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die Ruhr, breiteten sich die Sigamber aus, und unter diesen, an der Lippe und längs dem Rheine, zu den 23 V. <5hr. Batavern, die Tenctcr und Usipeter 2). Diese hatten, von den Sucvcn gedrückt, die Mcnapier über den Rhein verdrangt; waren selbst übergesetzt, von Cäsar, an der Maas überfallen, geschlagen, und ihre flüchtige Reiterei von den Sigambcrn aufgenommen worden '). Von diesen erhielt Cäsar, aufsein Begehren, jene auszuliefern, die Tcutsche Antwort: des Römischen Volks Herrschaft ende der Rhein; wenn Cäsar die Ger­manen nicht in Gallien dulde: so habe er diesseits des Rheins auch nichts zu schössen ^). Um die Sigam­ber zu bestrafen, die Germanen in ihrem eigenen Lande zu schrecken und von Gallien abzuhalten, beschloß Cäsar auf seinem vierten Fcldzuge in Gallien über den Rhein herüber zu gehen. Diesen Uebergang begün­stigten die Ubier, welche wegen der Grausamkeit, die sie, nach Ariovist's Niederlage durch Cäsar, an den Sue- vischen Flüchtlingen verübt hatten, von den Sucvcn oft angegriffen, und, wenn auch nicht unterdrückt, doch zinsbar geworden und geschwächt waren «). Sie suchten daher den Schutz der Römer, sandten allein von allen Bewohnern des rechten Rheinufcrs Abgeordnete mit Geiseln an Cäsar, schlössen Freundschaft mit ihm, baten, daß sein Heer zu ihnen übersetze, schon dieses werde sie hinfort sichern, und versprachen dazu eine Menge Schiffe °). Cäsar führt sein Heer über die Maas ?) an den Rhein, dem Gebiet der Ubier gegenüber, ver­schmäht ihre Schiffe, als unsicher und unwürdig, schlägt in zehn Tagen eine künstlich gefügte Holzbrücke auf eingerammten Pfählen über den reißenden, tiefen Strom, und führt seine Schaarcn herüber, um in die Grän- zcn der Sigamber einzudringen. Der Ort dieses Ucbcrgangs war also zwischen der Lahn und der Sieg vom Tricrischcn Ufer aus ^) und schwerlich in engen Ufcrgcbirgcn '), in welchen jenseits des Rheins die Trcvirer, diesseits die Kalten oder die Sigamber zu fürchten waren, sondern eine offene Gegend, entweder in unscrm Rhcinthale, wo aber erst die Eifclgcbirge durchzogen, und dann die diesseitigen Höhen des Westerwaldcs bis an die Sieg überstiegen werden mußten, oder die Ebene um Bonn und Köln, welcher gegenüber am rechten Ufer die Fläche an der Siegmündung entspricht "). Die Sigamber hatten sich, auf den Rath der Tcnkter und Usipeter, in die Wälder zurückgezogen, und Cäsar'Z vertheilte Haufen suchten sie umsonst "). Nach achttägigem Strcifzuge, auf welchem verlassene Wohnungen und Höfe verbrannt, Getraidcfelder verwüstet wur­den, kehrte Cäsar zurück, und hörte von den Ubiern, daß Sueven, um den Sigambcrn zu helfen, mitten in ihren hundert Gauen versammelt, schlagfertig ihn erwarteten; der Römer aber zog sich nach achtzehn Tagen über den Rhein zurück, und brach die Brücke hinter sich ab ^ °). Nach erneuerten Kämpfen in Belgien, und zweimaligem Landen in Britannien, kehrte Cäsar noch einmal in das Land der Trierer zurück, thcils, um ihre Empörungen zu dämpfen, theils, um den Ucbcrgang eines Kattcnhcercs zu ihrer Hülfe, abzuhalten. Zu dem Ende beschloß er, zum zweitenmale den Rhein zu überschreiten. An dem Trierische Ufer, ein wenig oberhalb des ersten Ortes, und gleich der ersten Brücke, wurde eine neue, mit großer Anstrengung der Krie­ger, in wenigen Tagen zu Stande gebracht, an dem linken Ufer, möglicher Angriffe wegen, eine starke Be­satzung gelassen; die übrigen Streiter zu Fuß und zu Roß wurden herüber geführt. Die Ubier kamen als­bald mit Rechtfertigung ihrer unverletzten Ergebenheit dem Römischen Heerführer entgegen, baten um Scho­nung, und gaben ihm nach etlichen Tagen durch Kundschafter Nachricht, daß die Sueven mit ihren verbün­deten Stämmen, sich tief in das endlose Waldgebirg gezogen hätten, und mit gcsammter Macht seiner harrc- ten "). Cäsar fürchtete bei längerm Verweilen Nahrungsmangel, zog das Heer, ohne Schlacht und Sieg,

2) 5>ll. 6ae5. 2. <3. IV,, 16. 18. 3) I. 5. I. c. IV. , 4. 14. 4) I.. c. IV., 16. 6) K. c. I., 64. tv., 3.

6) ci^SI. I. c. IV., 16. 7) rioru« III., O, verwechselt Klosa und kMilln.

8) lul. 52!>5. I. °, IV., 17. 18. 8t«1>° IV., 3.

9) Wie oberhalb der Mosel, dies« Meinung ist Gernina., s. Heilquellen am Taunus; Wen!, Gesch. des Hess. Landes, Th. II. 12; Barth, Teutschl, Urgesch., Th. I. 354.

10) Den Ort bei Neuwied behauptet mit Anderen Hoffmann, s. Gottingsch. gel. »nz. 1817. St. 114. Nass. Intell. Bl 1811, Nco. 48. Für Köln spricht Walraf, Beitrüge zur Geschichte der Stadt Köln «. 1818.

11) c»e5. 1. c. c. 18. 12) 0ic> lla««. Z9. 43. 0»e5. IV., 19. 5u°ton. ll»«. 25. I.iv. LV. Hsxt. Kul. VI. 13) I. lae«, 2. Q. VI., 9 10.

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