-.HWM^

.^ > .H''

^

^

«

l0

i

^1«

l^ 5

r

^

42

1139.

IM,

11«,

kel, sich so genannt habe, steht dahin. Diese Beste *) aus dem dunklen Mittelalter, ruht auf einem Fclsenabhange an dem linken Ufer der Lahn, eine kleine Meile oberhalb Limburg; um die Burg zieht sich seit dem zwölften Jahrhundert ein ummauerter Flecken. Die ältesten Besitzer aus dem Salischfränkischen Hause waren zugleich Herren von Westcrburg (T. bei 1002).

Wahrend sich diese und andere neuere Herrschaften in dem niederen Lahngau ausbildeten, ging die Grafschaft Arnstcin mit Ludwig III. zu Ende (S. bei 1107).

Nach seines Vaters, Ludwig des Aeltcrn, Tod, hatte Ludwig III. der Jüngere, ein verständiger und leutseliger Herr, aus Kriegsdiensten zurückgekehrt, sich mit einer Gräfin Guda von Vöncburg vermählt, und vergebens auf einen Erben gehofft. Da beschloß er mit seiner lange schwankenden Gemahlin, sein Schloß Arn­stcin in ein Prämonstratcnscrklostcr umzuwandeln. Es wurde 1142 von diesem strengen Orden besetzt. Die neue Abtei wurde mit dem Erzstift Trier verbunden. An der linken Bcrgseite baute der Graf für seine Gemah­lin einen einsamen Aufenthalt, wo sie durch ein kleines Fenster an den heiligen Handlungen der Kirche Theil nahm. Seine Allodien: Bubenheim in Wormsgau, 30 Hufen bei dem Flecken Wiesen, 8 zu Nattcnhausen, 4 bei Waldorf, andere bei Gcrmcrod, Zeberla, Brumbach, Holerich, Salphet, Singhofen, Vrcmta, Camp, Lanstcin, Selbach, Gcllendorf, Waldrod, Kirchdorf, Haldenhauscn, Nieren, Obcrdiefenbach, Feld und Wein­berg, den Wald Grüstenbach u. f. w. verschrieb Ludwig seinem Stifte. Das Patronatrecht über 72 Kirchen behielt er bei. Seine Mutter Udilhild zog sich auf ihr Gut Udcnkirchen (Odenkirchcn) zurück, und vermachte es an das Erzstift Köln. Graf Ludwig lebte noch lange und starb auf einer Reise zur Untersuchung seiner Kirchen, in Gummcrschcin 1185. Söhne seiner Schwestern, namentlich Isenburger, Nassauer, trugen den Leichnam nach Arnstein.

Noch bei seinem Leben überließ er sein Grafcnamt im Einrich, das er von Kaiser und Reich zu Lehen trug, und seine Vogteicn zu Koblenz, Wesel, St. Goar und Boppard, seinen Vettern von Isenburg, Reinbold (IV.) und Gerlach (IV.). Bei einer späteren Theilung bekam Neinbold die Gerichtsbarkeit des Einrich und den vierhcrrischcn Dörfcrbezirk, Gerlach aber die Trierischcn Lehen Vornich, Patersberg, Offenthal, Worte, Walme- nich, Ritzenhain "). Die Isenburger verkauften ihre Vogtcien an Trier, andere Güter an Nassau und Katzcn- clnbogen. Der Arnstcinischen Grasin Beatrix, der Gemahlin Walram's von Nassau (S. bei 1107), Tochter Adelheid, ward mit einem Grafen von Katzcnclnbogen vermählt; und die Söhne derselben Berthold und Die- ther erhielten Antheil an dem Vierherrischen. Der Gertrudis von Arnstcin, Pfalzgräsin zu Tübingen, Tochter Adcla war die Gemahlin eines Grafen von Clceberg, und vererbte ihre Erbgüter auf ihre Söhne Siegfried und Friedrich von Clceberg, von welchen sie nachmals an Nassau, Isenburg, Limburg, Runkcl und Wester- durg, sielen ^). Die gräflichen Brüder von Isenburg Gerlach (IV.) und Reinbold (IV.) bezeugten die Ur­kunde, durch welche die Grafen Wilhelm und Otto von Clceberg, die von Clemcntia an das Kloster Schiffen- berg 1139 gemachte Schenkung bestätigten. Rcinbold war ferner Zeuge, als der Kaiser Konrad III. nach dem Tode des Pfalzgrafcn Wilhelm, eines Sohnes von Siegfried, dessen Allodien zu dem Reiche zurückzog "). In demselben Jahre untcrsicgeltc Rcinbold (IV.) ncbst dem Grafcn Marquard von Solms, dem ersten dieses Namens, und Stammvaters des Gcsammthauses Solms, eine Urkunde des Klosters Schiffenbcrg "). Nein­bold's (IV.) und Gerlach's (IV.) Bruder Siegfried wohnte einer Gcncralsynodc zu Trier bei; alle drei Brüder unterschrieben die Stiftungsurkunde des Klosters Lonnig, und schenkten den Augustincrinncn, welche sich bei Vallcndar (zu Schönstadt) niederließen, Isenburgsche Grundstücke und Zehnten daselbst "). Ihr Bruder, der Probst Ludwig (S. 1119) hatte eine päpstliche Bulle, die Probstci St. Florin in Koblenz betreffend, ausge­wirkt. Der Erzbischof Adalbero zerriß sie auf dieser Synode. Das Jahr darauf entstand auf der schönen Insel Oberwörth, unweit Vallcndar, ein adliches Fraucnkloster.

*) S. Kupftrtafel No. 4. 40) Non1,!i. ?inäiom. Vrowsri äiäera illultr. «t 5»nctc,l, vnor.

41> Wonk, III. 42) Lia'vc'i ä,nna1. Irev. 43) 6uäßn., Dipl. HI.

44) Li-ovveri, H,mi. ?rev. <5üntl>er, <^. cli^I, IV, 130.

Wwk, Th. I.