Mn Abschnitt.

Kirchliche Verhältnisse und religiöses Beben im alten Algesheim.

Schon frühzeitig wurde in den Nheingegenden das Chri­stentum verbreitet. Die ersten Christen mögen allerdings römische Soldaten') gewesen sein, aber auch gar bald kamen Glau- bensbotcn in unsere Gegenden, um den Eingeborenen das Evangelium zu verkünden. Soll ja doch schon ein Apostel­schüler, der hl. Creszens, in unseren Gegenden das Chri­stentum aufgepflanzt und erster Bischof von Mainz gewesen sein. Wie dem auch sein mag, sicher waren schon im vierten Jahrhundert einige christliche Gemeinden vorhanden/) und wenn auch im Sturme der Völkerwan­derung das Christentum manchen harten Schlag erhielt, so stand es um so,herrlicher wieder auf, als der gewaltige König Chlodwig (481511) nach dem großen Siege bei Zülpich?) (Ivlpiaeum) 496 sich demselben zuwandte und das große christliche Frankenreich gründete. Und wenn auch der

>) Besonders soll die 22. Legion, welche an der Belagerung und Eroberung Jerusalems im Jahre 70 teilgenommen hatte und im Jahre 80 nach Mainz beordert wurde, viele Christen gezählt haben.

2) Der römische Schriftsteller Ammianus Marcellinus berich­tet uns, daß im Jahre 367 ein alamannischer Häuptling einen Festtag der Christen benutzt hatte, um, während der größte Teil der Bevölke­rung von Mainz beim Gottesdienste in der Kirche versammelt war, unversehens in die Stadt einzubrechen. Wie der hl. Kirchenvater Hieronymus (geb. um 346, gest. 420) berichtet, wurden bald nach dem Jahre 400 zu Mainz mehrere tausend Einwohner in einer Kirche erschlagen. Vergleiche Hefele bei Wetzer und Welte, Kirchenlexikon, VI, S. 764.

b) Stadt in der preußischen Rheinprovinz, nordwestlich von Bonn.