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entstandenen Dörfer vielfach nach dem Namen des Besitzers des Haupthofes genannt wurden. Mit einem solchen Fall haben wir es offenbar hier zu thun. „Alagast" ist ein fränkischer Name, ähnlich wie Arbogast, Salogaft, Bo- dogast,Windogast, und „h eim" heißt soviel wie Heimat, Haus.i) Demnach würde Al a gastesheim heißen „das Haus, die Wohnstätte des Alagast." 2 ) Wir hätten also hier an die Besitzung eines vornehmen, angesehenen Mannes mit vielen Gütern zu denken, um dessen Hof sich die Knechte nnd andere wenig Begüterte gleichsam als um ihr Haupt zusammenscharten und dann der ganzen Umgebung den Namen ihres Schutz- und Schirmherr« beilegten.
Fast vier Jahrhunderte lang war Alg es heim unmittelbares Reichsgebiet bis es vermittelst Schenkung des Kaisers Otto II. an Erzbischof Willigis als zur Umgegend der Stadt Bingen gehörig im Iah re 983 auch in weltlicher Beziehung an das Erzstift Mainz kam, dem es in kirchlicher Beziehung von jeher angehört hatte. Erzbischof Willigis (978—1011) war es nämlich, der durch seine Befürwortung es dahin brachte, daß auf dem Reichstage zu Verona die von Kaiser Otto II. (973 — 983) sehnlichst gewünschte Erwählung seines erst dreijährigen Sohnes Otto zum Nachfolger in der deutschen Königswürde stattfand. Aus Erkenntlichkeit dafür trat Kaffer Otto II. durch eine Urkunde, welche zu Verona am 14. Juni 983 ausgestellt wurde, dem erzbischöflichen Stuhle zu Mainz alle Rechte ab, welche dem Kaiser noch in Bingen und dessen Umgegend zustanden, als: Münzrecht, Leibeignen, Höfe, Gebäulichkeiten, Wälder, Jagdrechte, Wiesen, Weiden, Weinberge, Flüsse, gebaute und un- gebaute Felder, Mühlen mit allem Zubehör.»)
0 Vergleiche Arnold, Ansiedelungen und Wanderungen deutscher Stämme. S. 382 ff.
2 ) Ähnliche Benennungen haben wir an Bechtoldsheim, Sobern- heim, Volksheim, Albisheim u. anderen.
2 ) Oiulenus, Ooä. clipl. I, 12. Das Gebiet reichte laut dieser Urkunde auf der linken Nheiuseits von der Brücke über die Selzbach bis nach Heimbach und auf der rechten Seite des Rheins von der Stelle, wo das Elsbächlein (Msa) in denselben fließt sÖstrich), bis zu dem Dörflein Kaub. Vergl. über diese Schenkung: ^nnalss kin^onsoo von Scholl, vä. Sander, S. 47 Anm. 4, S. 48 Anm. 3 u. S. 00 Anm. 4
