»8Q K. Fhildericlls.
Landschafft Hingericht/ Ferner mit ungewöhnlichen Schamingen und Tributen der Unterthanen Nabrung und Rcichthunw erschöpfft/ und ihnen durch diß V?ittcl die Krafft und Nerven/ »ich »nit Krieg wider ihne aufzulehnen/ abgeschnitten. Demnach aber diese strenge und beschwerliche Regierung den Franckcn unleidlich / und dcßhalbcn sich derselben qcrn entledigt/ da es ihnen nicht am Anfänger und Haupt zum Aufstand ermangelt/ hat Vi- «lomarus, einer aus den Christen des Lands/ König .huldcrichcn in Thüringen den betrübten Zustand durch Bottschaftt verständigt / und ihnc crmahnt/ sich von dcmncn in Franckreich zu erheben/ und das Königreich wieder anzunehmen/ »nit Vertröstung/ daß er zu solchen: Fürnchmcn allgemeine .Yulff/ guten Willen und Beförderung wurde bc- sindcn.iZ'.>Es wird hoffentlich nicht unbcliebig sc»n/ ,. hicrbey zu gedenckcn/ daß dieser Vinclom^ des Kö< „nigHildcrichs vertrautester und gctrcucstcr Freund „gewesen/ ihnc zum össccmvonseinemunlöblichcn „Wesen und Leben/doch vergebenlichabgemahnt/ ., und endlich / als er den Abfall der Franckcn vcr- „merckt/ dem König sclbstcn gerathen haben solle/ »sichaus dem Reich weg zu begeben/ mitVcrsiche- ,>rung/ daß er dicSachcn schon nach und nach in „ solchen Stand/ und dahin richten wolle/ daß er/ ,> der König wieder werde zurück bcruffcn / und deß „ Königreichs habhafft werden/und damit der Körnig ein unfehlbares Zeichen haben möchte / wann „ er tecllich und ohneForcht sich alsobaldcn einstellen tonte und solte/ ist des Königs Ring cntzwey "gebrochen/ der halbe Theil von ibme mit sich gc- „nommcn/ und die andere Hclfftc dem Vii^am^r „gelassen worden. Nach Abzug deß Königs hat '.dieser Vm6um,r sich dcrmasscn in die innerste " Gunst des neuen Königs ^>6ii geschwungen/daß "tr ebener Massen sein/wie zuvor deßtti^enci.ge- "hcimcstcr Rath worden/ aber unter der Hand all "sein Thun dahin gerichtet/ihnc ^»äium bey dem "Volck verhaßt/ sich aber selbst alles Verdachts ,, frey/ und dein Vertriebenen zu Wiedererlangung „seines Reichs den Weg eben zu machen/ welches „ ihme dann auch / durch die von ihm cingerathcne „und vollzogene Auflegung der schwären und un* " gewöhnlichen Schätzungen/ auch vermittelst Hin- .. richtung derjenigen vornehmsten unter dem Volck/ " welche er gcwust gehabt/ daß sie dem vertriebene!? ,- König aufsätzig und zuwider/ andere aber vorher „verstorben gewesen/ und bey den übrigen der-Haß „ gegen den Hildcrich nachgelassen gehabt / nach „ Wunsch gelungen. Es muß also dieser ^iäi,« "entweder kein kluger Kopff gewesen sepn/ (dann »daß er vom ^vico zurBcschützung des Lands vcr- »'ordnet gewesen/ solches macht es eben nicht aus/) '. oder G ^tt sonderlich das Francken-Volck lieb ge- „ habt haben/ er hätte billig des Volcks Liebe/ und ,, deß Hildcrichs Feind Gunst conlervircn/ hingegen "dessen Freunde Rathschlag verdächtig halten/und „vor allen Dingen bcdenckcn sollen/ daß er nicht si- .'chersitzc/ solang derHildmch noch imLcbcn ftyc/
" dahero sagtKlacbiHvcllilz wohl: plincipem inf>z» „tonuper Im^eriu nnuin elle non poll'c, ciuam^iu .. illi vivunr, ^ucil Imlierio U)c>Ii2v>r. ^l Dieser
