> Das ii. Buch.

»Reichs-Versammlungen/ oder in ihrenGesätzm/ Policcy lind andern Ordnungen noch vor Gericht und Obrigkeiten die Teutsche Sprach in Schrift- tm uuo Briefen/ wie die Namen haben/ gar nicht gebraucht/ sondern so schwer zu schreiben angesehen/ daß man sich davon gäntziich enthalten. ^lnb.^r- <l«z meldet in der Hlsiori^aruli Kla^m ,»vl>^ t,^?-«' // /s</><(r«i ^- l)l/>/e<l /s/o>!l<lc^/, daß er sich dieselbe zuschreibeninsondcrsbemühet/ und deshalbcn auch ein (3, ,imm»cic in Teutscher Sprach angefangen/ aber es sey die Arbeit zu nicht worden. l'ricKemn« schreibt/ daß er ein Theil von derselben c^mm^ t,c mit so scltzamen Buchstaben geschrieben befun­den/ daß. sie niemand weder lescn noch verstehen können.

. Was aber von Teutschen Wörtern und Sachen m den Historien zu finden / das ist alles mit La­teinischen Buchstaben und mchmtheils nack ^- roll ^l^nl Regierung vcrzeichncr. Gleichen Brauch haben auch die Ungarn / Polen und Win« dische Mckcr gehalten / und jeynd eben in den Gcdancken gestanden / man könne ihre Sprachen Nicht zur Feder setzen/ daher scynd aller Teutschen Völcker Gcsätz und Ordnungcil / alle l^ivil^ia, V>>)!amHt2 . Übergaben/ Schenckungs-Brief/ Bundnuß / und was jemals von den Teutschen biß cmffs Jahr zwölff hundert hinauß in Reichs-Vcr- saitnnlungcn/Cantzlcyen/ vor Gerichten und Obrig­keiten ^.Klice und priv^cim geschrieben / in Lateini­scher Sprach vcrfast und außgefcrtigct worden/ Käyser^x.mlll-l«u5 der i. hat groß Geld und statt­liche kostbare Verehrungen darauffgeseln/ so jemand einen Teutschen offenen Brief/ der vor 50». Jah­ren in Teutsch geschrieben/ hätte können erfinden und an Tag bringen. H^,.H^. /. 2. ^. />«»l,a^. m^»,r<!!/«"t /«^«a «/. <D>. Wie er dailn insondcr- heit all dcil Rath der Stadt Spcyr geschrieben/ und ernstlich mit Fleiß/ (llc sananc verda) gebeten/ i.Ihmc cmß ihrem ^rcbiv die älteste Teutsche »'Schrifftenm ori^nali zu überschicken/ mit Vcr- ».sicherung / daß er bey wahren teutschen Glaliben >, und Käyscrlichcn Ehren solche nicht behalten / son- "dernWiederzurücksenoen wolle/ den 18. o««m- »orix 14^8 so hat auch dieser löbliche Kayser^- «, ximilian vorgehabt eine allgemeine dbrunic des "Teutschlands verfertigen zu lassen/ dann er die .' !Morico5 in sonderbaren Gunsten uno Gnaden »gehabt/ darunter gewesen Johann« (^)in>2nu8,

sabann« 8^1?,^« , donra^u« Leucin^eruz, Lili- >, d2l<iuz Lircl^Iicrmel u« öcc. GOTT gebt Gnad/

daß das anjetzo vorhabende Werck etlicher vor- ''treffllcher Personen in dergleichen Materie seinen .'löblichenundnlmlichenZweck erreichenmöge. V» Unter allen Völckern/ die von Erschaffung der Welt gelebt/ hat keins derselben scme Kriegs-und Frie« dens-Ha,idlungen mit »nebm n Fleiß all Tag ge­ben / als die Griechen und Römer / <K» (ausigc« »nominen die Chineser / oder nach der Teutschen « Außsprach Tzincser oder Sinescr / welche nicht "nur weit ältere Bücher als die Griechen und >. Homer/ sondern auch alle Thaten/ Handlun­gen und kluge Reden ihrer Käyser uMbstandlich «beschrieben hgbcl, / wie dcroselbm Schnfften

