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an: Herzen. Um in jenen einen angemessenen Bildungsgang einzuführen, ließ er sie durch einen seiner Lan- desgeisilichen, den jetzigen Kirchcnrath Meß zu Neuwied, sorgfältig untersuchen^), und durch denselben, in Verbindung mit den Consistorialräthcn Stahl und Schild zu Dierdorf, seit 1799 auch ein neues Gcsangbu.h sammeln, bezeichnete selbst dazu eine Anzahl vorzüglicher Lieder, und nahm an dieser Arbeit bis zu ihrer Vollendung und Erscheinung 18U6 lebhaften Anthcil -°).
Die durch den Tod des geliebten Gemahls tief erschütterte Fürstin Carolina (S. 1787) aufzurichten, eilte ihre gleichfalls verwittwcte Schwester Henriette, Herzogin von Würtcmberg, herbei; zu dieser hat sie sich auch nachher begeben, und zu ihrem künftigen Wohnorte Wiesbaden erwählt.
Der Fürst Karl war Großkrcuz-Ritter des königlich Polnischen weißen Adler-, des königlich Belgischen Lowcuordens, und Ehren-Commenthur des Johanniter-Ordens.
Da er keine Lcibcserbcn hatte: so war sein Bruder Friedrich Ludwig, kaiserlich königlich Oesterreichi- scher Feldmarschall-Licutenant (S. 1770) der einzig übrige Nachfolger in der älteren Wicdischcn Linie. Dieser ruhmwürdigc Prinz, der seine ruhigen Tage den Wissenschaften gewidmet hatte, und dessen Feldzüge und Verdienste in dem Teutschcn Befreiungskriege in unserer Geschichte kürzlich angemerkt worden sind, hatte sich im Herbste 1823 von der Stadt Eapua, welche ihm, als Bcfchlhaber der Provinz, aus Dankbarkeit einen Ehrcnsäbel verehrt hatte, nach der Lombardei, von da zu seiner Division nach Böhmen begeben, und reis'tc auf die Nachricht von dem Tode seines Bruders von Prag ab. Schon am 26. April langte er in Run- kcl an. Aber kaum festlich und herzlich empfangen, fühlte er seine mitgebrachte Kränklichkeit zunehmen, wollte jedoch, so bedenklich mich der Fürstin zu Wied-Nunkel, welche am 27. von Schaumburg nach Runkel kam, so wie seinen Dienern, sein Zustand erschien, keine andere, als schon früher angewandte, Heilmittel nehmen. Am 28. April Abends erwiedcrtc er auf die Aeußcrung besorgter Diener, daß er gefährlich krank sev, mit Ruhe: Es gicbt für den Menscheil keine Gefahr," und nach acht Uhr verschied er am SchlaMisse. Am dreißigsten wurde die Leiche cinbalsamirt, in kaiserlich Oesterreichische Generalsuniform gekleidet, und am sechsten Maimorgcn in der Fürstengruft der Kirche zu Runkel beigesetzt.
Friedrich Ludwig war Ritter des Maria Theresia-Kreuzes, welches er von dem Erzherzog Karl auf dem Scblachtfclde von Aspcrn empfangen hatte, Commandcur des Leovold-Ordens, und Großfreuz des Neapolitanischen St. Georg-Ordens von Neapel.
Mit diesem nnvcrmahlt verewigten Fürsien zu Wicd, Grafen zu Iscnburg, Herrn zu Runkel und Neucrburg, ist die Linie Wicd-Runkel, welche am Ende des siebenzehnten Jahrhunderts (S. 1692, 94, 89,) mit Friedrich's Enkel, Marimilian Heinrich, begonnen hatte, erloschen, und kraft der Siammvereine und Vertrage des Gesammthauses Wied (S. 1613, 15) das ganze Fürsienthum Wied mit der Grafschaft Runkel, unter Friedrich's Urcnkclsohne August Karl wieder vereinigt.
Fünf und zwanzigstes Kapitel.
Bemerkungen über das gesellschaftliche Leben in unscrm Geschichtskreisc. Vcn 1649 bis 1823.
Der Wcsiphalische Friede hatte unserm Tcutschcn Vaterlande die Verfassung gegeben, in der es bis 1806 bestand, und in der es jeden einzelnen Landestheil und Neichsstand zu der Ausbildung seines natür-
31) Und veranlage desselben Schrift: Praktische Anweisung für die Schullehrer in der Grafschaft Wicd-Runkel nach den gegenwärtigen Bedürfnissen, 1799. Auf cbrigkeitliche Kosten. Neuwied, b. Haupt.
22) Dieses schätzbare Gesangbuch ist, nach neuerer Auflage, auch in dem Herzogthum Nassau, in den Preußischen Kreisen Attenkirchen, Siegen, Wittgenstein, Homburg an der Mark, und in der evangelische!', Kirche zu Koblenz, eingeführt. In der unteren Grafschaft Wied hatten bereits 1792, auf fürstliches Verlangen, und unter Mitwirkung der geistreichen Fürstin, die Prediger Winz und Schellenberg zu Neuwied, ein neues, ober weniger reichhaltige« Gesangbuch besorgt.
