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That hatte ihre genaue Schätzung. Der Verbrecher aber wurde aus der Gemeinde ausgeschlossen und gemieden. Nachher wurden die Salischcn und Ripuarischcn Gesetzsammlungen niedergeschrieben.
Für den Krieg wurde aus den Edlen, oder ausgezeichneten Geschlechter, Atta, Adal, genannt, die sich durch Siegcsthaten verherrlichten und ihrer geehrten Vater wcrth machten, der Feldherr erkoren, zu dessen Gefolge die tapfersten Jünglinge sich drängten und auserlesen wurden. Sie hießen seine Gefährten (Gefcra). War es daheim ruhig, so zogen sie in fremde Kriegsdienste, und bekamen von dem Herrn, dem sie dienten, Kost, Kleidung, Pftrd und Waffen, die er bei ihrem Tode zurücknahm. Diese Waffen, Pferde und Kleider hießen Hccrgeredc -"). Aus den angesehenen, bereicherten Geschlechtern entstand die Dicnstmannschaft der Großen, und der Adel, die Feudalabhängigkeit der spateren Zeiten. Bei den Trierern war der Adel schon vor der christlichen Zeit mächtig und drückend für das Volk. Des Fürsten und Heerführers Gefährten, gelangten vor andern zu dein Gaugrafenamte; denn der deutsche achtete verdiente Geschlechter; darum wählte man zwar den Fürsten oder König, blieb aber doch gerne bei den Nachkommen des Vorfahren. Der geringe Mann hicng jedoch von dem Adel in Teutschland noch lange nicht ab, ob dieser gleich schon feste Sitze hatte -?).
Die freien streitbaren Männer hießen Wehre, als angesessene Hofhcrrn Wchrfestc, und war die Landwehr zu Hccrmanneyen und zum Heerbann vereinigt. Wer feige sich zurückzog, oder seinen Körper verstümmelte, um nicht waffenfähig zu scun, wurde in Sumpf versenkt -«). Jeder diente seinem Vaterlande auf seine Kosten. Weiber und Kinder zogen mit. Die lein eigenes Gut zu wahren hatten, waren arm, und genossen Schutz, aber kein Recht, hatten kein Wort, und dienten nicht im Heere. Hauptwaffe war die Framca, Pfriem, ein kurzer scharfer Spieß zum Stoßen und Werfen; außerdem ein anderer Wurfspieß, Gesa; ein breites Schwert, Tpatba; auch Keulen, selten noch eine lange Lanze, der Franke trug cm großes Schwert, am breiten Gürtel-'); weder Bcinbcdcckung, noch Helm und Panzer, nur cm hoher schmaler Schild von Holz, deckte den Kämpfenden. Die Krieger versammelten sich in den Hundrcdcn; von da in dem Gau, und wurden von dem Gaugrafcn, dem Dbcrfcldhcrrn und Könige zugeführt. Zur Schlacht stellten sie sich nach Verwandtschaften und Hundredcn. Als kriegerische Stämme waren die Si- gmnber, die Ubier und die Suevcn zu Cäsar's Zeit "") ausgezeichnet; ihre Nachkommen bewährten ihre Abstammung. Hebungen in Waffen und Streitfcrtigkeit waren von Kind auf: Laufen, Springen, Ringen, Schwimmen, Ferntreffcn mit dem Wurfspieß, Ausweichen vor dem Wurf, nackt zwischen Schwerdtern und Spießen tanzen ^). In langem Kampfe mit den Römern führten unsere Tcutschen die Kriegscinrichtung >hrer Feinde ein. Den Kriegsbeginn bestimmten die Priester, die von den Gallischen Druiden verschieden waren, durch Bcobachrung des Vögelflugs, weißer Pferde in heiligem Haine, durch Rciferwurf^), durch Befragung weissagender Frauen, Alrunen, welche in weißes Gewand gehüllt, mit ehernem Gürtel umschlossen, in düstere Waldburgen eingehegt lebten, als höhere Wesen verehrt, und auf weiten Wallfahrten mit Geschenken besucht wurden; die berühmteste derselben war die Welde (Vell^») oder Wölehulda, von der unsere Mährchcn von der Frau Hulde, Holt, stammen mögen. Sie wohnte an der Lippe unter den Bruktern, um das Jahr 70 nach Christi Geburt 22), imd leitete durch ihre Aussprüche die kriegerischen Unternehmungen der Bruktcr, Tcnkter, Bataver und Ubier gegen die Römer. Die Ubier oder Agrip- p'ncr erhielten von ihr keinen Zutritt ^ ^). Sic endigte in Römischer Gefangenschaft.
^ ) ,"""toz bci'm Tacituß; hiervon mochte n.och treffender das spätere Grefe, Grcve, Greue, Graue, Graf, abMeiten ^^ "6 u«n einem grauen, bejahrten Mann. I^cit. Sern,, c, 14, Zq 71^"" 1- 67. 5ul. «^5. 2, ««II. V., Z. VI., 11. 13. " ^' l"«- III., 4, ?ü«t. (3«im. 6. Q«For l'uron III., 18.
^ l^cn m«t. IV., 65.
28) l.icit. «ei-m. 12. 30.
311 l'üeit. Qsrni, 24, 8iäoui,u5 ^ollin. ?aneg)'ri5 Miriam, 33) lacir, Hilt. IV., 61. V., 22, 0ei'iu. 8.
