Wer Abschnitt.
Schule und Lehrer im ulten Algesheim.
Das große Verdienst, in Deutschland Schulen gegründet zu haben, in welche auch die Kinder des Volkes ausgenommen wurden, gebührt unstreitig der Kirche. Sie war überall, wo sie festen Fuß faßte, eingedenk der Worte ihres Meisters, die Völker zu lehren,') darauf bedacht, Schulen zu gründen und dadurch Gesittung und Kultur zu verbreiten. Nicht bloß Päpste und Bischöfe haben sich warm des Jugendunterrichts angenommen, sondern auch auf Kirchenversammlungen wurde derselbe wiederholt zum Gegenstand der Beratung gemacht und die Errichtung von Schulen eindringlich verordnet.?) So entstanden die Dom- und Stiftsschulen, die Klosterschulen, die Stadt- oder Natsschulen und in kleineren Orten die Pfarrschulen. „Der Unterricht in den Pfarrschulen wurde anfangs, so gut es möglich war, von dem Pfarrer selbst erteilt. Unterstützt wurde er hierin von seinen Gehülfen, den Kaplänen. Da aber au jeder Pfarrkirche ein Sakristan (sa- vriota) oder Glöckner (oaivpauator) angestellt war, der für seine Dienstleistungen ein bestimmtes Einkommen hatte, so wurde, da die Pfarrgeschäfte täglich wuchsen und die Kräfte des Pfarrers mehr in Anspruch nahmen, wenn ein solcher Küster oder Glöckner die Fähigkeit und Kenntnisse besaß, dieser
Math. 28,19.
2) Vergl. Spreng, Zur Geschichte des Schulwesens in Deutschland im Programm des Real-Pro-Gymnasiums zu Seligenstadt 1876, S. 8, und Nettesheim, Geschichte der Schulen im alten Herzogtum Geldern, S. 8 ff.
