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wohncr bauten indeß vielleicht schon vor der Bekanntschaft mit den Römern, auch aus Stein, und lernten dieß vo»' diesen vollkommener. Um Hcddesdorf sind Grundmauern aus alter Zeit entdeckt worden, die aus zusammengerafften und mit Lehm verbundenen Feldsteinen bestanden Kaiser Julian aber fand im vierten Jahrhundert, am Obcrrhcin diesseits schon Dörfer nach Römischer Art, Benannte Ortschaften in unserer Nahe außer Koblenz, Andernach, nennt die Geschichte dieses Zeitraums nicht, und daß die Dörfer: Bieber, eher von der Keltischen Benennung eines feuchten Bodens, so wie Biberich, Biberach, als von Ilideinü, Heddcsdorf von Heidcndorf, oder von Hadrian, wieHcddernhcim, oder von Heercsdorf, En g c rs von Anger, wie verschiedene Ortschaften, z. B. Angerordt im Bergischcn, oder von den Ingrionen, oder von den Angriern, Angrivariern, herzuleiten seyen, bleibt dahin gestellt. Ein Rcul lag spater unterhalb Engcrs, abcr das Römische nicht, welches an der Mosel jetzt noch Rigol heißt?). Bieber und Heddcsdorf ausgenommen, werden alle unsere ältesten Dörfer in spatem Zeiten als Höfe genannt, welche in Bauerschaften sich zu vereinigen pflegten. Aus Höfen wurden Dörfer, vornehmlich, wo Kirchen erbauet wurden. Die mehren Höfen gemein­schaftliche Nutzung von Gehölz, Waide, hieß Mark, die Thcilhabcr Marter, die unter einander Frieden schlössen.

Die Natur bot unseren ältesten Landesbcwobncrn zur Nahrung, wilde Aepfcl und Birnen, kleine bunte Kirschen, Haselnüsse, süße Wurzeln, Bohnen, Spargel. Waldkräuter; von Gartenbau wußten sie nichts; der unstäte, von den Ubiern aber mit Einsicht behandeln-, Ackerbau, lieferte Hafer, Rog­gen, Gerste; gegen das zweite Jahrhundert hatte man am Rhein auch Waizcn, Spelt, Flachs; Hanf schon langst. An den, linken Rhciuufcr muß der Landbau in diesem Jahrhunderte sehr vervollkommnet worden seyn, da Trier ein beliebter Kaisersitz war. Erjagt wurden Rennthicrc, Eieniuhicre, Urochfcn, Büffel, Bä­ren, Wölfe, wilde Schweine; Haustbiere waren außer dem Hofwart, dem Hunde, das Pferd, unansehn­lich, abcr daucrhaft, Rindvieh, Sehweine, Gänse, später auch Enten, Bienen °). Die Wied nährte bis in die spätem Zeiten Biber und Fischottern, und gewährt noch einen reichlichen Fischsang von Weißfischen, Karpfen, Aalen, Börsehcn, und, vormals häufiger vorhandenen, Hcchtcn, Salinen und Lachsen. Die Viehzucht ver­besserte sich in der Römcrzeit, besonders die der Pferde; und die Feldwirthschaft am rechten obcrn Rheinuscr fanden die Römer im vierten Jahrhundert sehr vervollkommnet. Dnrch fie verbreiteten sich nun die Nömi- !chen Stadtc jenseits fremde Gartengewächse und edle Obstbäume. Der Kaiser Probus gründete an de: Mosel, nnd an dem Rhein, durch seine Krieger den Weinbau, der bald sehr ergiebig ward '); die Feldar­beit besorgten die Hausfrauen mit Kindern, Leibeigenen und Sclavcn. Der freie Tcutschc Mann Pflegte im Frieden theils der Ruhe auf Wildhallten, oder lag bei Schmaus, Trunk und Würfelspiel, oder ging auf gefahrvolle Jagd ans '"). Zur Lcbensordnung geborte das Baden im tiefen Strom, selbst im Winter, ab« auch in erwärmtem Wasser "). Bon dem neugebornen Kinde an, das zur Erprobung seiner Acchthcit, in be>' Flliß gelegt wurde "), übte man das Schwimmen, so daß der Tcutschcn Fußvolk und Reiter in Schlacht­leihen gegen die Feinde über den Rhein setzten '').

Weiber, Kraftlose und Sclavcn bereiteten den dünnen Brodtkuchcn, bei Reichen die Butter, den Haferbrei, den Getradctrank, der mehr Branntwein, als Bier war "), und das geröstete oder nur mürbe geschlagene Fleisch, die geronnene Milch '«), i,d z^ Bcklcidung Tuch aus Hanf, für das enge Hemd und Frauengewand, ans Bast und rauher Wolle /ür den kurzen Mantel'«). Unsere ältesten Rheinländer lernten aber durch H^del mit den Galliern und Römern frühzeitig auch feinere Stoffe, Formen und Zierrathen zu

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