Bottschafft ist König Hllderich höchlich erfreuet
Speyrischcr Zhronick
worden/ hat sich alsbald zur Reis und Einnehm seines Königreichs gcfast gemacht. Als dicköt "0" seine Wiedcrkunfft vernommen/ haben sie denRö" mcr^^iclnim milden seinen vom Königreich abgc- stosscn / und vorigen ihren natürlichen König mit Frolockcn empfangen/ und wieder eingesetzt An.4^ ^- Denmach die Zeitung an ttainn.hof inThnrin^n angelangt/ wa^ Massen König Hildcrich seines K" nigreicl's wicdcrumb mächtig / »nitFrelidc»! inw g«^ lein Willen der Unterthanen die Regierung cmgc/ trctten/ hat ü.'ü,^,, bei lihrieo n,"m> Gemahl/ die mic K önig.hildcrich die Zeit seines Anweseno in T hm'N' gen ungebührlich in Unzucht gelebt/ sich vonchttw Heim heimlich abgestolcn/ und zu ihrem Liebhabe», in Franckreich begeben, (^umuz schreibt: Als >le zum König.hildcrich kommen/ hab er sie umb Ursacy ihrer Ankunfft befragt/ und sie ihme in Antwort zu vernehmen geben/ daßsiczusofcrren Reis seine für- treffliche Tugenden bewogen/und dcßhalben<lch1"" ncr Gemeinschafft nit Massen noch enthalten ton< nen. Solche Antwort habc der König gern gebort/ undsich bald hernach öffentlich mit ihr ehcl ch bcst^ tet/ unangeschcn daß ihr Gemahl Nainn^ „och >>" Leben/ und ihme grosse Ehr und Freundscbafft in <ci' ncm Elc)id erwiesen. Die Königin Lal^a, nach d«^ mahliqcm.dcydiilschen Wesen/ hat insondcrs d" Zaubere») obgelegen / und ihrem Gemahl Komg Hilderlch die erste Na>.I)t ihres Bcylagcrs/in Francs reich wunderbare Gesicht lassen erscheinen / und da»" aus prc phcccyl/ wie ungleiche Erben und Nawl^ mcn »nKönigreich wurden folgen. KönigHiloency ist gestorben Anno 484. als er 2.5. I ahr regiert/ dar^ unccr die». Jahr seines ^x,lii nicht gerechnet/ ^'"3-
Das li. ssapitei.
von ^lo^civeu dem II. Röm'g-
^ I.nänveu>!.KönigHilderichsund Ijatin«Sob^ V». ist an seines Vaters statt kommen An.4^4- l)^ sich vermahlet mit i m^rici. Königs ausPu'gu'^ dien Tochter Gothild/ <^ Gothuld oder ciu^b ^, wie sie von andern genennet wird/"^ so nicht allem schöner Gestalt/ sondern vcrnunsstig/ fromm MtA furchtig/ und im Christlichen Glauben von ihren C' lern erzogen gewesen/1 urun./,ö.2. c.2?. (Ilocluve^ und die Franckcn/deßglcichcn das Speycrgau/st')"!' damahls mehrcrthclls der Abgötterei) undHcydcn^ thumb angehangen/ das ist/ daß sie5«urnum,^ vemM»r«m und ^lercurium gcehrct und angeb^ tcn. Wiewol^Iuäave.,<!bey der Eheberedungdl»cy seine Gesandten/ für sich und die seine/ dieL h''stl'^ Religion anzunehmen/ in seinem Königreich j' pfiantzcn undhandzuhabcn versprochen/ hat crd"r)
lolchc Zusag in vielen Jahren nichtgclcist: Dcßh" ben wie (^^.«nz schreibt/zwischen ihnen Ehglmay
lcn allerhand Unwillen und Widerwärtigkeit biß ms < s. Jahr sich erhalten. Demnach der Francr" Macht uud Gewalt sich je langer ,e mehr crweiN'u und über alle hiuaus gethan, stvnd dic AlemanN'!^ Völcker / die von Kiei-nveo und -dilderich dun'/ Krieg ausgcschaffc / ihnen hierum sehr nußgünM und fcind worden/und wo sie Anlaß lind GclegenlM
gehabt/
