In dein folgenden Jahre ward ihm am vierten Märztage die Tochter. Luitgard Wilhelmina Au-
gusia geboren.
Nach der völkcrcrlüscndcn Schlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Octobcr., cmpsicng Neuwied an« 5. Novbr. die ersten Boten des an den Rhein rückenden Siegerhcers^ drei Kosaken, mit Jubel. Auf diese folgten Russen und Preußen,, die in der Stadt und in den Dorsschasten aufgenommen wurden. Kosaken, Baschkiren, Kirgisen, schlugen wahrend des schonen Novembers auf der Wiese bei Hcddeödors ihre Hütten auf. Wir sahen bis zu Ende des Jahres hier Teutschc und ausländische Krieger von den verschiedensten Gestatten und Waffen, und es verweilten in Neuwied die Russischen Generale Vuscfovitsch, St. Priest, der Preußische Gcncrallieutcnant von Kleist. Vusefovisch, am Anfange des folgenden Jahres Commandant zu Koblenz, ließ an dem Wassennonumente, auf dem St. Castorplatzc, zu der Französischen Inschrift: ^ii, lVlDd^c^XII. IXIo.'Nc,! iidl« ^ar I«. (^am^a^ne cuniro lez l^u^zez elc. noch beifugen: Vu et lir>> ^>rouve ^c»r nan5 l^um^llnilinit 1'uz°L 6e ln vlüo elc? (^udlencu lo 1. jnnvier 1814
Ml sechsten des Novembers wurde der Prinz Friedrich Ludwig von Wied-Runkel (S. 1809), Oestcr- reichischcr General-Feldmarschalllieutenant, und Inhaber eines Infanterie-Regiments, bei der Belagerung von Dresden, unter dem Fcldzcugmeistcr Grafen von Klenau, am rechten Elbufcr bei Wainsdorf aufgestellt, von der Franzosischen Besatzung unter dem Marschall Gouvion St. Cpr, der nach Torgau oder Magdeburg durchbrechen wollte, durch einen heftigen Angriff zwar auf die Höheu von Reichenbcrg und Wainsdorf zurückgedrängt; durch den tapfersten Widerstand jedoch, sowohl mit sinnen Linientruppen als mit Ocsterrcichischcn und Russischen Landwehren, zwang er den Feind, nach Dresden umzukehren, wo ersieh bald daraus mit 36,000 Mann ergab ''). 131t, Mit dem Anbruche des dienen Jahrestags setzte sich auch m unserem Rhcinthale, alle Mannschaft in
Bewegung, und mehrere Tausende gicngcn, an dem abgerissenen Schlosse Fricdrichstein, in Nachen, die unsere Schiffleute während der Nheinsperre vor den Franzosen verborgen hatten, über dcn Strom. Bei Lyon befehligte der Gcneralfeldmarschall Friedrich Ludwig zu Wicd-Nnnrel, den linken Flügel der Vesierreicher und trug zum Gewinn der Schlacht sehr viel bei. Zur Anerkennung seiner Verdienste erhielt er das Commandcur- Kreuz des St. Leopoldordcns.
Jetzt war es auch für einen Bruder des Prinzen Victor zu Wied-Neuwied, Marimilian (S. 1806) wieder an der Zeit, an der großen Sache des Vaterlandes thätigcn Antheil zu nehmen. Er begab sich zu dem Preußischen Heere als Major des dritten oixr des Vrandenburg'schcn Husarcnrcgimcnts, befand sich bei den Gefechten von la Chaussee, Chalonö, Chateau Thicrry, Montmirail, Bern) au Bac,Laon, la Fe« Champcnoise, Maur, Clayc, bei der Einnahme der Vorstadt St. Martin v,on Paris d. 30. März, und zog mit den Monarchen in die Hauptstadt ein. Für sein Verhalten in den,Gefechten von la Chaussee und Chatcau Thierry, erhielt er, mit einigen Ofsiciers dieses brauen Regiments, den Orden,des eisernen Kreuzes. „So viel Schönes, thcure Mutter, — schrieb er am folgenden Tage — erwartete ich nie, Ihnen sagen zu können; vielleicht kömmt die Reihe noch an mich, zu bleiben; doch ich sterbe dann ruhig, da ich weiß, daß wir unsere Trophäen wieder haben. Gestern sind viele brave Ofsicicrc geblieben, unter andern.auch der gute brave Karl Solms. -- Noch haben wir Napoleon, das böse Thier,,gegen uns; allein Gott wird uns gewiß helfen, der bisher so viel für uns that ").
1<5 Oest.rmchischer Beobachter-N. 3Z2, 324. 1813,
11) Rheinischer Merkur, 1814. Beilage zu N. 40.
