sie nach drei Wochen von den vereinigten Bewohnern Bingens, der Umgegend und des Rheingaues, zu welchen noch zahlreiche Verstärkungen aus den pfälzischen Landen gestoßen waren, mit bedeutenden Verlusten an Toten und Gefangenen in die Flucht geschlagen wurden.i)
Doch nicht gar lange herrschte Ruhe, da loderte von neuem die Kriegsfackel empor. Im Jahre 1200 starb Erzbischof Konrad von Mainz. Schlimm sah es damals in Deutschland aus. Zwei Könige, Philipp v. Schwaben und Otto v. Braunschweig waren nach dem Tode König Heinrichs gewählt worden. Jeder derselben hatte seinen Anhang. Insbesondere zeigte sich diese unselige Spaltung auch bei der neuen Erzbischofsivahl. Die meisten, teils Anhänger Philipps, teils von ihm eingeschüchtert, da er bei der Wahl gegenwärtig war, wählten den Bischof Lup old von W orms, einen seiner ergebensten Freunde. Ein Teil der Domherrn dagegen legte Verwahrung gegen die Gültigkeit dieser Wahl ein, aber da man keine Rücksicht auf ihre Einsprache nahm, verließen sie die Stadt und erkoren zu Bingen Siegfried von Eppstein zum Erzbischof. Diese Wahl bestätigte der Papst.
Jetzt begannen die Kämpfe Lupold vertrieb 1201 mit Hülfe des Königs Philipp den Siegfried aus Bingen, mußte es aber wieder verlassen, als Siegfried mit einer stärkeren Macht heranrückte. In den folgenden Jahren bis 1208, wo König Philipp ermordet wurde, hat Bingen und die Umgegend wieder viel gelitten, da die Könige Philipp und Otto sich hier bekriegten und den Nheingegenden harte Wunden schlügen.
Einige Jahre später, 1248, war es Wilhelm von Holland, der gegen den Hohenstaufen Friedrich zum König gewählt worden war Mit Waffengewalt suchte er sich Anerkennung zu verschaffen. Wiederum wurde unsere Gegend in Mitleidenschaft genommen. Langsam kam Wilhelm den Rhein heraufgezogen und lagerte sich im Februar und März 1249 vor Ingelheim. Daß dabei auch die umliegenden Orte, vor allem das nahe Algesheim, manches Ungemach erfahren mußten, ist leicht erklärlich.
>) Mrratio äs red. Llo§. bei Bodmann, Rheingauische
Alterthümer, Seite 886.
