Zweiter Adstzütt.
Geschichte von Algesheim von seiner Einverleibung in das Erzllist Mainz, 983, bis zu seiner Jostreniiung vom Rheingau, 1527.
Durch die Schenkung Ottos war also die Umgegend von Bingen, wozu auch Algesheim gehörte, seit dem Ende des zehnten Jahrhunderts Eigentum der Erzbischöfe von Mainz geworden; es bestrebte sich deshalb bei streitigen Erzbischofswahlen ein jeder der Gewählten diesen Landstrich zuerst in seinen Besitz zu bekommen. Daher konnten vielfache Kämpfe mit all ihren traurigen Folgen in dieser Gegend nicht aus- bleiben, und nur gar zu oft sehen wir feindliche Horden sich Bingens bemächtigen und die umliegenden Orte verwüsten.
Solch eine traurige Zeit brachte das Jahr 1165. Alexander III. hatte den päpstlichen Stuhl bestiegen. Tugendhaft und thatkräftig folgte er nicht in allen Stücken Kaiser Friedrich. Dieser, erzürnt über den Widerstand Alexanders, ließ deshalb einen Gcgenpapst aufstcllen, und aus Furcht vor dem gewaltigen Kaiser erklärte sich eine große Anzahl Bischöfe für Friedrichs Kreatur. Aber Konrad, Erzbischof von Mainz, blieb dem rechtmäßigen Oberhaupte treu. Zu ihm flüchtete sich der Erzbischof vor dem Zorne Friedrichs. Dieser ließ dann durch den, Landgrafen Ludwig von Thüringen das Erzstift durch Mord, Brand und Verwüstung hart für die Treue Konrads büßen. Die Barbarei war dabei grenzenlos. Nachdem die landgräflichen Soldaten in Bingen und den umliegenden Orten alles mit Feuer und Schwert verwüstet hatten, setzten sie in den Rheingau über, wo sie ebenso hausten, bis
