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rervereins 1781 , daselbst eine Wittwenkasse und eine Bank zu wohlthätigen Zwecken anzulegen. Die fürstliche Familie spendete ihre vielen Wohlthatcn an Notleidende im Verborgene». Es glückte aber einigen edelgesinnten Mannern in Neuwied, in dem Jahre 1794 eine Krankcnpflegegcsellschast zu stiften, von dem Fürsten Friedrich Karl den 25. April die Bestätigung zu erhalten, und vom 1. Juli an ihre Wirksamkeit in schwerprüfenden Jahren vielfacher Noth fortzusetzen. Sie bestand die Probe ehrenvoll, und leistet gegen geringe Beitrage von vielen Mitgliedern und von Freunden, die auf ihre Unterstützung keinen Anspruch machen, sehr viel. Außer dieser ersten Krankenanstalt bildete sich 1799 noch eine Zunft- und bürgerliche Krankenanstalt, und auch diefe steht gegenwärtig in zunehmendem segensreichen Flor. Die kranken Mitglieder erhalten den Arzt, die Heilmittel, eine wöchentliche Geldgabc, und im Todesfälle die Angehörigen die Beerdigungskosten. Einer besonderen Versorgung bedurften noch die Armen und die verlassenen Waisen. Des Fürsten Friedrich Karl große Wohlthätigkcit wurde zu sehr gemißbraucht, und die Ernährung armer Kinder an seinem Hofe befriedigte nur einen Thcil ihrer Bedürfnisse. Bei der Niederlcgung seiner Regierung bestimmte er die Renten des Ebenfeldcr Hofes zn einem Armenfond, den die wohlthatige Fürstin Luise vergrößerte, und unter ihr und ihrem gleichgesinntcn Sohne, dem Fürsten August leistet die fürstliche Milden-Kasse einen beträchtlichen jährlichen Thcil zu der allgemeinen Armen-Anstalt, um deren Einrichtung seit 1804, der erste rcformirtc Prediger und Consistorialrath Winz, und der lutherische Prediger Dr. Schellcnbcrg sich ein hohes Verdienst erwarben. In ihre Kasse stießen, außer den Zinsen von mehreren größeren Legaten und Capitalicn, vierteljährliche Beitrage der sechs christlichen Gemeinden, nebst Geschenken und städtischen Gefällen. Mit dem Vcrsorgungshausc, das hülflostn, armen Altcrschwachen, und uerwais'ten Kindern alles Nothwendigc giebt, ist auch ein früher bestandenes Hospital, und eine Pfleganstalt für fremde erkrankte Gcfellcn, verbunden worden. Waisenknaben wurden sonst mit angemessenen Arbeiten beschäftigt; man hat es aber in der letzten Zeit vorgezogen, sie bei Familien unterzubringen und bis zu Ende ihrer Lehrjahre zu unterstützen. Diese Anstalt hat, neben den beiden Krankengesellschasten, in unserer bedrängnißvollen Zeit, vorzüglich 1814 dis 1817 ungemein wohlthätig gewirkt, offenes und geheimes Elend gelindert, größcrem Einhalt gethan. An dieser Anstalt erprobte sich der mildthätige Geist der Ncu- wicdcr jederzeit, und die jährlich vorliegenden Rechnungen sind seine Wärmemesser. Ucbcr das alles hat jede Gemeinde noch eine eigene Armenkasse, die den Geistlichen und Presbytericm mehr oder weniger Mittel zur Handreichung für ihre Dürftigen darbietet. Was Neuwied an den Tausenden von durchziehenden Kriegern in den letzten Jahren gethan, das haben Viele schon laut bezeugt. Durch wachsamere Polizei unterstützt, sehen wir jetzt die verderbliche Bettelei, besonders aus den nahen katholischen Orten, wo sie seit der Aufhebung der Abteien schon sehr abgenommen, und der heilsamen Thatigkeit Raum gegeben hatte, vermindert, ob es gleich nicht zu wehren ist, daß noch Einheimische die hohe Güte des fürstlichen, und die Freigebigkeit vieler bürgerlichen Häuser ansprechen. Der wohlhabende Theil unserer Einwohner verband sich endlich von dem Jahre 1814 an zu einem Fraucnvcrcin, der im Stillen den nächsten Lazarcthcn aus fleißigen Händen dringende Bedürfnisse zusandte, und 1817 zu einem Hülfsvcrcin, der sich mit ansehnlichen Schenkungen an den zu Koblenz anschloß. Für die geistige Armuth endlich hat sich seit dein Anfange des Jahres 1816 die Wicdische Bibelgesellschaft nach Möglichkeit thätig erwiesen. Veranlaßt durch die Anwesenheit des N,-. Stcinkopf von London und von dort her zuerst unterstützt, erfreut auch sie sich jährlicher Beitrage von den Fürsten unseres Kreises und von vielen edelgesinnten Mitchristcn.
Ergiebt es sich nun aus dem gcsammten Inhalte dieser Schrift, daß die Grafschaften Wied in der Reihe der tcutschcn Landesthcile nicht unwcrth bestanden, und erscheint ihr zwiefaches Fürstenhaus dem glücklichen Blick in sein Inneres, und Freunden der Künste und Wissenschaften bei den Namen Luise, Victor und Maximilian, als eines der würdigsten: so walte die ewige Gerechtigkeit über diesem schönen Ganzen: so fördere der Geist des Herrn sein Werk bei jedem Einzelnen: so schaffe er, was unser gesellschaftliches Leben vor Allem bedarf, durch den heiligen Bund, dessen Dcnkvesten um Koblenz jetzt vollendet dastehen, tiefen Frieden und freudiges Leben.
