Das i. Buch.

Angeben/ als solle sie nach der Zeit/ da die Fram;ö- fische Könige zum Christlichen Glauben bekehret worden / zwey geringe unterschiedliche Dörffer gewe­sen seyn/ dero cins^cm«>5, das andere Spcyer,ge­nant : Dann Nem«iz nicht die Scadt / sondern die Völcker dcroselbigen vbauprstadt uiw ^ecrapc»-

In l>lcm<:cum oder iVcmccacerna ( wie die ^ulluz dirlur , Orncliux laciiu« , UNd viel alte l^Murici

und c.'nlInc)Fi2^ki nennen /) genant seyn / und 5>i>r2 ist sie hcrnachmals / als die Römische Käyscr ihre «>Kai«m pl^arium darein geleql / genant worden/ wie solches gemcinlich alle Gelehrte darflir halten. Auch ist es nicht glaublich / dasi die Spcy- rischc Bischössc dero etliche und drcyssg nach einan­der/ biß anffdie Zeit/ da Spcyer erst zur Stadt ge­macht seyn soll/ nach dieses Gedichts Angeben / nam- hafft gemacht wordeit/ und etliche Städte/ die ih- lleiivoin Käyscr übergeben/ gehabt/ über die iooo. Jahr in einem offenen Dorff gesessen und gewöhnet haben sollen.

4. Dasidenn i!N4.Articulgemeldt wird/ wie die Könige aus Franckrcich / alls besonderer Liebe zur Christlichen Religion/ einen Bischoff in die obgc- mcldtc zwey Dörffer sollen gesetzt haben / und aber­malen die Nahmen dcrsrlbigen Königen/ desgleichen auch des Bischoffs / darzu die Umstände der Zeit (wie sich dann bey wahren Historien anzuzeigen ge bübrei) verschwiegen werden / erscheint daraus auch dieses gleich der andern Articul Nichtigkeit und Ungrund,.

Es kan aber und m,',^ bcständiglich und warhaff- tig dargcchanund bcwi^en werden/ daß die Stadt Spcyer oder^I-mennn ^u^ust» (Lottes Wort lind wahre Christliche Religion ehe und zuvor gehabt/ dann die Könige in Franckrcich darzu kommen seynd / Ja ehe das Königreich ^ranckrcich cn>',landcn gewe­sen ist: Dann icsolchcscrst Anno CÖristi )48.sich von dem ersten Konig i'^ammi^, angefangen; und der erste Christliche Frantzösifche König/ so sich tauffcn lassen und den Christlichen Glauben ange­nommen/ Anno C Hnsti so 1. ist cioäovcu5 gewe­sen / wie Llan^m . InHnne^l'lic^eminz und I'unc»

ciu« melden. So haben aber bald in diesen Landen/ nachderHimmelsahrtCHristi / dcr.Apostcl Jünger

Oclce»5, Klarern^ , Lücken« und Valerinz. wie

Lu<el,.^c/e/?/?,/?./<5. ?.c^.4. beenget; dasEvaw gelium Christi gepredigct/ und die Kirchen Christ« angefangen zu bauen. Und nachdem der Teuffcl durch ^"mm und seinen Anhang dicftlbigc betrübet lind uw ruhig aemacht/ hat/°lll^. davon erst hernach im 7. Articul Meldung qcsch'cht/ und WN dem die Spcy- r'sche Bifthöffihren Anfing und Ursprung hero ä«l. »rcn / länger dann anderthalb hundert Jahr zuvor/ ehe die Französische Könige zum Christlichen Glau­ben >eynd bekehret worden / das Evangelium gcpredl- get/ wie aus den i«mi>> (^»ncilwrum zu beweisen/ darin dann angezeiget wird / dasidcrsclbige durch den Kayscr ^»ntt^nnum dlüorum zunl Bffchoff gen Spcyer verordnet ist worden-

5.6.7. Sovielden 5.6. und 7. Articul belangen thut / dasi die Könige aus Franckreic!) einem B'schoff solche zwey Dörffer zu vollem und gantzcm Eigen­thum geben und zugestellt babcn sollen / d,esclbigc «uchhcmach die B'schöffeals ihr E'genclM! rcgierc

