auf das linke Ufer zurück "), ließ die Brücke an dem der Ubier bis 200 Fuß weit abbrechen, auf Trierisch er Seite einen hölzernen Thurm errichten, die Stelle stark verschanzen, mit 12 Cohorten unter Cajus Volcatius Tullus besetzt, und zog über den Ardennerwald ab "). Von Cäsar's Anwesenheit findet sich an unfern Ufern keine Spur. Der Graben, welcher von Engcrs her geht, die Schlaid genannt, und bald durch Pflug und Regen ausgefüllt seyn wird, ist schwerlich auf sein Geheiß entstanden. Kurz nachher benutzten die Sigamber Bewegungen bei dcn Segncrn, Contrusen und Eburoncn, und setzten ungefähr 6 Meilen unterhalb der Cä- sar'sbrücke 20U0 Reiter über. Geschah dieß unweit der Sicgmündung: so stand Cäsar's Brücke in der Gegend von Neuwied ^). 14 I<,l)re später, nqch einer friedlichen Zeit am Rhein '?), sandte die Römische Ne- 39v.Chr. gicrung den Freund Casar's, Vipsanius Agrippa ") nach dem wieder unruhigen Gallien und dem Rhein. Die Ubier, von den Sucvcn harter, als je, bedrängt, baten ihn um Beistand, und, als er über den Rhein 33v. Chr, gegangen war, ließen sich viele von ihm gerne an das linke Ufer, und über die Aar hinab versetzen, nahmen die Benennung Agrippincnser an, und gründeten die, später auch mit einer Nömcrkolonie bevölkerte, Stadt Köln "). Ihnen verdanken auch Remagen, Bonn, Poppclsdorf, Woringcn, Kcsscnich, ihren Ursprung °°). Unstreitig blieben in unserer Flur noch Ubier und Römer zurück, in den verlassenen Ufcrstrich zogen aber auch Sigamber, Euevcn oder Katten und andere ein. Der erste Römische Kaiser, Cäsar Octavianus Augustus. vercis'te, im Anfange seiner Regierung auch die Teutschen Provinzen am linken Rheinufcr, und thciltc sie in 29v.Chr. das obere und untere Römische Germanien, zu beiden Seiten des Moscldistricts. In dem sogenannten großen, wilden Germanien herrschte eine kurze Zeit Friede, und Römische Kauflcute machten hier Geschäfte. Drüben bewachten 8 Legionen die Gränze ^). Bald aber erhoben sich die Sigamber wieder unter ihrem Anführer Mclon gegen die Römer, und tödtetcn Römische Handelsleute, die zu ihnen gekommen waren. Dafür büßten sie : ntcr dem Römer Marcus Vicinius °°). Auch die Trierer, den andern Teutschen nicht unähnlich, und nur unter Hccrcsgcwalt fügsam 22) waren in Aufruhr, und hatten von dieser Rhcinseite Hülfe geholt, wurden aber von Nonius Gallus beschwichtigt.
Agripva war noch einmal in dem Römischen Germanien, um Unruhen zu stillen. Nach ihm ward 20».Chr, Marcus Lollius Statthalter in Gallien. Auf unserer Rheinscite hoffte er seine Habsucht durch Abgaben zu befriedigen, die er von den Bewohnern unterhalb der Lahn, längs dem Rhein hinab, namentlich von den Sigambern, Usipctcrn, Tenktcrn, forderte; sie kreuzigten aber seine Abgesandten, drangen über den Rhein sieg- 16 v.Chr. reich bis in das Römische Lager, jagten die Römer mit Lollius in die Flucht, und erbeuteten einen Adler der fünften Legion ^). Darauf übertrug der Kaiser Augustus den Befehl über die Legionen, und die Obhut am 13v.Chr. Rhein feinem Stiefsohn Drusus. Dieser zog viermal gegen die Teutschen, und verwüstete das Land der Sigamber und Kattcn. Diese traten mit den Usipetern, Tenktcrn und ven nördlich wohnenden Cheruskern, 11 v.Chr. Chauken, Bmktcrn, in ein Bündniß, das sie über Opfern Römischer Gefangenen beschworen, und fügten dem Feinde großen Schaden zu, wurden aber, da sie zu beutegierig, ordnungslos kämpften, durch Teutschc Hülfs- ,völker, meistens Nervi«, besiegt ^). Um seine Eroberungen zu sichern, legte Drusus am Rhein über 50 Besten oder Castclle, mit Schanzen, Mauern und Gräben, umschirmtc Lagerplätze, längs dem Rhein an, von Mainz bis Köln, und ließ auf der rechten Nheinseite, von den sieben Bergen aus, wahrscheinlich dem Rhati- co 2 5), wie die Römer die höchsten Berge nannten, über die Höhen hinter Linz, namentlich über den Rcn- nenberg, über den Gebirgsrücken des Schlosses Montrepos, der Dörfer Nengsdorf, Bonnfeld, Urbach, bis an'
14) rior. III,, 10. Luewn 6ae3. 25. Hutrox. VI., 14, vio 6255. XI.., ZZ. I.iv. lüVII. 12) d5ac«. vi. Z9.
16) I. c^e«. vi,, Z5. Nationalgeschicht? der Teutschen uon Fre Herrn von Gagern, I. Th. 1813.
17) 0i«. nH H,«i<), I,. XIV., 9. 18) 6°rn. Ner>. ^,«ic. 12.
19) lli» ci. 4^ 49 ^ ^^ 28. Hnn. XII., 27. ?Iiu. Nizt. IV., 31. 20) Walraf's Beitr.
Vy.. 6""°"- O^.... 1., 47. 58. 12c. Hun. I., 3. 32lw5t ?rc>zni. S. Barth Teutschl. Urgesch. 1. §. 321. " Dio lüllZ«. 1,. 111.^ 26. I.. I. 23) lul. llae«. 2. O. VIII., 25. 24) 5uet°n. ^uz. L. 23. Vellej. ?a>
^"«. II., 97. Z5) rioir. IV., 12, Liv. cXXXVIII. 9. 26) ?. IVIel^ III, , 3.
