344 Käys. Otto I.

Hertzog dieses Exempels seiner grossen Tugend/ des Verstands und Gütigreit willen / hernach zum Königin Pohlm erwählt undgesetzt worden.

Das vii. Kap. Von der StadtSpeyr/und was bey

Zeiten Käyscrs Otto des Ersten daselbst füraegangcn.

Erstlich v«n einem Turnier/ so derselbe 4»- nc» 9)8. zu Speyr gehalten/und Heyrarh zwisihen Graf Eberhard von oberstem und Rayser 0t«>m5 Schwester.

sN bcnenntem Jahr hat Käyser Ott/als er im Elsas widerHertzog Giselbert in tothrin- - gen gestritten / nach Eroberung der Stadt Sttaßburg/ das Schloß Edelstein belagert/ und durch seine Obristen die Belagerung auf andert­halb Jahr beharret / aber doch nichts frucht» barliches verricht. Derhalben einer aus denObri- fien / dem Käyser einen Hof und Turnier gen Speyr außzuichreibm gerathen / -zu dem Ende/ daß nicht zu jwciffeln / die Grafen von Eberstcin als tapffere Ritter würden sich dahin verfügen/ und dem Ritter» Spiel beywohnen / in deren ^lb- weftn aller Ernst und Fleiß sürzuwenden / daß die Vestung möcht erobert und eingenommen wer­den. Käyser Ott hat ihme diesen Fürschlag lassen gefallen / und ins Werck gericht. Als nun der Käyser und andere Fürsten undHerren zum Tumier zu Speyr erschienen / haben sich drey Grafen von Eberstcin auch eingestellt/und die Beschirmung der Burg andern anvertrauet / doch immittelst ihres Abwesens sich keiner sondcrbahren Gefährlichkeit besorget. Den ersten Tag des Turniers hat man l« Abend einen Tantz in Gegenwart des Käysers angestellet/ und bevorab den Grasen von Edelstein gute., Willen und Ehr erzeigt/ und bestellt/daß sie mit Vottäntzen vor andern geehret worden. Es hat sich aber zugetragen/ daß eine Edle Jungfrau/ deren der Käyseriscben Obristcn Anschlag für Ohren gekommen / im Tanhen mit kurtzen Worten »n ge- heim denselben dem einen von Ebcrstein eröffnet. Nach vollendeten Tantz haben sich die Brüder zu« sawmen gezogen/mit einander berathschlaget/was chnen zu thun seyn wolle / und sich verglichen/ alsbald in'geheim abzuziehen. Damit aber dem Käyser ihr Vorhaben nicht unzeitig verknndschafft oder ver­dächtig würde/ haben sie hundert Goldgülden auß- gebotten / morgends mit andern darum zu tu, ni- rm/ oder soviel von dem / der würde unten liegen/ da» zu zu gewinnen / und solch Geld bey dem Frauenzim« wer /zu mehrer Bestätigung ihres Anwesens/<le- punirtt. Hernach sich noch desselben Abends aus der Stadt über Rhein/ und mir gross« Eyl in ihre Burg begeben/und die Sache cbenaljobewendtbc« funden/inmasscn sie dessen die Edle Iui'gfrau Hvili. ret: Dann die Käyserische denselben Tag die Ve­stung mit grossem Ernst / aber doch nochmals vel ge» vmlich/ zumSturnl angelaussen. Als nun folgenden Tags der bestimmte Türmer wieder angegangen/ und d!t von Edelstein nicht erschienen/hat der Käy»

Speyrischer Thronick

ser vermercket / daß ihnen lem Anschlag verkünd- schafft/ und aus seines Ob, isten Bottschafft vernom­men / daß man den Sturm mit grossem Schaden seines Volcls verricht/und starcken Widerstand er­litten. Dieweil dann der Käyser viel Zeitund^olcr verlohrm/und deren von Ebcrstein treffentllche ^ gend gnugsam erfahren/ist er zu Rath worden/M mit ihnen zu versöhnen / dieselbe mitFreundlcMi. ihme verpflicht zu machen/ undzu derenBcMlgung seine Schwester Hedwig / König Heinrichs >"!)«" den, »ungern Grafen Eberhard von Eberstem zu vei mahlen. Demnach er nun solch sein Gemüth uno Fürhaben gedachten Grafen durch BottschM i" vernehmen gegeben/haben sie sich solcher anerbon" nen Gnade und Frcundschaftt höchlich erfreuet^ solche mit höchstem Danck beliebt/ und ist das HA lager in Sachsen gehalten worden. Diese Geley'«" erzehlet Ous. /,b.4. p^,. i. c. ,. aus einem "'"- scris.tc, vom Herkommen mehr gedachter Gral""

Das Vlli. Kapitel.

Ein ander Geschickt / die sick beyVäysir O«en mir seinem Sriess-Sohn »5"y"v tLrnst 5« Speyr zugetragen.

^EsKäyscrs Gemahl Frau Adelheit/O'K^ ' nigsRudolphi in BurgundTochlll/

-------- /<b.i.c^.^.,.^soer^''N"95'-^'

liget, eine gelehrte und mSprachcn ersahrneMa > ^ hat mit ihren» ersten Gemahl / König l.ocd" ^ I«li2. einen Sohn /Ernst genennl /erzeugt^' '^ die Mutter in Griechischer und kat.lnilchcr^ ^ sehr wohl hat lassen

vatter KäyserOtto/weqcn seiner GeschlM'chrc'l ^ Verstands/ in wichtigen Sachen/ dar'"""'/ und besser als andere guten Außschlag geben o " ^ gar bevor und werth gehalten. Dieweil es a"^ mals sehr ungewöhnlich und ein frembd ^j""^,, wcscn, raß ein Fürst Lattinischc Sprach '" ,, dies'lbe s.h /,ben und reden können/ s^en "" ^ stm hertzogeu / der mit Geschicklichkeit >h""^er furgezogen / ausssetzig und feind ""d", /. ^ andern aber bevorab Henrich / ein Psaltzg^'' ^, Käyscrlichm Hof / so in grossem Ansth-n U^ ^ heimen Ralh gewesm / eine sonderdahre 0«»''" ' Feindichafft gegen demselben geschöpffet / o ' , gen sich unterstanden dem Käyser emzuo"l . als pr^icire Hertzog Ernst list'glich 0asH^ ur»d Unterthanen an sich / und habe d"" ''"u Anschläge gemacht / den Käyser umbS Uven ^ bringen/ und sich ins Regiment zu setzen / pev" weil Hertzoqkudolph/ des Kayscrs Sohn / ve>' ben/ und Otto sein Stieff-Bruder / ">cv.'" r und unerzogen. Der Käyser / als von Na',"»«. Sanfftmuth geneigt / hat seinem <^ohn em '. scrs anvertrauet / und ohne satten Gruno erw' so einem Ernst gleich / gegen ihme fürzun"'' umgegangen. Jedoch imnassen die erste E'lw»"^ gen gemeiniglich verfänglich seyn / also hatte stcy " .^ des Käylers Gemüth etwas gege" dem lUH^ Herm2>celirt und verändert/dessen UrM "H^ zu erkundigen allen Fleiß angewendt /und em in El fahrung gekommen/ welcher Oestalter^