Lap. iv. 7

undingchabt/ ka,i aus keiner glaubwürdigen Hisio« ri erwiesen / lioch mit Grund der Warheil derjenige/ der sie vcrschcnckt/ nocb wenn es bcschehcn/ wer die Briesshierubcrinnbabc/ wie dieselben lauten/noch ob der Schencklillg auch die Übergab und Einräu­mung erfolgt/ angezeigt werden : Dann so derglei­chen das geringste vorhanden / wurde die Stadt in dein Stand / dann sie ictzo ist / nimmermehr sich ha- ben erbeben können. Es ist aber wo! zu merckcn/ die­weil der Dicbtcr dieser Fabel beym siebenden Arti- cul ansähet zuiMoi-Kieren/ Jahr/ Zeit und Perso­nen anzuzeigen lind zu benennen/ wie er damit sein voriges droben beym zweyten Articul geschehenes An­geben selbst umstoßet und zu nichts macht. Dann daselbst hat er awculirt/ und für eine gewisse War- heit dargegcbcn/ die Könige aus Franckreich haben gleich bald/ nach dem sie den Christlichen Glauben angenommen/ dieStiffiund Klöster/ so in dieser GegcndundLandsArtsind/auffgcrichtet/ undge«

stifftel.

Nun ist aber aus aller ^bronolozamm einhellige« Tlippm.-Uwn und l"a!cli1c,gewiß/ dasi die FranKösl- scbc Könige de>. Christlichen Glauben erst Annc» CHristisoi. angenommen/ rekibu«ulonci«. 0nu-

und andern mcbr/ wie haben sie dann Anno; 37. ei­ne solche lalige,Zeit zuvor/ gen Svcyer Bischöffe so tzen können?

Wahr ist es/ wicalich droben vermeldet/ wie ei­ner felln, < geliaitt / zu Speyer Bischost und Pfarr- Herr gewesen/ AnnoCHrisii ) 5 7. mag auch noch wo! (welches doch nicht vermuthlich / dasi er über sechzig Jahr unter so schweren Verfolgungen der recbt gesinnetrn und Gläubigen/ an einem Ort ge> blieben. ) Anno ?^y. gelebt babcn. Daß er aber 1°« lüccelliuncm des obvcrineyiiml von den Fram?ö- slscl'cn Königoi auffgericbtcit Bistlnnns dahin solle kominen scvn / lnag nicht geglalibt wcrdc»^ / dieweil die Französischen Könige/ so von Ph2l-imunc!l), wie obgemcldt/ ihren Uliprung haben/ zur selbigen Zeit/ da 1-Muz gclebrt und gepredigct / erst bernacl) über die i s s. Jahr die wahre Christliche Religion ange­nommen/ zuvor aberdieselbigeauffsgrausaniste an­gefeindet/ und verfolget haben : Dann ^In^uveu» (welcher der Fünffic nach obgemeldtenr I^,r2mun. cln gewesen) von ^emil;io gctaufft/ und durch sein Gemahl die ckiclul^em zum Christlichen Glauben erstlich bekehrt ist worden.

Alis gleichmässigem Ungrund wird hernach im achten Articul auch vcrmcyntlich furgcbm / daß die Bischoffezu Speyer nach derselben Zeit/ nemliel, Anno CHristi 5??. die Stadt Spwer vor ibr Ei" gcnlhumlngcbabt l»id regiert habensollen / bisidaß Königs DHFubernRegirninq angefangen/ welches imerkic'um «mpnr« der Fabulanl selbst Miff 2,^?. Jahr summiert / thm also hiermit einen weilen Sprllng/ übrrhüpfft 10. Könige in Frallckreicl' und 28s. Jabr,( dann so lang ist es von des Bischoffs seMi Zeiten/ nehmlich-»>) ^»nc, cbritti ^64. b,ß miff das erste Jahr der Regierung D^obo-n, des Ersten dieses Nahmcno/ linter den Frantzös. Köni­gen/ den dann der Fabulam vielleicht wird meynen/ da>in wenn er den andern Na^nKenum wolte ver­standen haben / wm dc sich die Zeit noch viel weiter

erstrc»