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gezählten Quellen seiner felsigen, von Hechten und anderen Fischen durchwimmcltcn Tieft, in welcher die Klarheit des süßen Wassers wohl leichter das Auge als das Bleilot!) forschen läßt; man hat sie zu vierhundert und zwanzig Fuß gemessen «). Der Ueberfluß des Wassers wird durch einen unterirdischen Kanal eine Viertelstunde weit zwischen Bergen abgeleitet. Von Feuerwirkungen zeigt dieser See keine Spur; sein Grund enthält Sand von Quarz, Späth und andern, frischen Gestein, wie auch die Hügel um ihn herum.
An der südwestlichen Seite dieses See's erhob die fest und schon aus Quadern gebaute Abtei Laach ihre sechs Thürme ^); jetzt sind die weiten Gebäude das Eigcnthum eines Einzelnen.
Auf dem Rückwege nach Neuwied finden wir, außer mehreren Höfen, die Dörfer Ober- und NiedermäN- dig (Mennig) mit den sehenswürdigen Mühlstcinbrüchcn, Frauenkirchen, einen sonst kurtrierschcn Hof, nebst einer verfallenden Wallfahrtskirche, angeblich an dem Orte, wo die heilige Genoveva mit ihrem Sohn in der Wildniß lebte. Die Kapelle ist von neuerer Bauart, und der Hauptaltar zeigt, wie Siegsried auf der Jagd seine Gemahlin wieder gefunden, in schlechter Gypsarbcit. Von da sehen wir links das Dorf Krufft, rechts Ochtendung, jenseits der Nette, diesseits derselben weiter hinab den mächtigen Thurm der alten Beste Wernerseck, und gelangen durch die Ocrter Plaibt und Missenhcim, über hohes Feld zurück, das einen reizenden Uebcrblick der ganzen Gegend um Neuwied gewährt, insbesondere eine herrliche Aussicht über Andernach und Lcudcsdorf hinab, bis zu den hohen Ruinen der Burg Hammerstein auf der rechten, und Rheineck auf der linken Rhcinseite.
Der Himmel schenkt uns hier viele heitere, weniger aber windstille Tage, da die kältere Luft auf den Höhen des Wcsterwaldcs mit der wärmeren in unserm Thale fast in immerwährendem Streite liegt, und durch die Gcbirgöffnungcn des Nhcinbcttes bei Andernach von Nordwest und Westen aus der Eifcl, des Windthals von Norden, und aus den Schluchten der Sayn und Bröchse von Osten hcreindringt. Mild und trocken wehen die Winde von Südost und Süden, rein,'aber kalt und heftig, aus Osten, kühl und scharf aus Norden, trüb und feucht aus Westen, von wannen auch die meisten Gewitter heraufsteigen, doch gewöhnlich dem Zuge des Gebirgs nach Nordost folgen ').
Zweites Kapitel.
Geschichte der Nömerherrschaft ln diesem Rheinthale.
Die erste geschichtliche Kcnntniß von unserer Gegend und von dem Lande der nachmaligen Grafschaft Wieb, gilbt uns der Römische Feldherr Julius Cäsar in den Jahrbüchern, in welchen er selbst seine Fcldzüge ,.... ^ in Gallien 65 bis 60 vor Christus beschrieben hat. Er fand längs dem linken Ufer des Rheins, um die v. <lhr. Mosel, den starken Volksstamm der Trevirer oder Trierer bis an die Aar, unter diesen die Scgner, Contru- ser, Eburonen, Mcnapier; den Trcvircrn gegenüber, in unsern Fluren, die Ubier, welche von der Wctterau, ^n untern Gegenden der Lahn, dem Taunus und an dem Westerwalde her, bis an die Sieg, wohnten ^). ^"^" und über den Ubiern saßen bis jenseits des Mains, und gehörten zu dem mächtigen Suevcnvcrband, dle Katten (Hatten und Hessen); nordwärts auf dem Westerwalde, rechts der Sieg bis an den Rhein und
4) Lrmveri H»«. ^^. ^ °,in. 1112.
5) Eme genauere Beschreibung der Luft und Witterung in dem Kessel um Neuwied, besonders in Bezug auf Gesundheit, K r .^"" ^" ^" kleinern medicimsche» Aufsätzen von Dr. Job. Theob. Christian Bernstein, fürstl. Neuwicdisch« >vosrath und Leibarzt, tönigl. Kreis - Physikus. Frankfurt 1814.
^ ^ul. 5ae«gr. 2. ü. iv., Z. 16. VI., 9. Lr-aKo IV., 2.
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