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außweiscn/ wiewol glaüblich/ daß bey diesen drey- en Marionen insgesanlpt offters Gedichte und Fa-.» bcln/ solldcrlich ii, gar alten Sachen/vor Warhei- tcn verkaufft werden wollen) ,,^i welche nicht al- lciil was <ie mit den Feinden löbliches verricht und nach Gestalt des Glücks/ Zeit und Laufs bey ihnen furgangcn / zur Nochdurfft den Nachkommende« zur Wissenschafft in Bücher verzeichnet / sondern ofttcrmals schlechte und geringe Ding mit prächti­gen vielen Worten so groß und ansehnlich gemacht, als hatte kein Volck unter der Sonnen dergleichen thun und verrichten können. Wenn die Teutsche und andere Europäische Völcker so viel Glück ge­habt / daß sich Leut bey ihnen funden / die ihr Gc- schicht/ Thaten und Handlungen / nur wie sie in der Warhcit fürgangen/ ohne allen Rhetorischen IierachundZusatz aussgezeichnet/ würde man son­der Zwcistcl befinden/ daß der Griechen Handlun- gen / dergleichen der Römer / ausscrhab was sie gegen die Teutsche unterstanden / ^lex^iär, ^2- em Außspruch allerdings gemäß seyn / da er ge­jagt / derselben Krieg / die sie unter sich und mit ihren Feinden geführt/ hätten bey ihme eben das Ansehen/ wie der Frosch und Mäuse Streit/ da­von ttcimecu5 viel stattliches Ding schreibt / und wann man die Histori des Zieraths der Wort cnt- blöst / so -ists nichts anders / dann eine Kurkweil und geringschätziges Werck- Desgleichen haben berührte Völcker ihre Gesatz / Ordnungen/ weise Rathschläge und alle andere Sachen / so von O- brigkcitcn und Unterthanen rühmlich verhandelt/ mit allen Umbständen durch Gelehrte in Schriff- ten begriffen / und zu jedermans Wisscnschafft cmßbreitcn lassen/hingegen die Teutsche und andere ihres gleichen streitbare Völcker haben allein für, trefflicher Helden Sachen und stattlichen Wercken der Tugend und Ehrbarkeit nachgctracht / dem 5mckcren und Schrifften stellen im wenigsten nach­gefragt / also / daß unter hoben und niedern Standes Personen keiner weder lesen noch schrei­ben können / wie 1 ^ciruz von ihnen zeugt / /<ö. ^e

«,o^l/>. <3^>»6»<»s'. I_icer2rum tecreea viri r>2ricer öc

fu-minX iznorani. Dcninqcy dann die Teutsche Francken den Römern in Gallien und andern Völ- ckcrnobgesiegt / und mächtige Land und(cut ihrer Gewalt und Regierung unterworffen / und so groß und weicläufftiges Regiment bestellen und verwal« ten sollen/ die Römer aber nach ihrer Manier gantz Oallien und was sie in Teutschland beherrscht/ ehe sie von den Francken überwunden / und auß- geschafft / durch Kriegs und Politischer Händel erfahrne und gelehrte Leut/ alle Regiment und O- berkeitliche Aemptcr in Städten und Landen ver­waltet und zukermret/ welche Gesätz/ Ordnun­gen / und was vor Obrigkeiten und Gerichten ver­handelt / desgleichen alle cunrr»n. Testament/ Vertrag/ Bündnuß/ und was dergleichen in ih­rer / ncmlich der Lateinischen Sprach zu beschreiben in stem Übung pfleglich hcrbracht/ und daher er­folgt / daß durch Langwierigkeit der Zeit solche Form der Reg«rung durch Lateinische Schriff­ten so siarcken Grund in bemeldtcn Landen gesetzt/ daß obwol die Francken derselben Mächtig wor­den / jedoch so tieff «ingewm'tzclte Gestalt und Be-

V schaffen«

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